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Neuer Fraktionschef

GZ Plus IconVor dem Wahlkampf: Was sich bei der SPD im Oberharz alles ändert

Ein Wahlplakat der SPD, im Hintergrund die Adolph-Roemer-Straße mit Plakaten weiterer Parteien.

Bald hängen auf der Adolph-Roemer-Straße wieder Wahlplakate. Es geht unter anderem darum, wer Bürgermeister in Clausthal-Zellerfeld wird. Foto: Neuendorf/Archiv

Nach dem Rückzug von Alexander Ehrenberg sortiert sich die SPD im Oberharz neu. Bürgermeisterkandidat Markus Finck ist neuer Fraktionschef. Was sich noch alles ändert.

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Von Sören Skuza
Donnerstag, 05.02.2026, 12:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Die SPD in Clausthal-Zellerfeld stellt sich neu auf. Der Ausgang der Kandidatenkür für die Bürgermeisterwahl im September hat Auswirkungen auf das Personal in der Fraktionsspitze. Gleichzeitig beginnt die Vorbereitung auf den bevorstehenden Wahlkampf. Wie es bei den Sozialdemokraten jetzt weitergehen soll.

Markus Finck

Markus Finck Foto: Klingebiel

Wie berichtet, haben die Oberharzer Genossen bei einer Mitgliederversammlung im Januar mehrheitlich entschieden, Markus Finck zum Bürgermeisterkandidaten zu ernennen. Sein Mitbewerber, der bisherige Fraktionsvorsitzende und langjährige Altenauer Ortsbürgermeister Alexander Ehrenberg, hatte angekündigt, seine Funktionen zur Verfügung zu stellen, um bis zur Wahl „in zweiter Reihe“ seine Mandate auszuüben.

„Geordneter Umbruch“

Mittlerweile hat die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Clausthal-Zellerfeld mit Markus Finck einen neuen Fraktionsvorsitzenden, wie er berichtet. Auch die bisherigen Stellvertreter Andreas Hoppstock und Carmen Mika hätten diese Funktion abgegeben. Neuer Vize in der SPD-Fraktion ist Christopher Fuhrmann. Der weitere Vize-Posten ist noch unbesetzt. Finck und Fuhrmann betonen im GZ-Gespräch, der Wechsel sei „sehr gesittet“ vonstattengegangen und sprechen von einem „geordneten Umbruch“.

Finck freue sich auf seine neue Aufgabe, auch wenn er augenzwinkernd erwähnt, dass er sie natürlich nur bis zur Wahl ausüben wolle. Für ihn sei es eine „Chance, Erfahrung zu sammeln“, etwa in den Gesprächen mit den anderen Fraktionen und Gruppen, und dabei noch etwas tiefer ins politische Geschäft hereinsehen zu können. Kurzum: „Ich freue mich drauf.“

Geänderte Strukturen

Aber nicht nur personell, sondern auch strukturell brechen andere Zeiten an, erinnert Christopher Fuhrmann. Denn: Bei den letzten Wahlen waren die Sozialdemokraten noch anders strukturiert. Altenau hatte noch eine eigene Ortsgruppe, die sich danach aber in den Clausthal-Zellerfelder Ortsverein eingegliedert hat. Für die Aufstellung der Listen war damals noch der Stadtverband federführend, Fuhrmann war damals Vorsitzender. Doch der Stadtverband hat sich zwischenzeitlich aufgelöst, um die gewachsene Doppelstruktur abzuschaffen. Darum, erklärt Fuhrmann, liege die Hauptverantwortung für die Listen mittlerweile beim Ortsverein und dessen Vorsitzendem Samuel Marfo.

Erste Gespräche hierzu würden bereits laufen. „Wir haben ein Talent dafür, Kandidaten aus dem Hut zu zaubern“, meint Fuhrmann. „Ich glaube, dass wir ordentlich Nachwuchs haben werden, sodass wir die Ratsfraktion verjüngen können“, ergänzt er. Und: „Petra Emmerich-Kopatsch wird ja nicht aus dem Telefonbuch der SPD verschwinden.“ Christopher Fuhrmann sehe die SPD im Oberharz „mit jungem Blut und viel Erfahrung gut aufgestellt“.

Themenfindung läuft

Und programmatisch? Eine Programmfindungskommission sei damit beschäftigt, Themen heranzutragen, die „sozial sind und dem Oberharz gut stehen werden“. Dabei müsse zunächst in Bereichen angesetzt werden, die seit der letzten Wahl noch nicht vollständig hätten umgesetzt werden können. Stichworte: Erschließung von Gewerbegebieten und Bauraum. Auch das Thema Familienfreundlichkeit werde die Partei weiterhin beschäftigen, so Fuhrmann. „Nur wenn unsere Kinder in Clausthal-Zellerfeld aufwachsen und bleiben, können wir gewährleisten, dass die Stadt wächst.“

„Nicht utopisch denken“

Insgesamt wolle Markus Finck da anknüpfen, wo Petra Emmerich-Kopatsch aufhören wird. Wichtig sei ihm auch, sagt Finck, „die einzelnen Ortsteile dichter zusammenzubringen“. Denn in der Gemeinschaft könne jeder Ortsteil besser funktionieren. Ja, um die Finanzen der Stadt stehe es nicht rosig. Aber: „Das, was wir machen, müssen wir auch finanzieren können“, meint Fuhrmann. Darum sei es wichtig, „nicht utopisch zu denken“ und „keine Wahlversprechen zu machen, die wir nicht halten können“.

„Sind nicht allein“

Trotzdem: Markus Finck betont, er bevorzuge es, lösungsorientiert zu arbeiten und nicht überall immer nur Probleme zu sehen. Es lohne sich, über den Tellerrand hinauszusehen. „Wir sind nicht allein auf dieser Welt“, so Finck, immerhin hätten andere Kommunen ähnliche Probleme und gingen unterschiedlich mit diesen um. Einen weiteren Schwerpunkt wolle Finck auf die Stärkung des Ehrenamtes setzen. „Man darf keine helfende Hand vergessen“, so der amtierende Stadtbrandmeister.

Wer wird Stadtbrandmeister?

Apropos: Was passiert mit diesem Amt, sollte Markus Finck gewählt werden? Theoretisch, räumt er ein, wäre es rechtlich sogar möglich, beide Funktionen auszuüben. Für Finck stehe das aber überhaupt nicht zur Debatte. „Ich bin kein Freund von Ämterhäufung, ich werde nicht beides machen“, meint er. Wer in dem Szenario neuer Stadtbrandmeister würde, sei aktuell völlig offen. Er gehe aber nicht davon aus, dass eine Neubesetzung Probleme verursachen würde. „Es gibt genügend Zeit, Lösungen zu finden.“

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