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Autoindustrie

VW meldet mehr als 30.000 Bestellungen für E-Polo

Mehr als 30.000 Menschen haben den ID. Polo schon bestellt. (Archivbild)

Mehr als 30.000 Menschen haben den ID. Polo schon bestellt. (Archivbild) Foto: Markku Ulander/Lehtikuva/dpa

Der ID. Polo ist einer der VW-Hoffnungsträger. Zusammen mit drei anderen Modellen soll er das Segment erschwinglicher E-Autos erobern. Zum Start ist das Interesse groß - mit Folgen für die Lieferzeit.

Von dpa 13.09.2026, 04:10 Uhr

Wolfsburg. Volkswagen hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 30.000 Bestellungen für den vollelektrischen Polo erhalten. Das übertreffe die ursprünglichen Erwartungen deutlich, insbesondere in Deutschland, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Seit Ende April ist der Kleinwagen bestellbar - in den Verkaufsräumen der Händler steht der ID. Polo allerdings erst seit wenigen Tagen. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. 

Der E-Polo kostet in der Basisversion knapp unter 25.000 Euro. Bestellbar war zunächst aber nur eine besser ausgestattete Variante mit größerer Batterie für deutlich mehr als 30.000 Euro. Die Basisversion des Autos mit kleinem Akku und weniger PS können Kunden seit Juli ordern. 

Hohe Nachfrage sorgt für längere Wartezeiten 

Hergestellt wird der ID. Polo im spanischen Werk Martorell bei Barcelona. Wie die VW-Sprecherin weiter mitteilte, kommt es wegen der hohen Nachfrage und der zunächst langfristig geplanten Produktionskapazitäten aktuell zu längeren Lieferzeiten. Man arbeite daran, die Produktion schrittweise hochzufahren. Wie lange Kunden aktuell warten müssen, sagte sie nicht. Der konkrete Liefertermin hänge von der Ausstattung ab. Vorkonfigurierte Fahrzeuge könnten hingegen ab sofort bei VW-Händlern ohne Wartezeit gekauft werden. 

Der Curpa Raval gehört ebenfalls zur Elektro-Kleinwagenfamilie. (Archivbild)

Der Curpa Raval gehört ebenfalls zur Elektro-Kleinwagenfamilie. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Für den ID. Polo und seine Schwestermodelle VW ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval liegen demnach inzwischen mehr als 100.000 Vorbestellungen vor. Auch die anderen Modelle werden aus Kostengründen in Spanien gebaut. Mit den vier Kleinwagen will der Autokonzern das elektrische Einstiegssegment erschließen. 2027 soll dann ein noch günstigeres Modell mit dem Arbeitstitel ID. Every1 für etwa 20.000 Euro folgen, als Nachfolger des 2023 eingestellten Kleinstwagens VW Up. Gebaut wird er in Portugal. 

Schäfer: Treffen Erwartungen vieler Kunden 

Die Nachfrage zeige, dass man mit der Fahrzeugfamilie die Erwartungen vieler Kundinnen und Kunden treffe, teilte VW-Markenchef Thomas Schäfer mit. Man habe gemeinsam vier eigenständige Fahrzeuge entwickelt, die den Charakter ihrer Marken bewahrten und zugleich die Stärken der Zusammenarbeit nutzten. Die Modelle der Fahrzeugfamilie teilen mehr als 80 Prozent der Komponenten und Technologien, unterscheiden sich demnach aber unter anderem beim Design, dem Fahrerlebnis und bestimmten Funktionen. 

Auf der IAA in München im vergangenen Jahr stellte Markenchef Schäfer den ID. Polo vor - damals aber noch getarnt. (Archivbild)

Auf der IAA in München im vergangenen Jahr stellte Markenchef Schäfer den ID. Polo vor - damals aber noch getarnt. (Archivbild) Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Autokonzern leidet aktuell unter sinkenden Verkaufszahlen. Im ersten Halbjahr gingen die Auslieferungen aller Marken weltweit um 6,3 Prozent auf gut 4,1 Millionen Fahrzeuge. Auch die Zahl der verkauften E-Autos ging zurück. In Europa konnte VW den Absatz reiner Stromer dagegen um 8,4 Prozent auf 377.000 Fahrzeuge steigern. Auch der Bestand an Bestellungen für E-Autos wuchs in Europa seit Jahresbeginn deutlich. 

Experte: Der Schuss muss sitzen 

Der ID. Polo ist Branchenexperte Stefan Bratzel zufolge ein wichtiges Modell für Volkswagen. „Der Schuss im Elektro-Kleinwagensegment muss jetzt sitzen“, teile der Direktor des Centers of Automotive Management in Bergisch Gladbach mit. Positiv sei, dass Qualität und Anmutung bei VW wieder stimmten. In der jüngeren Vergangenheit habe es dort Defizite gegeben. 

Der ID. Polo komme zwar spät, möglicherweise aber noch rechtzeitig, weil der Markthochlauf der Elektro-Mobilität an Fahrt gewinne. Entscheidend werde sein, ob Kunden angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aus China das Preis-Leistungs-Verhältnis akzeptieren werden, erklärte Bratzel.

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