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Die Tourismuszahlen steigen weiter

GZ Plus IconGoslar und Hahnenklee: Die Übernachtungsmillion ist das große Ziel

In den Sommermonaten ist die Goslarer Altstadt voller Touristen.

In den Sommermonaten ist die Goslarer Altstadt voller Touristen. Foto: Sowa

Das Ziel von einer Million Übernachtungen für Goslar und Hahnenklee rückt in immer greifbarere Nähe. Waren es 2023 noch 960.000 Übernachtungen, kommt die siebenstellige Zahl 2024 mit 980.000 Nächten näher. Und soll schon 2025 erreicht werden.

Von Sebastian Sowa und Hendrik Roß Montag, 27.01.2025, 16:00 Uhr

Goslar/Hahnenklee.. Der Tourismusboom hält an: Das Ziel von einer Million Übernachtungen für Goslar und Hahnenklee rückt in immer greifbarere Nähe. Waren es 2023 noch insgesamt rund 960.000 Übernachtungen laut Gästebeitragsstatistik, ist die magische siebenstellige Zahl 2024 mit gut 980.000 Nächten schon in Schlagdistanz und soll 2025 möglichst auch erreicht werden.

Dementsprechend zufrieden zeigen sich die Tourismus-Chefinnen Marina Vetter von der Goslar-Marketing-Gesellschaft (GMG) mit 491.161 Nächten für die Kernstadt und Isabel Junior von der Hahnenklee-Tourismus-Gesellschaft (HTG) mit 489.264 Übernachtungen für Hahnenklee-Bockswiese. Für Goslar bedeutet das ein Plus von 1,24 Prozent, für Hahnenklee waren es gegenüber 2023 sogar 2,55 Prozent mehr. Bei den Gästeankünften legt die Kernstadt um 2,34 Prozent zu (204.346), der Oberharzer Kurort um 3,63 Prozent (131.207).

Auf der Rathausstraße von Hahnenklee locken die Cafés zum Einkehren.

Auf der Rathausstraße von Hahnenklee locken die Cafés zum Einkehren. Foto: Sowa

Den Aufwärtstrend können fast alle Hoteliers bestätigen. Dominik Kerstin vom Hotel „Goldene Krone“ ist mit dem Jahr 2024 zufrieden. Er habe etwas mehr Umsätze als 2023 gehabt, allerdings hatte er auch seine Zimmerpreise angehoben. Am besten liefen bei ihm naturgemäß die Sommermonate. Februar und März seien eher mau gewesen. 70 Prozent seiner Gäste sind Urlauber und Touristen, die restlichen 30 Prozent Geschäftsreisende. Kerstin blickt optimistisch auf das Jahr und freut sich auf die kommenden Monate.

Besser als gedacht

„Es lief im Jahr 2024 tatsächlich besser als gedacht, ich bin sehr zufrieden, auch wenn wir nicht ganz die Zahlen von 2023 erreicht haben“, sagt Willi Robben vom Hotel „Die Tanne“. Die besten Monate waren der Mai, September und der Dezember. Der Januar verlaufe dagegen obligatorisch schlecht: „Auch wenn Verkehrsgerichtstag ist, muss man sagen, dass wir in diesem Monat kein Geld verdienen. Und auch wenn die Tagung für die Stadt ein Segen ist, bleiben die meisten Verkehrsrichter in der Regel auch nur zwei Tage“, so Robben. Geht der Hotelier 2025 in den wohlverdienten Ruhestand? „In diesem Jahr noch nicht, 2026 werden allerdings die Karten neu gemischt.“

Sage und Schreibe ein Plus von 20 Prozent mehr Übernachtungen verbucht Alexander Scharf mit seinem Hotel „Schiefer“ – und das, obwohl sein Restaurant bis Mitte 2024 geschlossen bleiben musste und die Gäste im benachbarten „Tim’s“ ihr Frühstück einnehmen mussten. Wie erklärt er sich die guten Übernachtungszahlen? „Goslar ist eindeutig im Aufwind, das ist der erste Grund. Außerdem haben wir eine gute und fleißige Marketinggruppe und vermarkten uns selbst.“ Schlechtester Monat bei ihm ist der Februar.

Optimistischer Blick auf 2025

„Gut gelaufen“ ist das Jahr 2024 auch bei Niklas Suliktsis vom „Hotel Villa Saxer“. Im Dezember gab es eine Auslastungsquote von 95 Prozent. Er zeigt sich optimistisch, freut sich auf die kommenden Monate und begrüßt es, dass die Aktion „Bettgeflüster“ wieder ins Leben gerufen wird, damit die Hotellandschaft auch in den ersten Wintermonaten belebt wird. Auch Rosemarie Prien vom Hotel „Alte Münze“ kann nichts Schlechtes über 2024 sagen: „Verglichen mit 2023, konnten wir das gute Niveau halten und haben etwa die gleiche Zahl an Übernachtungsgäste wie 2023.“

In Hahnenklee sieht es nicht anders aus. Rund 100 mehr Übernachtungen als 2023 verzeichnet Ronja Vallespir-Ahrendts („Harz Hotel Waldrausch“). „Hätten wir irgendwann auch mal konstant Schnee, dann würden wir wahrscheinlich diese Zahl auch noch toppen“, erklärt die Hoteliers-Frau.

Einer der besten Tourismusmonate 2024 war der Juli.

Einer der besten Tourismusmonate 2024 war der Juli. Foto: Sowa

Und auch bei Lydia Böttcher vom Camping-Platz Kreuzeck lief es rund. Fünf Prozent ist ihre Zuwachsrate gegenüber 2023. „Wir sind zufrieden, und es läuft immer, mit Ausnahme des Januars vielleicht, immer richtig gut. Dennoch haben auch wir noch etwas Luft nach oben“, so Böttcher. Von ähnlich „tollen Zahlen“, spricht auch Sibyll Lützow vom „Carea Residenz-Hotel Harzhöhe“. In ihrem Gasthaus habe sie eine Auslastung von annähernd 90 Prozent im Jahr gehabt. Und ähnlich dürfte es auch 2025 aussehen. „Zu uns kommen viele Dänen, und wir sind sehr erfreut über die sehr guten Zahlen, die etwas besser sind als 2023“, berichtet Lützow. Die meisten ausländischen Gäste kamen übrigen aus Dänemark, gefolgt von den Niederländern und den Polen.

Sogar besser als 2019

Isabel Junior zeigt sich jedenfalls zufrieden und zieht auch einen Hahnenkleer Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019: „In 2024 haben wir gegenüber 2019 ein Plus von 2,34 Prozent bei den Ankünften. Allerdings zeigt sich auch, dass sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verkürzt. Zudem sind seit 2020 zwei große Häuser nicht mehr am Markt. In 2025 und den darauffolgenden Jahren, werden jedoch wieder Betten hinzukommen.“ Nun sei es das große Ziel, zusammen mit Goslar 2025 die Million-Grenze zu überspringen. Das hofft auch Marina Vetter, die sich freut, dass sich die Zahlen so gut entwickeln – und das im Hinblick darauf, dass große Häuser wie die „Kaiserworth“ oder das „Brusttuch“ 2026 voraussichtlich wieder an den Start gehen: „Wir arbeiten weiter daran, unsere Angebote zu optimieren und unsere digitale Sichtbarkeit zu steigern.“

2025 planen sowohl die HTG als auch die GMG wieder viele Aktionen und Großveranstaltungen, um die Auslastungen in den Unterkünften weiter zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität für Gäste noch zu steigern. „Das Jahr 2025 hat großes Potenzial, ein sehr gutes zu werden, wenn alle Komponenten mitspielen“, sind sich Vetter und Junior einig und voller Tatendrang.

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