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Abschlussbericht liegt öffentlich aus

Wärmeplanung: Wie sollen Bad Harzburgs Häuser beheizt werden?

Seit 2023 beschäftigen sich die Kommunen im Landkreis mit der Kommunalen Wärmeplanung.

Seit 2023 beschäftigen sich die Kommunen im Landkreis mit der Kommunalen Wärmeplanung. Foto: (Symbolbild) Hendrik Schmidt/dpa

Die kommunale Wärmeplanung zeigt, wo in Bad Harzburg Wärmepumpen, Solarthermie und Wärmenetze infrage kommen. Der Bericht liegt in Kürze öffentlich aus.

Von Redaktion 18.09.2026, 11:00 Uhr
Wie kann die Kurstadt künftig zuverlässig, bezahlbar und klimafreundlich mit Wärme versorgt werden? Einen Weg dorthin soll die kommunale Wärmeplanung (KWP) aufzeigen. Den Abschlussbericht hat die Stadt nun fertiggestellt. Er liegt ab kommendem Montag, 21. September, bis einschließlich 21. Oktober öffentlich aus. In dieser Zeit haben die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, Stellungnahmen an waerme@stadt-bad-harzburg.de abzugeben. Einzusehen ist der Bericht auch auf der Internetseite der Stadt Bad Harzburg unter Meine Stadt > Klimaschutz > Kommunale Wärmeplanung.

Die KWP, so schreibt Bad Harzburgs Klimaschutzmanagerin Marlena Multhaupt, hilft dabei, frühzeitig abzuschätzen, wie erneuerbare Energien Schritt für Schritt in die Wärmeversorgung eingebunden werden können und wo künftig Platz für Anlagen und Leitungen benötigt wird. Dieser Wandel wird als Wärmewende bezeichnet. Ähnlich wie bei der Umstellung von Verbrennungsmotoren auf Elektroautos (Antriebswende) oder der Verlagerung vom Individualverkehr hin zum öffentlichen Nahverkehr (Mobilitätswende) beschreibt die Wärmewende den Übergang von einem umweltschädlichen Status Quo zu einer nachhaltigen Praxis.

Nur 3,8 Prozent erneuerbare Energie

„Die Umsetzung dieser Ziele ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und obliegt nicht einzig der Stadtverwaltung, sondern auch den Energieversorgern und Netzbetreibern, Bürgerinnen, Bürgern und Energiegenossenschaften, Privatpersonen und Unternehmen vor Ort“, so Multhaupt. Bis Ende 2026 ist Bad Harzburg genauso wie andere Kommunen in Niedersachsen laut Klimaschutzgesetz verpflichtet, einen Wärmeplan veröffentlichen. Der Entwurf des Abschlussberichts wurde im August dieses Jahres fertiggestellt. Für die Stadt Bad Harzburg markiert er den Abschluss eines Prozesses, den die Kommunen im Landkreis Goslar bereits 2023 gemeinsam angestoßen haben. Ab 2024 betreute das Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) die Städte Bad Harzburg, Goslar, Clausthal-Zellerfeld, Seesen und Langelsheim und die Gemeinde Liebenburg im Prozess der kommunalen Wärmeplanung.
Eine Grafik, die zeigt, welche Teile des Stadtgebiets wie versorgt werden könnten.

Der Abschlussbericht beinhaltet alle Schritte und Erkenntnisse der kommunalen Wärmeplanung in Bad Harzburg: Der Wärmeplan gliedert sich in eine Bestands- und Potenzialanalyse, die Entwicklung eines Zielszenarios mit einer Einteilung des Stadtgebiets in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete sowie eine Umsetzungsstrategie mit konkreten Maßnahmen, die die Stadt weiterverfolgen wird.

„Die vorangegangene Bestandsanalyse für das Basisjahr 2022 verdeutlicht die aktuelle Abhängigkeit von fossilen Energieträgern“, schreibt Multhaupt. 96,2 Prozent der Wärmemenge würden durch Erdgas und Heizöl gedeckt, während erneuerbare Energien lediglich einen Anteil von 3,8 Prozent ausmachten. Da der Sektor der privaten Haushalte drei Viertel des gesamten Wärmeverbrauchs verursache und ein Großteil der Gebäude vor 1979 errichtet worden sei, stelle die energetische Gebäudesanierung neben dem Heizungstausch einen entscheidenden Hebel dar.

Wasserstoff „nicht sinnvoll“

Die technologische Strategie der Stadt Bad Harzburg sieht vor, dass der Großteil des Stadtgebiets dauerhaft über dezentrale Lösungen versorgt wird, zum Beispiel über Wärmepumpen oder Pelletheizungen. Ergänzt wird dies durch den Ausbau der Solarthermie auf Dachflächen, die bilanziell etwa ein Viertel des städtischen Wärmebedarfs decken könnte.

Eine flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff wird für die Beheizung von Wohngebäuden aufgrund der Entfernung zum geplanten Kernnetz und mangelnder Wirtschaftlichkeit als nicht sinnvoll bewertet.

Für dicht bebaute Bereiche mit hoher Wärmedichte wurden spezifische Prüfgebiete für Wärmenetze identifiziert, in denen eine leitungsgebundene Versorgung technisch und wirtschaftlich vorteilhaft sein kann. Diese Fokusbereiche umfassen das Quartier um das Rathaus (Stadtkern), den Stadtpark, den Kurpark sowie die Reischauerstraße. In diesen Gebieten befinden sich zahlreiche „Ankerkunden“ wie Schulen, Kliniken oder kommunale Liegenschaften, die eine stabile Wärmeabnahme garantieren könnten.

Der Wärmeplan, so schreibt Bad Harzburgs Klimaschutzmanagerin, sei kein Bauleitplan und entfalte für Eigentümer keine unmittelbare rechtliche Wirkung. Er liefere jedoch die fachliche Grundlage, an der sich private und kommunale Investitionsentscheidungen in der Wärmeversorgung orientieren können.

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