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Abwasser und Straßenreinigung

GZ Plus IconAb 2026 steigen Gebühren in Goslar – Vienenburg bleibt günstiger

Nahaufnahme einer Straßenkehrmaschine, die Laub und Müll auf einem Gehweg entfernt

Die Kosten für die Straßenreinigung in Goslar steigen. Die Stadtverwaltung erhöht 2026 die Gebühren für Grundstückseigentümer. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa (Symbol)

Ab 2026 ändern sich in Goslar die Gebühren für Abwasser und Straßenreinigung. Was das für Familien, Eigentümer und Betriebe konkret bedeutet.

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Von Hendrik Roß
Donnerstag, 01.01.2026, 16:00 Uhr

Goslar. Für die Goslarer ändern sich zum Jahreswechsel die Gebühren für Abwasser und Straßenreinigung. Der Rat hat den Anpassungen zugestimmt. Die GZ gibt einen Überblick, was das für Bürgerinnen und Bürger und ihren Geldbeutel bedeutet.

Vier Millionen Euro zu viel in der Kasse

Es klingt suspekt, doch in den vergangenen Jahren hat die Stadt Goslar nach eigenen Angaben bei den Abwassergebühren rund vier Millionen Euro zu viel eingenommen. Da gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Gebühren kostendeckend zu erheben sind, muss diese Überdeckung ausgeglichen werden. Und trotzdem steigt 2026 die Abwassergebühr in Goslar. Wie ist das möglich? Wie die Stadtverwaltung ausführt, reicht die Kalkulation bis ins Jahr 2018 zurück.

Demnach seien bis 2020 schon 2,4 Millionen Euro des Überschusses abgebaut worden, weitere 1,8 Millionen Euro sollen bis 2028 folgen. Diese Überdeckungen wirken sich zwar grundsätzlich dämpfend auf die Gebühren aus, dennoch sieht die Stadtverwaltung sich wegen der steigenden Kosten der Abwasserbeseitigung gezwungen, 2026 die Preisschraube anzuziehen. Konkret steigt die Schmutzwassergebühr von bislang 2,24 Euro auf 2,68 Euro pro Kubikmeter. Hinzu kommt weiterhin eine monatliche Grundgebühr von fünf Euro pro Wasserzähler. Die Gebühr für Niederschlagswasser bleibt unverändert bei 0,42 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche.

Stärkere Belastung für Betriebe

Was das für Goslarer Haushalte bedeutet, zeigt ein Beispiel der Stadt: Eine drei- bis vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus mit einem Jahreswasserverbrauch von 150 Kubikmetern zahlt künftig rund 66 Euro mehr im Jahr für Schmutzwasser.

Deutlich stärker fällt die Mehrbelastung für größere Betriebe aus. Ein mittlerer Gewerbebetrieb mit einem Wasserverbrauch von 10.000 Kubikmetern muss beim Schmutzwasser mit Mehrkosten von rund 4400 Euro im Jahr rechnen. Die Kalkulation gilt zunächst für drei Jahre und soll dann überprüft werden.

Vienenburger zahlen weniger

Die ehemalige Stadt Vienenburg hat eine eigene Gebührensatzung. Dort sinkt die Schmutzwassergebühr kommendes Jahr von bislang 1,95 Euro auf 1,86 Euro pro Kubikmeter. Gleichzeitig steigt die Niederschlagswassergebühr von 0,20 Euro auf 0,32 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Im Vergleich zum übrigen Stadtgebiet bleiben die Gebühren in Vienenburg also niedriger.

10,50 Euro mehr in der Tasche

Auch hier das Rechenbeispiel: Eine drei- bis vierköpfige Familie in einem Vienenburger Einfamilienhaus mit einem Jahreswasserverbrauch von 150 Kubikmetern und 200 Quadratmetern versiegelter Fläche zahlt für Schmutzwasser künftig rund 13,50 Euro weniger. Gleichzeitig steigen die Kosten für Niederschlagswasser um 24 Euro. Unter dem Strich ergibt sich damit ein jährliches Plus von rund 10,50 Euro.

Für Gewerbebetriebe in Vienenburg kann die Neuregelung dagegen sogar zu Einsparungen führen. Ein mittlerer Betrieb mit einem Wasserverbrauch von 10.000 Kubikmetern und 2000 Quadratmetern versiegelter Fläche spart beim Schmutzwasser rund 900 Euro, zahlt beim Niederschlagswasser aber etwa 240 Euro mehr. Insgesamt ergibt sich damit eine Entlastung von rund 660 Euro im Jahr.

Allerdings gelten diese Zahlen nur für ein Jahr, weil die Verträge mit dem Versorger für das Vienenburger Gebiet Ende 2025 auslaufen und neu ausgeschrieben werden müssen.

Gebühren für Straßenreinigung steigen deutlich

Für die Straßenreinigung in Sommer und Winter müssen Grundstückseigentümer in ganz Goslar ab 2026 tiefer in die Tasche greifen. Die Stadtverwaltung nennt ein Minus von 1,5 Millionen Euro, das zwischen 2021 und 2023 in dem Bereich aufgelaufen ist und nun ausgeglichen werden müsse. Allein der Extremwinter 2021 habe ein Millionenloch in die Kasse gerissen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Die Höhe der Gebühren für Sommer- und Winterdienst richtet sich nach der Grundstücksgröße und der jeweiligen Qualitätsklasse der anliegenden Straße. Je höher die Klasse, insgesamt gibt es fünf, desto intensiver fällt die Reinigung aus – und desto höher sind die Kosten.

Alle Qualitätsklassen werden teurer

So steigt die Jahresgebühr für die Sommerreinigung in der höchsten Qualitätsklasse I von bislang 17,17 Euro auf 26,87 Euro je Meter. In der niedrigsten Qualitätsklasse V erhöht sich der Satz von 1,18 Euro auf 1,85 Euro. Auch der Winterdienst wird teurer: In Klasse I steigt die Gebühr von 7,60 Euro auf 11,58 Euro, in Klasse V von 0,95 Euro auf 1,45 Euro je Meter.

Das heißt konkret: Für ein Standardgrundstück der Qualitätsklasse V mit 600 Quadratmetern Fläche steigt die Jahresgebühr von 51,97 Euro auf 80,52 Euro – ein Plus von 28,55 Euro. Ein Gewerbegrundstück der Qualitätsklasse IV mit 3000 Quadratmetern muss künftig rund 359,93 Euro zahlen, bisher waren es 233,02 Euro. Das entspricht einer Mehrbelastung von knapp 127 Euro im Jahr.

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