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Opferhilfe im Landkreis Goslar

Günter Koschig übergibt nach 41 Jahren an Kristina Winter

Drei Personen stehen im Garten, die linke trägt eine schwarz-weiß gestreifte Bluse, die mittlere einen dunklen Mantel, der rechte einen dunklen Anzug mit weißem Schal und hält Schilder mit den Aufschriften '50' und 'Danke!'

Angelika und Günter Koschig danken Dr. Kristina Winter für die Übernahme Foto: Privat

Nach 41 Jahren an der Spitze gibt Günter Koschig die Leitung des WEISSEN RINGS in Goslar ab. Dr. Kristina Winter übernimmt und will neue Akzente setzen.

Von Redaktion 14.10.2026, 07:00 Uhr

Goslar. Es ist das Ende einer außergewöhnlich langen Amtszeit: Nach 41 Jahren gibt Günter Koschig die Leitung der Goslarer Außenstelle des WEISSEN RINGS ab. Bei einer Feierstunde im Hotel Zum Löwen in Langelsheim übergab er die Verantwortung an die Soziologin Dr. Kristina Winter, die seit acht Jahren im Goslarer Team der Opferhilfeorganisation aktiv ist. Ganz zurückziehen wird sich Koschig allerdings nicht.

Zu der Amtsübergabe hatten der niedersächsische Landesvorsitzende des WEISSEN RINGS, Rechtsanwalt Steffen Hörning, und Koschig Freunde, Kollegen und langjährige Weggefährten eingeladen. Moderiert wurde der Abend von Koschigs Tochter Tessa-Teresa. Unter den Gästen waren Langelsheims Bürgermeister Ingo Henze, Goslars Bürgermeisterin Renate Lucksch, Ehrenbürger Hans-Joachim Tessner und der ehemalige Landrat Thomas Brych.

Große Bedeutung der Organisation

Der neue Leiter der Polizeiinspektion Goslar, Kriminaldirektor Markus Iwa, hob die Bedeutung des WEISSEN RINGS vor Ort hervor. Die Organisation habe seit Jahrzehnten die Perspektive von Kriminalitätsopfern im Blick und unterstütze zugleich die polizeiliche Präventionsarbeit.

Wie eng Koschigs Arbeit mit der Prävention im Landkreis verbunden ist, machten Weggefährten deutlich. Thomas Brych erinnerte an gemeinsame Projekte. Koschigs Beharrlichkeit habe dazu beigetragen, Kampagnen wie „Sportler setzen Zeichen – Kraft gegen Gewalt“ und die Goslarer Zivilcouragekampagne gemeinsam mit örtlichen Partnern auf den Weg zu bringen. Kathrin Falkner vom Landkreis würdigte Koschigs Einsatz im Goslarer Netzwerk gegen Häusliche Gewalt. Als Mitbegründer habe er sich seit 2002 für Betroffene eingesetzt, Fachtage mitorganisiert und als Pressesprecher die Botschaft „Wer schlägt, muss gehen“ verbreitet. Das Netzwerk zeichnete ihn deshalb symbolisch als seinen „Leuchtturm“ aus.

Begegnung mit den Klitschko-Brüdern

Martin Schilff von der Gewerkschaft der Polizei blickte auf zahlreiche gemeinsame Aktionen zurück. Ob in Sportstadien oder bei Begegnungen mit Boxweltmeisterin Regina Halmich und den Klitschko-Brüdern – Koschig sei stets mit großem Einsatz dabei gewesen. Gemeinsam mit Partnern und Sponsoren wurden zudem mehr als 100 Basketballanlagen, Torwände und Boxsäcke für Schulen ermöglicht. Claudia Kohl, Schulleiterin der Grundschule Oker, berichtete von Koschigs Präventionsarbeit mit Kindern.
Zwei Personen stehen vor einem blauen Banner mit der Aufschrift 'WIR SEHEN SIE', die Frau trägt ein geblümtes Kleid und steht hinter einem Mikrofon, der Mann hält ein Modell eines rot-weiß gestreiften Leuchtturms

Kathrin Falkner vom Goslarer Netzwerk gegen häusliche Gewalt ehrt Koschig mit einem Leuchtturm. Foto: Privat

Als „Super Mario“ verkleidet spreche er mit ihnen über Cybermobbing, Opferschutz und Zivilcourage. Aus der mehr als 15-jährigen Zusammenarbeit von Schule, WEISSEM RING, Polizei und Goslarer Zivilcouragekampagne sei zuletzt das Konzept „Zivilcourage in Grundschulen“ entstanden. Für einen musikalischen Akzent sorgte Uwe Klußmann vom Polizeiorchester Niedersachsen, der zugleich an die gemeinsame Präventionsarbeit an Schulen erinnerte.

Jahrzehntelanges Engagement

Landesvorsitzender Steffen Hörning dankte Günter und Angelika Koschig für ihr jahrzehntelanges Engagement. Vor 44 Jahren waren beide dem WEISSEN RING beigetreten, seit 41 Jahren engagieren sie sich im Landkreis für Opferschutz und Prävention. Nach Angaben Koschigs konnte das Team in dieser Zeit mehr als 5000 Betroffenen mit Rat und praktischer Unterstützung zur Seite stehen.

Mit Dr. Kristina Winter übernimmt nun eine langjährige Mitarbeiterin die Außenstelle. Gemeinsam mit ihrem Mann Ben gehört sie seit acht Jahren zum Team. Hörning bezeichnete es als großen Glücksfall, dass Winter Verantwortung übernehmen und ein jüngeres Team aufbauen wolle.

„Ich übernehme diese Aufgabe mit großem Respekt vor dem, was Günter Koschig über Jahrzehnte aufgebaut und bewegt hat, aber auch mit viel Freude und eigenen Ideen“, sagte Winter. Ihr sei wichtig, Netzwerke im Landkreis weiter zu stärken. Symbolisch erhielt die neue Außenstellenleiterin einen Schirm des WEISSEN RINGS mit dem Motto „Wir lassen die Opfer nicht im Regen stehen“ sowie das Buch „Glow your own way“ von ihrem Vorgänger.

Während sich Angelika Koschig aus der Mitarbeit verabschiedet, bleibt Koschig der Organisation verbunden. Unter anderem gehört er seit 1996 dem Fachbeirat Kriminalprävention in Mainz an. Auch als Initiator der Zivilcouragekampagne will er sich weiterhin engagieren.

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