Seesen und Langelsheim zwischen Baustellen, Visionen und Wahlen
Das Jahr 2026 steht kurz bevor. Neue Projekte starten und alte werden abgeschlossen. Das steht in Langelsheim und Seesen auf der Agenda. Foto: pixabay
Millioneninvestitionen, Großbaustellen und ein Bürgermeisterwechsel: 2026 bringt für Seesen und Langelsheim viele Veränderungen und spannende Weichenstellungen.
Langelsheim/Seesen. Das Jahr 2026 klopft schon an die Tür. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich viel getan. Pläne wurden erarbeitet, Projekte vorgestellt und in den Köpfen der Menschen reifen weitere Ideen, die umgesetzt werden wollen. Was steht also im neuen Jahr im Nordharz an? In Seesen und Langelsheim werden diverse Projekte vorangetrieben.
Bürgermeister Ingo Henze blickt für die Stadt Langelsheim auf ein arbeitsreiches und zugleich richtungsweisendes Jahr. Zu den größeren Vorhaben, die 2026 angestoßen werden sollen, zählen vor allem mehrere wichtige Infrastrukturprojekte. Dazu gehören die Sanierung der Ortsdurchfahrt Langelsheim (L 515) in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Maßnahmen am Triftweg in Wolfshagen im Harz sowie der Endausbau des Marienhüttenwegs in Langelsheim. In die Landessstraße investiert die Stadt knapp 4,2 Millionen Euro. Im Plan mit inbegriffen ist auch ein Radweg. Für den Endausbau Marienhüttenweg in Langelsheim und den Triftweg in Wolfshagen sind weitere 750.000 Euro verplant.
Zudem investiert die Stadt in den Bauhof mit der Anschaffung einer neuen Kehrmaschine und eines neuen Wechselladers. Auch der Brandschutz wird weiter gestärkt: An den Feuerwehrhäusern in Alt Wallmoden und Bodenstein sind Anbauten geplant.
Mit der Aufweitung der Neile in Neuwallmoden soll ein erster Schritt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes umgesetzt werden. Bürgermeister Ingo Henze hofft, dass die Maßnahme 2026 nicht nur begonnen, sondern auch abgeschlossen wird. Foto: Landkreis Goslar (Archiv)
Parallel dazu sollen im kommenden Jahr mehrere bereits laufende Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Dazu zählen die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Langelsheim sowie die Neile-Aufweitung in Neuwallmoden. Diese hat sich zuletzt verzögert und befindet sich nun in der Ausschreibung. Auf den Beginn der Arbeiten haben die Neuwallmodener in diesem Jahr vergeblich gewartet, denn eigentlich war der Start für Mitte Oktober angesetzt. Ob es im kommenden Jahr wirklich zum Abschluss kommt, bleibt abzuwarten.
Ein weiterer Meilenstein ist die Übergabe von vier neuen Feuerwehrfahrzeugen, darunter ein LF 10 für Lautenthal, ein MLF für Neuwallmoden, ein TSF-W für Ostlutter und ein MTW für Hahausen. Das Feuerwehrhaus in Hahausen soll ebenfalls 2026 fertig werden. Für Henze sei dies ein besonderes Highlight.
Geplante Neubauten
Besonders begrüßt Bürgermeister Henze zudem Vorhaben, die über die direkten städtischen Maßnahmen hinausgehen. Dazu gehören der Bau einer neuen Veranstaltungshalle durch Heiko Rataj in der Stadt sowie der Neubau einer Rettungswache, die die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig verbessern soll. Untergebracht ist die Rettungswache im Obergeschoss des alten Rathauses, die drei Fahrzeuge, zwei Rettungswagen und ein Notarzteinsatzwagen, stehen vor dem alten Rathaus.
Weiter freue er sich über den Abschluss der Sanierung der Kita St. Andreas. Dort wird zudem ein Anbau errichtet, wodurch 15 weitere Krippenplätze geschaffen werden. Die Stadt hat das aufwendige Bauvorhaben mit rund 2,8 Millionen Euro bezuschusst.Haushaltsplan 2026
Investition in die L 515: Stadt Langelsheim trägt Millionenbetrag
Gleichzeitig sieht sich Langelsheim im kommenden Jahr mit zentralen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählt vor allem die Umsetzung der Ganztagsbetreuung an allen fünf Grundschulstandorten inklusive einer verlässlichen Ferienbetreuung. Dafür wurde in den Sommerferien in Lutter beispielsweise eine Mensa eingerichtet. An dem Standort wird an das Ganztagsangebot auf fünf ausgeweitet – die Ganztagsbeschulung gilt sonst nur von Montag bis Donnerstag.
Ein besonderes Anliegen ist es dem Bürgermeister dabei, trotz dieser Rahmenbedingungen auf eine Erhöhung kommunaler Steuern und Gebühren zu verzichten. Das größte Entwicklungspotenzial sieht er insgesamt in der erfolgreichen Umsetzung der geplanten Straßenbauprojekte, im weiteren Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen sowie in der fristgerechten Fertigstellung aller laufenden Maßnahmen.
Abschließend formuliert der Bürgermeister klare Wünsche für das kommende Jahr: Einen fairen und offenen Umgang miteinander innerhalb der Bürgerschaft sowie eine auskömmliche finanzielle Ausstattung der Kommunen durch Land und Bund, um die anstehenden Aufgaben auch langfristig bewältigen zu können.
Und selbstverständlich steht auch die Kommunalwahl an. Ingo Henze steht derzeit noch alleine auf der Liste der Bürgermeisterkandidaten. Noch sind weder bekannte noch unbekannte Personen an die Öffentlichkeit getreten. Werden die Langelsheimer sich wohl zwischen Ja und Nein auf dem Wahlzettel entscheiden müssen, oder wandert ein weiterer Name darauf? Das Jahr 2026 wird es zeigen.Investitionen und neue Projekte
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Seesen: Sauberer Abschluss
Bürgermeister Erik Homann stellt das Jahr 2026 für die Stadt Seesen bewusst unter das Zeichen von Kontinuität und Verantwortung. Da er bei der Kommunalwahl 2026 nicht erneut kandidieren wird, ist es ihm persönlich ein wichtiges Anliegen, das kommende Jahr auch im Hinblick auf eine geordnete Übergabe des Bürgermeisteramtes zu gestalten. Er möchte begonnene Projekte weiterhin mit voller Konzentration und Engagement voranbringen und zugleich stabile Strukturen schaffen, die für seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger tragfähig sind. Saubere Abschlüsse, transparente Übergaben sowie Verlässlichkeit und Kontinuität stehen für ihn dabei im Mittelpunkt.
Besonders freut sich Homann auf das vielfältige Veranstaltungsjahr, das Seesen auch 2026 prägen wird. In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche neue Formate etabliert, die gemeinsam mit bewährten Veranstaltungen den städtischen Terminkalender füllen. Dazu zählen unter anderem die Angebote des Kulturforums, die städtischen Theatergastspiele in der Aula sowie das zweitägige Stadtfest im Mai. Im Juni stehen die beliebten Konzerte am „Blauen Auge“, im Juli das Kirchberger Rock Open Air (K:O:A) und im August die Reihe „Drinks & Songs“ am Jasperplatz auf dem Programm. Ein ganz besonderes Highlight wird das 50. Sehusafest sein, das erstmals an drei Tagen gefeiert wird. Den stimmungsvollen Abschluss des Jahres bildet der Seesener Lichterzauber mit Eisbahn vor dem Jacobson-Haus.
Die Stadt lege großen Wert darauf, bestehende erfolgreiche Projekte fortzuführen und weiterzuentwickeln. Im Bereich Jugend und Schule stehen insbesondere die Umsetzung der Ganztagsbetreuung sowie der Neubau der Kindertagesstätte am Schulplatz im Fokus.
Die Tiefbauarbeiten für die neue Feuerwache Seesen sind abgeschlossen. 2026 könnte der Bau beginnen. Foto: Gereke (Archiv)
Feuerwehr und Sicherheit
Auch Feuerwehr und Sicherheit bilden einen wichtigen Schwerpunkt. So soll der Neubau der Feuerwache Seesen auf dem Schützenplatz beginnen. 2025 wurden bereits Tiefbauarbeiten abgeschlossen. Wenn 2026 alles nach Plan verläuft, könnte der Bau im November beginnen und im August 2028 fertiggestellt werden. Die Kostenschätzung für das Vorhaben beläuft sich auf etwa 20 Millionen Euro.
Ergänzend sind die Beschaffung von Notstromaggregaten und zusätzlichen Sirenen vorgesehen. Weitere wichtige Vorhaben sind die Planung eines neuen Baubetriebshofes sowie der Beginn der Sanierungsmaßnahmen in der Sehusa-Wasserwelt. Für das Schwimmbad werde derzeit mit einer Summe von 38 Millionen Euro geplant (die GZ berichtete). Ob die Maßnahme teurer oder günstiger wird, bleibt abzuwarten. Zumindest sei der Betrag, um die Technik zu erneuern, schon vorhanden. Dieser Teil wird 2026 beginnen.
Im Bereich Kultur und Freizeit sollen lang vorbereitete Planungen nun sichtbar werden. Die Umgestaltung und Modernisierung des Sehusa-Parks im Zentrum der Stadt wird gestartet. Er soll lebendiger und insgesamt mit einer Strategie hinterlegt werden, die sich wie ein roter Faden durch das Angebot zieht. Gleichzeitig sollen gezielt touristische Projekte vorangebracht werden, um die Stadt auch in diesem Bereich weiterzuentwickeln. Unter anderem sollen „Padel-Plätze“ erstellt werden.Großsanierung in Seesen
Sehusa-Wasserwelt: Sanierung für 38 Millionen Euro geplant
Im Jacobson-Haus, dem soziokulturellen Zentrum der Stadt, wird voraussichtlich mit der Sanierung des Erdgeschosses der letzte große Bauabschnitt abgeschlossen. Ergänzt wird dies durch die Erstellung eines taktilen Bronzemodells der Jacobsonschule mit Synagoge auf dem Jacobsonplatz. Zudem wird der Bebauungsplan für den Wohnmobilstellplatz an der Grane voraussichtlich rechtskräftig, sodass mit dem Bau begonnen werden kann.
In der Wirtschaftsförderung plant die Stadt, Haushaltsmittel für den Erwerb von Grundstücken zur Erweiterung bestehender Gewerbegebiete bereitzustellen, um auch künftig attraktive Flächen anbieten zu können. Für das neue Gewerbegebiet Kirschenallee sollen die Planungen zur Erschließung konkretisiert werden.
Das größte Entwicklungspotenzial sieht Bürgermeister Homann in der weiteren Stärkung der vielfältigen Strukturen Seesens: eines breit aufgestellten wirtschaftlichen Mittelstands, eines attraktiven kulturellen Angebots sowie zahlreicher Plätze und Einrichtungen für Familien, vom Sehusa-Park bis zu den Sportanlagen.
Und ein Wandel zum Ende des Jahres steht fest: Da Erik Homann nicht wieder ins Rennen gehen wird um den Posten des Bürgermeisters, wird zumindest ein neues Gesicht in sein Büro einziehen. Ob es wieder jemand aus der CDU wird, entscheiden die Bürger. Die Christdemokraten schicken Gerrit Lober ins Rennen, die SPD hat Michael Conzen aufgestellt und Anja Morell wird als unabhängige Kandidaten in den Wahlkampf gehen.
Wie es in Liebenburg und Schladen-Werla im kommenden Jahr weitergeht, berichtet die GZ in einer kommenden Ausgabe.
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