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Neubau in der Altstadt

GZ Plus IconNeue St.-Annen-Brücke in Goslar soll gegen Hochwasser schützen

Die St.-Annen-Brücke in der Goslarer Altstadt soll erneuert werden.

Die St.-Annen-Brücke in der Goslarer Altstadt soll erneuert werden. Foto: Roß

Die St.-Annen-Brücke in Goslars Altstadt soll ersetzt werden. Laut Verwaltung ist der Neubau nötig, um bei Hochwasser ausreichend Durchfluss zu ermöglichen. Das Projekt erhielt im Bauausschuss einstimmige Unterstützung.

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Von Hendrik Roß
Mittwoch, 15.10.2025, 04:00 Uhr

Goslar. Die St.-Annen-Brücke in der Altstadt, auf der die Schielenstraße über die Abzucht verläuft, soll komplett ersetzt werden. Diese Information brachte die Stadtverwaltung mit in den Bauausschuss, der das Vorhaben einstimmig unterstützte, auch wenn es bisher weder Zeit- noch Kostenplan gibt.

Das Problem ist nicht etwa die Standfestigkeit – obwohl das Bauwerk sich nicht gerade in einem guten Zustand befindet. Der Neubau sei vielmehr aus Gründen des Hochwasserschutzes geboten, argumentiert die Stadtverwaltung.

Da der Durchfluss bei Hochwasser zu gering ist, soll aus Gründen des Hochwasserschutzes eine neue Brücke über die Abzucht entstehen.

Da der Durchfluss bei Hochwasser zu gering ist, soll aus Gründen des Hochwasserschutzes eine neue Brücke über die Abzucht entstehen. Foto: Roß

Die Untere Wasserbehörde habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches aufzeigt, welche Abflüsse in der Altstadt bei einem Hochwasser als beherrschbar eingestuft werden können, heißt es in der Beschlussvorlage. Dabei seien verschiedene Wassermengen simuliert worden. Im innerstädtischen Bereich sollte stets eine Abflussmenge von 11 Kubikmetern (also 11.000 Litern) pro Sekunde gegeben sein. Dieses Ziel hat die Verwaltung formuliert.

Der Knackpunkt

Und da liegt der Knackpunkt der St.-Annen-Brücke: „Die vorhandene Brückenkonstruktion ermöglicht diese Durchflussmenge nicht“, lautet das Ergebnis der Analyse. Die Gegebenheiten vor Ort würden zudem bauliche Veränderungen am Bestandsbauwerk stark begrenzen. Die Stadtverwaltung will nun überprüfen, ob ein verschlankter Neubau den Durchfluss erhöhen kann und in inwieweit eine „geringfügige Aufweitung des Flussbettes“ dabei helfen kann.

Dieses Mal ging es im Bauausschuss noch um einen Grundsatzbeschluss, daher liegen noch keine konkreten Zahlen oder Bauzeiten auf dem Tisch. „Durch ein Ingenieurbüro sind hier verschiedene Möglichkeiten als Einzellösungen oder aber auch in Kombination als Machbarkeitsstudien zu entwerfen und wirtschaftlich zu vergleichen“, beschreibt die Stadtverwaltung die nächsten Schritte. Zu beachten seien dabei die „erhöhten Anforderungen“ an eine neue Brücke, weil diese mitten im Unesco-Welterbe Goslarer Altstadt liegt.

Neben der Hochwasser-Problematik hat die St.-Annen-Brücke aber durchaus auch Schwierigkeiten in der Substanz. Seit 2023 gilt eine Tonnagenbeschränkung für Fahrzeuge auf 12 Tonnen. Bei einer Prüfung vor zwei Jahren erhielt die Brücke die Zustandsnote 3,0. Eine 1,0 bedeutet bei der Brückenbenotung einen sehr guten Zustand, bei einer 4,0 (ungenügender Zustand) besteht dringender Handlungsbedarf.

Abgesackt und abgeplatzt

Im Gutachten von 2023 für die St.-Annen-Brücke ist etwa von abgesackten Widerlagern, abgeplatzem Mauerwerk oder ausgespülten Fugen die Rede. Die Schäden hätten aber einen „nur geringen Einfluss“ auf die Standsicherheit, müssten aber mittelfristig beseitigt werden. Die Geländer seien zu niedrig, die Verkehrssicherheit „nicht voll gegeben“. Außerdem sei zu erwarten, dass die vorhandenen Schäden sich verschärfen oder auf weitere Bauteile ausbreiten. Die „Dauerhaftigkeit des Bauteils“ sei daher negativ beeinträchtigt. Jetzt soll ein Neubau Abhilfe schaffen.

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