Winter im Harz: Polizei erwartet am Wochenende volle Parkplätze
An einem Winterwochenende kein seltener Anblick: ein voller Großparkplatz in Torfhaus. Foto: Neuendorf
Am Zeugniswochenende war die Polizei in Torfhaus präsent, um dem Ansturm gerecht zu werden, dieses Wochenende nicht. Dennoch rechnet sie wieder mit vollen Parkplätzen.
Torfhaus. Während die Polizei am vergangenen Zeugniswochenende in Torfhaus mit mehreren Kräften präsent war, werden an diesem Samstag und Sonntag keine zusätzlichen Beamten abgestellt. Das erklärt der Oberharzer Polizeichef Steffen Jach. Dennoch rechnet er auch an diesem Wochenende mit einem hohen Besucheraufkommen im Oberharz. Entsprechend sollen erneut die Behelfsparkplätze entlang der B4 geöffnet werden.
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Am vorigen Wochenende hatte sich die Polizei gemeinsam mit dem Landkreis Goslar, dem Nationalpark und der Bergwacht Vienenburg im Rangerhaus des Nationalparks stationiert. So waren die Einsatzkräfte direkt vor Ort, falls es in Torfhaus zu Zwischenfällen gekommen wäre, erläutert Jach. Bei dem hohen Verkehrsaufkommen könne eine Anfahrt aus Clausthal-Zellerfeld oder Braunlage sonst schnell Zeit kosten.
Parkplatz fast komplett ausgelastet
Die Parkflächen seien am Zeugniswochenende zu mehr als 95 Prozent ausgelastet gewesen, der Andrang habe sich jedoch noch im Rahmen gehalten, so Jach. Anders habe es am ersten Januarwochenende ausgesehen, als der Oberharz regelrecht überrannt worden sei. Von einem Verkehrschaos spricht der Kommissariatsleiter allerdings bewusst nicht, vielmehr seien damals die Kapazitätsgrenzen ausgeschöpft worden. Ähnliche Situationen habe es bereits in einem Winter in der Corona-Zeit gegeben, als gefühlt halb Norddeutschland gleichzeitig in den Harz geströmt sei.
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Damals habe die Polizei verstärkt über das Radio und die sozialen Medien informiert, wenn Parkplätze ihre Belastungsgrenze erreichten. Ob solche Hinweise tatsächlich Wirkung zeigten, lasse sich schwer sagen, räumt Jach ein. Dennoch setzt die Polizei darauf. Man wolle nichts unversucht lassen. Bei dem Kommissariatsleiter und seinen Kollegen liege die Schwelle für entsprechende Warnungen bei einer Auslastung von rund 70 Prozent.
Für das bevorstehende Wochenende, an dem in Torfhaus der Rodelhang samt Lift laut Betreiber Holger Körber nicht öffnet und kein weiterer Schnee vorhergesagt ist, seien keine zusätzlichen Polizisten vorgesehen. Die Personallage lasse das nicht zu, sagt Jach, der aber grundsätzlich gelassen auf die kommenden Tage blickt. Er zeigt sich zugleich dankbar für die Unterstützung des Landkreises Goslar am vergangenen Wochenende. Die Kontrolle von Falschparkern sei originäre Aufgabe des Landkreises und entlaste die Polizei spürbar.
Platz für Rettungsfahrzeuge
Ein echtes Horrorszenario wäre es für Jach, wenn die L504 zwischen Torfhaus und Altenau so stark zugeparkt sei, dass Rettungsfahrzeuge kaum noch durchkämen. In der jüngeren Vergangenheit sei das glücklicherweise nicht mehr vorgekommen, früher allerdings schon. Gleiches gelte für Waldwege, die ebenfalls freigehalten werden müssten. Der Rettungsdienst reagiere hier zu Recht sehr sensibel, meint der Kommissariatsleiter. Er weiß, dass bei den Autofahrern Hinweise auf kostenpflichtiges Abschleppen durchaus abschreckend wirkten. Mehrere hundert Euro wolle schließlich kaum jemand zahlen.

Am Zeugniswochenende ist die Polizei um den Braunlager Stationsleiter Martin Schulze (r.) in Torfhaus vertreten. Zusammen mit zwei Mitarbeitern des Landkreises Goslar vom Fachbereich Ordnung und zwei Rangern des Nationalparks bildet sie eine Art Koordinationszentrum. Foto: Privat
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