Nicht nur für die Fahrprüfung im Harz: Stadt fordert Stopp-Schild
Das Vorfahrt-gewähren-Verkehrszeichen soll nach Forderung der Stadtverwaltung durch ein Stopp-Schild ersetzt werden. Foto: Eggers
Eine Stadt, in der die Fahrprüfung abgehalten werden darf, benötigt ein Stopp-Schild. Jetzt hat die Verwaltung ein solches Verkehrszeichen beantragt und erklärt, warum.
Braunlage. Für Karsten Torkler (SPD) ist es ein Unfallschwerpunkt. „Es ist ein Wunder, dass an der Kreuzung Herzog-Johann-Abrecht-Straße/Bismarckstraße noch nicht mehr passiert ist“, sagte er in der Ratssitzung. „Wir haben bereits ein Stopp-Schild beim Landkreis Goslar beantragt“, kündigte Bürgermeister Wolfgang Langer an.
Auch die Polizeistation Braunlage befürwortet die Aufstellung des Verkehrszeichens 206 „Halt! Vorfahrt gewähren“, wie das Stopp-Schild offiziell heißt. Weil die Herzog-Johann-Albrecht-Straße vor einigen Jahren ausgebaut worden ist, würde bei einigen Autofahrern der Eindruck entstehen, auf einer Vorfahrtsstraße zu sein. Einige wenige Verkehrsteilnehmer würden dann einfach „ohne zu schauen“ über die Bismarckstraße fahren, wie die Beamten und auch Karsten Torkler beobachtet haben.
„Da gab es bereits etliche Beinahe-Unfälle“, sagte der SPD-Ratsherr in der Ratssitzung, der in der Nähe wohnt. Und auch die Polizeistation befindet sich in der Nähe der Kreuzung, und die Beamten sind ähnlicher Ansicht wie Torkler. Dabei haben sich in den vergangenen drei Jahren nur zwei Verkehrsunfälle in diesem Bereich ereignet, wie die Polizei auf GZ-Nachfrage mitteilt. Verletzt worden sei dabei niemand.
Antrag noch nicht eingegangen
Aber die Beinahe-Unfälle gebe es immer wieder, haben die Polizeibeamten beobachtet, die ihre Erkenntnisse auch an die zuständigen Kollegen in Goslar weitergeben wollen. Und der Landkreis Goslar teilt auf Anfrage mit, dass der Antrag für die Aufstellung des Stopp-Schilds noch nicht eingegangen sei. „Deshalb können wir uns auch noch nicht dazu äußern“, heißt es.
Bereits vor einem Dreivierteljahr hatte die Behörde mitgeteilt, dass es nicht so leicht sei, dieses Zeichen „Halt! Vorfahrt gewähren“ aufzustellen. Dafür müssten gewisse Kriterien erfüllt werden. Unter anderem müssen die Sichtverhältnisse an der Kreuzung oder Einmündung es zwingend erfordern, ein Stopp-Schild aufzustellen. Nach Ansicht der Polizeistation Braunlage und des Ratsherrn Karsten Torkler ist das an der Kreuzung Herzog-Johann-Albrecht-Straße/Bismarckstraße der Fall.
So ein neues Stopp-Schild würde sich auch gut machen, um Braunlage als Ort für Fahrprüfungen zur Erlangung des Führerscheins zu stärken. Wie berichtet, werde dafür das Schild „Halt! Vorfahrt gewähren“ benötigt. Bislang hatten die Prüfer dafür außerorts die achteckigen Verkehrszeichen an der Kreuzung B4/B242 im Bereich Voigtsfelde oder innerorts an der Kreuzung Kirchstraße/Wilhelm-Raabe-Straße im Ortsteil Hohegeiß genutzt.
Und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung in Hannover hat sich damit zufrieden gegeben. Die oberste Landesbehörde legt die Orte für die praktische Führerscheinprüfung fest und berücksichtigt dabei das Straßennetz, die Verkehrsdichte, die Verkehrsstruktur und eben die Verkehrszeichen. So können die Fahrschüler bei der Umsetzung der wesentlichen Verkehrsvorgänge geprüft werden.
Es gibt einen „Grünen Pfeil“
Wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage mitteilte, würden die Voraussetzungen an die Prüfungsorte regelmäßig untersucht. Derzeit sei eine Veränderung in Braunlage aber kein Thema. Damit dies auch so bleibt, wäre die Aufstellung des Stopp-Schilds gut.
Doch Braunlage deckt auch so eine große Vielfalt an Möglichkeiten ab, betonte Tobias Stricker kürzlich auf GZ-Anfrage, der in Bad Sachsa eine Fahrschule betreibt und die Hochharzstadt als Unterrichts- und Prüfungsort nutzt. Unter anderem gebe es den „Grünen Pfeil“, verschiedene Ampelanlagen, Überquerungshilfen und mehrspurige Fahrbahnen. Gerade für seine Fahrschüler aus Wieda oder Zorge sei die Nähe zu Braunlage ideal. „Und in einer Zeit, in der die Führerscheine ohnehin immer teurer werden, wäre es das falsche Signal, wenn Braunlage nicht mehr Prüfungsort wäre“, meinte er.

Das nächste Stopp-Schild innerorts ist von Braunlage aus gesehen in der Wilhelm-Raabe-Straße in Hohegeiß. Foto: Eggers
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