Temposünder bringen dem Landkreis Goslar fünf Millionen Euro ein
Augen auf im Straßenverkehr: Mobile Blitzer wie dieser kommen im Landkreis Goslar gezielt an Gefahrenpunkten zum Einsatz. Foto: Büsching
104.931 Blitzerfotos und über fünf Millionen Euro Bußgelder: Wo im Landkreis Goslar kontrolliert wird – und wo es besonders oft blitzt.
Harz. Wer im Landkreis Goslar zu schnell unterwegs ist, läuft auch schnell Gefahr, geblitzt zu werden. 104.931 Geschwindigkeitsverstöße registrierten stationäre und mobile Anlagen im Jahr 2025 – im Schnitt etwa 287 Blitzerfotos pro Tag. Insgesamt 5.068.535 Euro nahm der Landkreis dadurch ein. Die Zahlen gehen aus einer GZ-Anfrage an den Landkreis hervor.
Sechs stationäre Anlagen überwachen derzeit den Verkehr im Kreisgebiet. Sie stehen in Goslar an der B6-Abfahrt Hildesheimer Straße, an der B6-Abfahrt Bad Harzburg, an der B243 bei Ildehausen und Braunlage, an der B4 in Höhe des Abzweigs Oderteich sowie an der B82 bei Langelsheim in Richtung Seesen.

Seit Anfang Februar steht an der B4 am Abzweig Oderteich eine neue Radarfalle. Foto: Nachtweyh
Auf der B6 blitzt es am häufigsten
Ein Blick auf die Zahlen zeigt dabei deutliche Unterschiede zwischen den Standorten: Am häufigsten löste der Blitzer an der B6 bei Bad Harzburg aus – insgesamt 32.064 Mal. Die Einnahmen beliefen sich allein hier auf rund 1,5 Millionen Euro im vorigen Jahr.
Es folgt die Anlage an der Hildesheimer Straße mit 20.863 Verstößen und rund 830.000 Euro Einnahmen. Deutlich dahinter liegen die Blitzer an der B243 bei Braunlage (14.983 Verstöße / rund 516.000 Euro) und bei Ildehausen (10.557 / rund 384.000 Euro). Schlusslicht ist die Anlage an der B82 bei Langelsheim mit 9.769 „Klicks“ und etwa 205.000 Euro.
Der Landkreis Goslar verfügt über zwei Blitzeranhänger. Hier im Einsatz zu Jahresbeginn an der B6 zwischen Posthof und der Landkreisgrenze zur Stadt Salzgitter. Foto: Gereke
Der Blitzer an der B4 am Abzweig Oderteich taucht in der Statistik für 2025 nicht auf. Grund: Die Anlage war im vergangenen Jahr größtenteils defekt und lieferte keine verwertbaren Daten. Inzwischen wurde dort eine neue Anlage installiert, wie die GZ im Februar berichtete.
Unfallkommission legt Einsatzorte fest
Ergänzt wird die Blitzerausrüstung durch mobile Messungen mit einem Gerät vom Typ ES 8.0, einem Messfahrzeug („Caddy“) sowie zwei Blitzeranhängern.
Die Einsatzorte dieser mobilen Anlagen richten sich laut Landkreis nach einem Messstellenkatalog, der von der Unfallkommission (Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Straßenbaulastträger) festgelegt wird.
Mit einem Messgerät des Typs ES 8.0 wird Ende März in der Goslarer Heinrich-Pieper-Straße Jagd auf Temposünder gemacht. Foto: Büsching
Über 100 Stundenkilometer zu schnell
Wie extrem einzelne Verstöße ausfallen können, zeigt ein Fall aus dem vergangenen Jahr: 189 Kilometer pro Stunde statt erlaubter 80 – so schnell raste ein Fahrzeug durch eine Messstelle im Kreisgebiet. Gemessen wurde die Geschwindigkeit an der B6 bei Bad Harzburg. Damit lag die höchste Überschreitung bei 109 Kilometern pro Stunde über dem Tempolimit.In Langelsheimer Seniorenresidenz
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Weniger Unfälle dank Radarfalle
Ein Blick auf Zahlen aus der Stadt Goslar zeigt zudem, dass die Blitzermaßnahmen Wirkung zeigen. Die Radarfalle an der B6 kurz vor der Abfahrt Hildesheimer Straße gehört seit Jahren zu den auffälligsten Standorten im Kreis. Die stationäre Anlage steht bereits seit 2010. Sie wurde installiert, nachdem es an der nachfolgenden Ampel zuvor regelmäßig Unfälle gegeben hatte. Laut Stadt ist es dort in den vergangenen Jahren deutlich ruhiger geworden.Temposünder in Goslar
Bilanz für 2025: Blitzer an B6 löst 20.000-mal aus
Für Autofahrer im Landkreis bleibt die Botschaft klar: Die Mischung aus festen Anlagen und mobilen Kontrollen sorgt dafür, dass Temposünder an vielen Stellen auffliegen können – manchmal mit sehr teuren Folgen.

Augen auf im Straßenverkehr: Mobile Blitzer wie dieser kommen im Landkreis Goslar gezielt an Gefahrenpunkten zum Einsatz. Foto: Büsching
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