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Trends im Gästeverhalten

GZ Plus IconWie beliebt war Bad Harzburg in den Sommerferien bei Touristen?

Die drei B's – Burgbergseilbahn, Baumwipfelpfad und Baumschwebebahn – sind auch diesen Sommer wieder beliebt.

Die drei B's – Burgbergseilbahn, Baumwipfelpfad und Baumschwebebahn – sind auch diesen Sommer wieder beliebt. Foto: Brabanski

Die Sommerferien sind in Niedersachsen vorbei, und es ist Zeit für eine Bilanz. Bad Harzburgs Touristiker verzeichneten in den Sommerferien gute Besucherzahlen. Indes fallen einige Trends im Gästeverhalten auf.

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Von Robin Raksch
Montag, 18.08.2025, 12:00 Uhr

Bad Harzburg. Die Sommerferien sind in Niedersachsen vorbei – Zeit für eine Bilanz. Die GZ hat sich bei Bad Harzburgs Touristikerinnen und Touristikern umgehört, wie zufrieden sie mit der Saison sind.

„Wenn das Wetter gut war, hatten wir auch gut zu tun“, sagt Eva Ronkainen-Kolb, die gemeinsam mit ihrem Mann Holger Kolb als Geschäftsführerin von Harz-Venture Baumwipfelpfad und Baumschwebebahn betreibt und die Bergbahn sozusagen mit betreut. In der vergangenen Woche habe das Geschäft aufgrund der Witterung noch einmal ordentlich gebrummt. Allerdings sei das Wetter in den Sommerferien auch oft sehr durchwachsen gewesen. Aber „grundsätzlich haben wir gute Zahlen generieren können“, sagt sie – der Baumwipfelpfad etwa liege im Vergleich mit anderen Jahren im oberen Mittelfeld.

Die Tourist-Information in Bad Harzburg zeigt sich ebenfalls zufrieden. Viele Harzburger Touristenattraktionen seien diesen Sommer gut gelaufen, wie eigentlich immer in den Ferien, sagt Mitarbeiterin Heike Döpelheuer. Ganz oben mit dabei natürlich die drei Bad Harzburger „B's“ – Burgbergseilbahn, Baumschwebebahn, Baumwipfelpfad. Ein Blick auf die vollen Parkplätze am Fuß des Burgbergs bestätigt das.

Selbst, an nicht ganz so sonnigen Tagen ist der Parkplatz an der Talstation der Burgbergseilbahn oft gut gefüllt.

Selbst, an nicht ganz so sonnigen Tagen ist der Parkplatz an der Talstation der Burgbergseilbahn oft gut gefüllt. Foto: Raksch

Aber auch etwa das 5D-Erlebniskino, das Silberbornbad sowie die Therme seien Touristenmagneten. Immer wieder würden Besucher am Counter auch nach Erlebnissen wie den Luchs-Fütterungen, Wanderungen und speziell nach der Harzer Wandernadel fragen.

Besonders viele Dänen und Niederländer

Eine interessante Beobachtung: Sowohl Ronkainen-Kolb als auch Döpelheuer berichten, diesen Sommer hätten besonders viele Gäste aus Dänemark und den Niederlanden die Kurstadt für sich entdeckt. Im Juli seien sogar mehr als die Hälfte der Baumwipfelpfad-Besucher Dänen und Niederländer gewesen, sagt Ronkainen-Kolb. Für sie zeige das, dass die Kurstadt inzwischen auch über die Landesgrenzen hinaus als Reiseziel bekannt sei. „Man kann hier auf kleinem Raum viel erleben.“ Das sei es, was Bad Harzburgs Attraktivität ausmache.

Und wie sieht es in den Unterkünften aus? Die Buchungslage sei diesen Sommer gut, sagt Döpelheuer mit Blick auf ihr Buchungssystem. Nicht nur die Hotels, auch etwa der Wohnmobilstellplatz am ehemaligen Krodobad sei immer gut ausgelastet. Hier und da seien in den Unterkünften immer auch noch Restplätze zu bekommen. Da andere Bundesländer auch jetzt noch Urlaub hätten, könne aber noch nicht von einem Ende des Andrangs die Rede sein.

Das Hotel „Braunschweiger Hof“ etwa sei wieder auf dem normalen Vor-Corona-Niveau angelangt, berichtet Miriam Bartels aus der Geschäftsleitung. Das „Harz Hotels & Spa Seela“ schlägt laut Direktor Tom Rösgen jedes Jahr wieder die Vorjahreszahlen, wenn man die Pandemiejahre außen vor lässt. Und auch sein Vorstandskollege im Dehoga-Stadtverband, Jochen Borchers, dessen Metier die Verwaltung und Vermietung von Ferienwohnungen ist, zeigt sich höchst zufrieden, wenngleich es von seinen Verbandsmitgliedern noch kein repräsentatives Ergebnis gebe.

Veranstaltungen als Publikumsmagnet

Großveranstaltungen wie die Galopprennwoche oder Yellow Jockey spielten für das Geschäft von Harz-Venture nur eine untergeordnete Rolle. Sie würden eben unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, sagt Ronkainen-Kolb. Für einige Betreiber von Hotelier- und Ferienwohnungen ist das offenbar anders. „Die Rennwoche ist wie Weihnachten und Silvester“, sagt Borchers. Es gebe sogar einige Stammgäste, die direkt buchen würden, sobald der Termin für eine solche Veranstaltung feststehe. Ähnliches berichtet auch Rösgen. Während der Yellow-Jockey-Konzerte sei im Hotel allerdings vergangenes Jahr besser gebucht worden als diesmal. Die ausgewählten Musiker hätten deutschlandweit mehr Strahlkraft gehabt.

Ein Trend, den alle befragten Touristiker gleichermaßen feststellen, ist übrigens, dass die Aufenthaltsdauer kürzer wird. „In den Ferien hat man schon auch mal eine Woche, aber es wird weniger“, sagt Döpelheuer. Rösgen berichtet, im Sommer seien es oft auch nur zwei bis drei Tage. Das bedeute für die Gastgeber mehr Arbeitspensum, „weil wir in der gleichen Zeit mehr Gäste abarbeiten dürfen.“ Manche Reisende würden einen mehrtägigen Aufenthalt in Bad Harzburg auch mit weiteren Stationen im Harz kombinieren – etwa mit einem kulturellen Fest in einem anderen Ort.

Wettbewerbsfähig bleiben

Die Attraktionen laufen also weitgehend, die Betten sind gefüllt, und es zieht auch internationale Gäste in die Kurstadt. Man dürfe sich jetzt nur nicht auf dem Erfolg ausruhen, sagt Rösgen. Vielmehr müssten die touristischen Akteure gemeinsam dafür arbeiten, immer neue Anziehungspunkte zu schaffen, damit Bad Harzburg wettbewerbsfähig bleibe. Etwa wie die Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe der Stadt Bad Harzburg sowie Harz-Venture, die das Freizeitangebot für Jung und Alt stets weiter ausbauten, wie auch Borchers hervorhebt. Zudem kamen im Kurpark bekanntlich erst kürzlich etwa die große Fotoschaukel sowie der Gradierpavillon hinzu, bald soll das Tretbecken erneuert werden, und auch am Baumwipfelpfad ist noch einiges geplant.

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