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Nachgedacht

GZ Plus IconNobelpreis und Corona-Politik: Neues aus dem Horrorkabinett

Das Foto zeigt die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Machado bei ihrer Ankunft am Kapitol in Washington.

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado kommt am Kapitol an. In Washington überreicht sie ihre Medaille für den Friedensnobelpreis an US-Präsident Donald Trump. Foto: Allison Robbert/AP/dpa

Die Regierungsclique in Washington stellt die Welt auf den Kopf. Selbst Nobelpreise werden zur Handelsware, und ein Ex-Junkie bestimmt die Gesundheitspolitik.

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Von Jörg Kleine
Samstag, 17.01.2026, 09:30 Uhr
Und sie hat es wirklich getan: Nach der Entführung und Verhaftung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro könnte die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Machado ihren Friedensnobelpreis alsbald an US-Präsident Donald Trump überreichen. So hieß die Prognose an dieser Stelle vor einer Woche. Inzwischen hält Trump die goldene Medaille des Nobelpreis-Komitees tatsächlich in den Händen – schön drapiert in einem goldenen Rahmen und geschmückt mit Lobgesängen auf den US-amerikanischen Machthaber.

„Dankbarkeit im Namen des venezolanischen Volkes“

Eine Anerkennung für „sein einzigartiges Engagement für unsere Freiheit“, ließ Machado nach ihrem Treffen in aller Stille zum Essen mit Trump im Weißen Haus verlauten: „Überreicht als persönliches Symbol der Dankbarkeit im Namen des venezolanischen Volkes.“ In ihrer Hybris scheint Machado ihrem Gönner Donald Trump inzwischen kaum nachzustehen, denn bei allem Hass auf den Unterdrücker Nicolás Maduro sind doch erhebliche Zweifel angebracht, ob die Mehrheit der Menschen in Venezuela ausgerechnet Trump einen Friedensnobelpreis zusprechen würde.

Zudem hatte das Nobelkomitee zuletzt in aller Klarheit betont, dass ein solcher Preis nicht an andere Personen übertragen werden könne. Aber in Zeiten, in denen eine Regierungsclique in Washington die Welt auf den Kopf stellt, wird offenbar selbst ein Nobelpreis zur Handelsware – ein „Deal“.

„Das dümmste Mitglied des Kennedy-Clans“

Derweil erlangt in Deutschland gerade ein anderes Mitglied der US-Regierung einige Popularität – zumindest bei Corona-Kritikern. So erhob der US-Gesundheitsminister Robert Kennedy Junior, genannt „Bobby Jr.“, schwere Vorwürfe gegen die deutsche Corona-Politik und beschwerte sich bei Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Kennedys Behauptung: Mehr als 1000 Ärzte und Tausende von Patienten würden in Deutschland strafrechtlich verfolgt und bestraft, weil sie Befreiungen gegen das Maskentragen und Covid-Impfungen erhalten hätten.

Tatsächlich wurden Ärzte in Deutschland belangt – etwa, wenn sie vorsätzlich falsche oder ungeprüft Atteste ausgestellt hatten. So gab es Mediziner, die gegen entsprechende Bezahlung solche Atteste ausstellten, ohne die Patienten untersucht oder gesehen zu haben. Eine solche Praxis ist aber grundsätzlich strafbar, völlig unabhängig von Corona.

Bundeswehrsoldaten und Corona-Impfpflicht

Ja, auch Bundeswehrsoldaten wurden in Deutschland belangt – wenn sie sich ohne zwingenden Grund einer Corona-Impfung verweigerten. Denn wie bei Kliniken und Pflegeeinrichtungen galt auch für Bundeswehrsoldaten in der Corona-Zeit eine Impfpflicht.

Ja, Bundesregierung und Behörden haben während der Corona-Pandemie etliche Fehler gemacht – beispielsweise die bis heute ungesühnten Masken-Deals des damaligen Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU). Eine bittere Wahrheit ist auch, dass manche Menschen eine Corona-Impfung mit schweren Nachwirkungen oder dem Tod bezahlen mussten.

Drive-in: Arm raus, Spritze rein, weiterfahren!

Dass nun aber ausgerechnet Bobby Jr. für seine Halb- und Unwahrheiten vielfach Zuspruch in Deutschland erhält, ist schon kurios. Mancher erinnert sich vielleicht noch an den auch damals regierenden US-Präsidenten Trump, der sich bei seiner Corona-Infektion mit Malaria-Medikamenten behandeln ließ und zuvor öffentlich darüber schwadronierte, Menschen am besten Desinfektionsmittel gegen Corona zu injizieren.

Mancher erinnert sich auch noch an Berge von Särgen vor überfüllten Kühlhäusern in New York. Oder an die Autoschlangen bei landesweiten Impf-Drive-Ins: Arm raus, Spritze rein, weiterfahren! Trump rühmte sich, wie schnell und unkompliziert das Impfen à la USA klappte.

Manche erinnern sich auch noch an das Vorgehen der Trump-Regierung, sich mit Deals und hohen Preisen Abermillionen Impfdosen weltweit zu sichern. Und manchem ist vielleicht noch im Gedächtnis, dass Trump noch kurz vor seiner erneuten Wahl 2024 den heutigen Gesundheitsminister Bobby Jr. als „das dümmste Mitglied des Kennedy-Clans“ abqualifizierte.

Heroin, Kokain und Wurm im Kopf

Der Ex-Demokrat Robert F. Kennedy war mal Umweltaktivist, ist ausgewiesener Impfgegner und verbreitet von jeher politische Verschwörungstheorien. In den 1980er Jahren wurde er als Heroinsüchtiger verhaftet und hat seither Freude an Kokain. Bobby Jr. behauptete überdies, dass sein Gehirn in Teilen von einem Wurm zerfressen worden sei.

So bleibt die rhetorische Frage: Welchen Gesundheitsminister hätten‘s denn gerne – Bobby Jr. oder Nina Warken?

Wie stehen Sie zu dem Thema? Schreiben Sie mir:

joerg.kleine@goslarsche-zeitung.de

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