Besucherrekord am Rammelsberg in Goslar
Ipek Canbazer, Dr. Martin Wetzel und Oliver Kasties mit neuem Service für Besucher: In der Waschkaue am Rammelsberg gibt es einen „Powerbank-Automaten“. Wer Saft fürs Smartphone braucht, kann die Akkus auf Zeit nutzen oder kaufen. Foto: Jörg Kleine
Das Welterbe-Museum zog 2025 mehr Gäste nach Goslar als je zuvor. 2026 bringt Sonderausstellungen und Aktionen am Rammelsberg.
Goslar. Das Museum am Rammelsberg verzeichnet einen neuen Besucherrekord: Exakt 125.681 Gäste erlebten 2025 das Bergbau-Welterbe in Goslar. Damit gehört der Rammelsberg zu den erlesenen rund fünf Prozent deutscher Museen, die jährlich die magische Zahl von 100.000 Besuchern knacken. Mit Ausstellungen, verfeinerten Angeboten und Nähe zu den Gästen will das Museum 2026 noch mehr Menschen locken.
Ein Besucherplus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr resümierte Rammelsberg-Pressesprecher Dr. Martin Wetzel diese Woche bei der Präsentation der Jahresbilanz 2025: „Ein Allzeitrekord in 35 Jahren. Qualität steht im Vordergrund.“ Und Oliver Kasties fügte munter an: „Man darf sich nicht ausruhen. Das Museum muss sich weiterentwickeln.“ Das ist der Ansporn für 2026.Interimschef für Welterbe-Museum
Nach Rücktritt von Großewinkelmann: Wer übernimmt am Rammelsberg?
Wer folgt auf dem Chefposten?
Auch eine wichtige Personalie steht im laufenden Jahr im Blickpunkt: Kasties ist Geschäftsbereichsleiter der Stadt Goslar und hat zum Jahreswechsel die kommissarische Leitung für das Museum übernommen. Rammelsberg-Chef Dr. Johannes Großewinkelmann ist Ende 2025 ausgeschieden (wir berichteten). Eine geplante Neubesetzung zum Jahreswechsel scheiterte, nunmehr ist die Position über das Netzwerk der „Kulturexperten“ wieder ausgeschrieben. Wann die Neubesetzung erfolgen kann, ist offen.
Trotz offener Personalfragen, und finanziellen Drucks auf Rammelsberg und Harzer Welterbe-Stiftung verlief das Jahr 2025 für das Museum erfolgreich. „Wir haben all das, was wir uns vorgenommen haben, auch umsetzen können“, unterstreicht Wetzel.Jahresrückblick Goslar
Rammelsberg: Glückauf-Konzerte lassen die Schlosserei neu aufleben
Was der Berg zu bieten hat
Das Museum habe bewährte Formate ausgebaut und weiter verbessert. Dazu gehört etwa die Sonntagsmatinee, bei der Referenten monatlich besondere Themen rund um Bergbau und Rammelsberg beleuchten. Das reichte 2025 vom legendären Bergarbeiterstreik 1889 bis zum Bergbau in der Zeit des Nationalsozialismus. Für 2026 will der Rammelsberg abermals mit spannenden Themen zur Sonntagsmatinee locken.
Zugkraft, vor allem für die Goslarer Bürgerschaft, bewies 2025 ebenso der Welterbe-Tag. „Von Jahr zu Jahr wird er immer besser angenommen“, betont Ipek Canbazer, die Marketing und Kommunikation am Rammelsberg verantwortet. Mehr als 1100 Besucher waren im Juni 2025 mit von der Partie, ein kostenfreier Shuttle und ein Flohmarkt für jedermann auf dem Werksgelände lockten zum Rammelsberg. „Ein toller Familientag“, sagt Canbazer und blickt bereits auf den 7. Juni 2026 voraus: Anmeldungen für den Flohmarkt beim Welterbe-Tag nimmt das Museum gerne schon entgegen.
Kinderfreundlich, barrierefrei
Als drittes Beispiel nennt Ipek Canbazer die Ferienpass-Aktionen am Rammelsberg für Kinder. In Kooperation mit den Landesforsten bot das Bergbaumuseum ein handfestes und lehrreiches Projekt: Mädchen und Jungen erhielten Bausätze für Holzbänke, die sie selbst fertigen und gestalten konnten. Ein motivierendes Echo blieb nicht aus, denn alsbald erhielten die neuen Bänke auf dem Rammelsberggelände sogar Google-Bewertungen von Gästen.
„Netzwerke“ sind ein weiterer Faktor, der den Rammelsberg in den Blickpunkt rückt – in der Region, aber auch weit darüber hinaus. Das Museum präsentiert sich beim Salz- und Lichterfest in Bad Harzburg, bei Tagungen des Museumsverbandes Niedersachsen-Bremen, aber auch bundesweit als Gastgeber. Dazu gehörte im Herbst etwa eine zweitägige Fachtagung des Deutschen Museumsbundes zu einem Kernthema – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Anerkennung für die Museumsarbeit sind nicht nur mehr als 125.000 Besucher, sondern auch Urkunden mit Brief und Siegel. So wurde der Rammelsberg zum dritten Mal in Folge vom Tourismusmarketing Niedersachsen nicht nur als besonders kinderfreundlich zertifiziert, sondern auch für Barrierefreiheit. Denn der Rammelsberg lässt sich auch von Gästen mit körperlichen Handicaps erleben. Kategorie: „Reisen für alle.“
Ein Glanzlicht im wahrsten Sinne setzt zum Jahresende stets der „Weihnachtliche Rammelsberg“, jeweils am dritten Adventswochenende. Weihnachtsmarkt unter Tage, Führungen bei Kerzenschein und Musik sind die Basis des Erfolgs. Vor drei Jahren weitete das Museum dieses Event noch aus: Mehr Leben auf das Werksgelände, mehr Zuspruch für Gruppen, die sich auf der Bühne präsentieren, noch mehr Erlebnis unter Tage – so hieß das Rezept.Weihnachtlicher Rammelsberg
Großer Besucheransturm auf Goslars Weihnachtsmarkt unter Tage
„Weihnachtlicher Rammelsberg“
Das ist bestens aufgegangen. „Wir sind jetzt dort angekommen, wo wir hinwollten“, sagt Martin Wetzel im Rückblick auf 2025. Ein neuer Standort unter Tage bietet mindestens dreimal so viel Fläche für den Weihnachtsmarkt, überdies können bis zu 120 Besucher gleichzeitig Führungen unter Tage genießen. Dabei sind Stände und Programm geprägt von Akteuren aus Goslar und der Region. „Hier wird ein gutes Stück Stadtleben abgebildet“, betont Oliver Kasties. Die 47 Mitarbeiter am Rammelsberg und die 64 Grubenführer wollen 2026 jedenfalls „am Erfolg anknüpfen“, betont Ipek Canbazer. Ziel sei, Aufenthaltsqualität und Verweildauer der Besucher weiter zu steigern. Womit der Rammelsberg dieses Jahr beispielsweise punkten will:
Zugpferde für 2026
Der Rathstiefste Stollen ist nicht nur für feste Gruppen zu erleben, sondern einmal im Monat auch für einzelne Personen.
Hobbyfotografen kommen beim Foto-Walk unter Tage auf ihre Kosten. Bei der dreistündigen Führung gibt es zugleich Tipps von einem professionellen Fotografen.
Die Sonntagsmatineen rufen zu spannenden Vorträgen. Am 26. Januar heißt das Thema „Von der grünen Wiese zum fertigen Schacht“ und gibt Einblicke in den modernen Bergbau.
Der Welterbe-Tag mit vielen Aktionen steht am 7. Juni auf dem Programm.
Am dritten Advent soll der „Weihnachtliche Rammelsberg“ wieder seinen Zauber entfalten.
Überdies sind zwei Sonderausstellungen im Museum geplant: Zum einen präsentiert der Rammelsberg 2026 beeindruckende Werke des Bergmanns und Künstlers Hermann Kießling aus Langelsheim. Zudem hat das Museum eine wahrlich spannungsgeladene Wanderausstellung an Land gezogen: „Power2 Change“ heißt die facettenreiche Sonderschau über Energie, Rohstoffe und Ressourcen.
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