Zähl Pixel
Bei Oderteich

GZ Plus IconSchuss auf B4-Blitzer: Das ist bisher bekannt

Die neu installierte Blitzeranlage am B4-Abzweig bei Oderteich wird von Unbekannten durch eine Schusswaffe beschädigt.

Die neu installierte Blitzeranlage am B4-Abzweig bei Oderteich wird von Unbekannten durch eine Schusswaffe beschädigt. Foto: Nachtweyh

Die neue Blitzeranlage am B4-Abzweig Oderteich im Harz wurde durch einen Schuss arg beschädigt. Welche Erkenntnisse haben Polizei und Landkreis Goslar dazu bisher?

author
Von Berit Nachtweyh
Freitag, 06.03.2026, 04:00 Uhr
Erst Ende Februar war an der Bundesstraße 4, Höhe Abfahrt Oderteich, wie berichtet, eine neue Radarmessanlage installiert worden. Nur wenige Tage nach Inbetriebnahme des Blitzers wurde das Gerät durch einen Schuss beschädigt. Noch laufen die Ermittlungen der Polizei zu diesem Vorfall. Das ist bisher bekannt. Vermutlich im Tatzeitraum zwischen Sonntag, 1. März, und Dienstag, 3. März, hatte ein Unbekannter mit einer Schusswaffe auf die Geschwindigkeitsmessanlage geschossen, vermeldete die Polizei Braunlage am Dienstagmittag und bat mögliche Zeugen, sich zu melden. Bemerkt worden war der Schaden beim Landkreis Goslar, der Eigentümer des Gerätes ist und die Geschwindigkeitsmessungen auswertet. Bei einer Vor-Ort-Kontrolle der festgestellten „Störung“ in der Radaranlage am Dienstagvormittag fiel den Mitarbeitern der Kreisverwaltung das Einschussloch an der Rückseite des Gehäuses auf, daraufhin verständigten sie die Polizei.
Das Einschussloch an der Rückseite der Radaranlage bei geöffneter Tür des Gerätes.

Das Einschussloch an der Rückseite der Radaranlage bei geöffneter Tür des Gerätes. Foto: Nachtweyh

Gerät funktioniert noch

Am Mittwoch trafen sich Mitarbeiter von Polizei und Kreisverwaltung zu einer gemeinsamen Besichtigung des Tatorts auf dem Parkplatz an der Abfahrt Oderteich. Dabei wurde auch nach möglichen Spuren gesucht. Der Zeugenaufruf vom Dienstag sei erfreulicherweise nicht ohne Resonanz geblieben, so die Polizei. Ob die gemeldeten Beobachtungen beziehungsweise die vernommenen Schussgeräusche tatsächlich mit der Attacke auf den Blitzer in Zusammenhang stehen, müsse noch geklärt werden, die Ermittlungen dauern an. Weitere Zeugen können sich bei der Polizei unter Telefon (05520) 93260 melden.

Fest steht aber, dass der Blitzer weiterhin in Betrieb ist, erklärte Landkreis-Sprecher Maximilian Strache. „Er weist durch den Anschlag jedoch Beschädigungen auf, die repariert werden müssen“, so Strache. Der entstandene Schaden belaufe sich auf etwa 10.000 Euro und sei der Versicherung bereits gemeldet worden. Die Schäden sollen nun schnellstmöglich behoben werden.

Weitere Anschläge

Ein Einzelfall ist das mutwillige Beschädigen von Geschwindigkeitsmessanlagen nicht, wobei der Landkreis Goslar „glücklicherweise nur selten Opfer von Anschlägen“ dieser Art werde, sagt der Landkreissprecher: Im März 2022 wurde beim Blitzer auf der B6 an der Abfahrt Bad Harzburg das Gehäuse zerschlagen und die Kamera entwendet. Die Anlage war daraufhin rund ein Jahr nicht in Betrieb. Im August 2022 wurde ein Brandanschlag auf den Blitzeranhänger verübt.
Die Blitzeranlage an der B6 bei Bad Harzburg wurde im März 2022 zerstört und war ein Jahr außer Betrieb.

Die Blitzeranlage an der B6 bei Bad Harzburg wurde im März 2022 zerstört und war ein Jahr außer Betrieb. Foto: Archiv/Schlegel

Die Reparatur war umfangreich, die Anlage konnte bis Juni 2023 nicht eingesetzt werden. Und im Mai 2025 wurde bei der stationären Messanlage in Heimerode (Gemeinde Liebenburg) das Sicherheitsglas beschädigt. Die Anlage konnte jedoch nach rund einem Monat wieder in Betrieb genommen werden.

Ersatz für alte Technik

Am B4-Abzweig Oderteich war der alte Blitzer im November 2025 abgebaut worden. Er diente seit Jahrzehnten der Geschwindigkeitsüberwachung im Kreuzungsbereich der B4 – dort gilt Tempo 70. Die alte Anlage sollte, wie an anderen Tempomess-Stationen im Landkreis auch, durch eine modernere Technik ersetzt werden. Eigentlich war die Installation des neuen Gerätes schon für Jahresbeginn eingeplant, wegen der lang anhaltenden winterlichen Witterung verzögerte sich der Aufbau aber bis zur vorigen Woche.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region