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Nachfolger von Alexander Ehrenberg

GZ Plus IconÜberraschung in Schulenberg: Detlef Henke neuer Ortsbürgermeister

Nach mehr als 20 Jahren als Ortsbürgermeister legt Alexander Ehrenberg (l.) sein Amt nieder. Sein Nachfolger heißt Detlef Henke.

Nach mehr als 20 Jahren als Ortsbürgermeister legt Alexander Ehrenberg (l.) sein Amt nieder. Sein Nachfolger heißt Detlef Henke. Foto: Knoke

Nach dem Rückzug von Alexander Ehrenberg als Ortsbürgermeister übernimmt mit Detlef Henke ein erfahrener Lokalpolitiker das Amt. Gleich zu Beginn gab es hitzige Debatten.

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Von Corinna Knoke
Donnerstag, 19.02.2026, 04:00 Uhr

Altenau-Schulenberg. Diese Entscheidung mag den einen oder anderen überrascht haben: Der Ortsrat Altenau-Schulenberg wählte am Dienstagabend Detlef Henke (SPD) in der Schulenberger Feuerwache zum neuen Ortsbürgermeister. Sein Vorgänger Alexander Ehrenberg (SPD) hat seinen Rückzug angekündigt, nachdem er in der Kampfabstimmung um die Bürgermeisterkandidatur gegen Markus Finck (SPD) unterlegen war.

Henke wurde von Karl-Heinz Ehrenberg (SPD) vorgeschlagen und trat ohne Gegenkandidat an. Bei zwei Enthaltungen wurde er einstimmig gewählt. „Wir wollen endlich einen Generationswechsel vollziehen“, sagte der neue Ortsbürgermeister Henke (Jahrgang 1961) augenzwinkernd. Ehrenberg (Jahrgang 1977) betonte, dass sein Schritt in die zweite Reihe wohlüberlegt sei und nicht aus Frust erfolge.

Bis 2015 Bürgermeister in Schulenberg

Markus Finck hob auf GZ-Nachfrage hervor, dass er nie die Absicht hatte, Ehrenberg in der Gesamtheit all seiner Funktionen und Aufgaben zu beerben.

Das Amt des ehrenamtlichen Ortsbürgermeisters erfordere Präsenz, die er tagsüber aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht leisten könne: „Halbe Sachen kommen für mich nicht infrage und wären einem solchen Ehrenamt auch nicht gerecht.“ Er hält die Wahl von Detlef Henke für die „absolut richtige Entscheidung“. Mit seiner Erfahrung sei er die ideale Besetzung, um Altenau und Schulenberg würdig zu repräsentieren und die anstehenden Aufgaben anzupacken.

Henke, der bereits bis 2015 Bürgermeister in Schulenberg war, dankte Ehrenberg für mehr als 20 Jahre Engagement als Ortsbürgermeister. Hinzu komme unter anderem sein Einsatz als Fraktionsvorsitzender und Bauausschussvorsitzender. „Die Schuhe, die er hinterlässt, sind groß. Da muss ich erst hineinwachsen“, meinte Henke. Sein größter Wunsch ist es, dass Ehrenberg irgendwann wieder in die erste Reihe der Politik zurückkommt.

Clausthal-Zellerfelds Bürgermeisterin Petra Emmerich-Kopatsch (SPD) überreichte Henke seine Ernennungsurkunde, die bis Ende Oktober 2026 gültig ist. Dann findet die konstituierende Sitzung nach der Kommunalwahl statt. Emmerich-Kopatsch stellte fest, wie ungewohnt der Ortsrat ohne Ehrenberg sei.

Emotionale Debatte über CDU-Antrag

Als neuer Ortsbürgermeister leitete Henke gleich die Sitzung und hatte zunächst kleinere Startschwierigkeiten mit der Tagesordnung und den Vorlagen. Besonders intensiv diskutiert wurde ein CDU-Antrag zur Einrichtung einer Flurhüter-Stelle, die in Altenau für Ordnung und Sicherheit sorgen soll, etwa bei illegaler Müllentsorgung oder fehlender Schneeräumung. Die Bürgermeisterin erklärte, dass eine solche Stelle finanziell aufwendig sei und eine Minijobberkraft die Bürger nicht selbst zur Ordnung weisen dürfe, sondern lediglich Meldung ans Ordnungsamt machen könnte. Auch eine reine Altenauer Lösung sei nicht möglich, weil andere Ortsteile eine ähnliche Regelung wollten.

Auf dem Parkplatz im Schultal liegen in einem umgestürzten Container und daneben viele Klamotten.

Die CDU in Altenau spricht sich nach wie vor für die Stelle eines Flurhüters aus, der unter anderem etwas gegen illegale Müllentsorgung tun soll. Foto: Privat/Archiv

Deshalb schlug der Ortsrat mehrheitlich vor, die Aufgabe mit einem Ehrenamtlichen zu besetzen, der lediglich eine Aufwandsentschädigung erhält. Doch das ist nicht so leicht: Nur der Stadtrat kann über Aufwandsentschädigungen entscheiden, und im Haushaltsplan dieses Jahres ist kaum Spielraum. Dabei zeigte sich, dass das Thema emotional ist: Henke hatte Mühe, durchzugreifen, und musste sogar die Glocke in der Schulenberger Feuerwache einsetzen, um für Ruhe zu sorgen.

Eine gute Lösung wurde aber zum CDU-Antrag wegen des Motorradlärms im Altenauer Schultal gefunden. Ursprünglich forderte Joachim Mahnke, dass bei einem Vor-Ort-Termin die Bürger, Polizei, Straßenverkehrsbehörde und weitere Beteiligte zusammenkommen. Die Bürgermeisterin sicherte jedoch zu, ein Schreiben an die Straßenbehörde aufzusetzen und ein Lärmgutachten zu beauftragen. Nur mit offiziellen Zahlen könne die Stadt geeignete verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Schilder oder Fahrbahnverengungen durchsetzen.

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