Nach Ostern diskutiert Goslar weiter über Grundschulgrenzen
Wer darf künftig wo Platz nehmen? Goslar diskutiert weiter über seine Grundschulgrenzen. Foto: Christian Charisius/dpa (Symbol)
Direkt nach Ostern diskutiert Goslar weiter über seine Grundschulgrenzen. Für den 22. April lädt der Stadtelternrat zur Sitzung ein, will gern erst diskutieren, aber dann geheim an einer Stellungnahme feilen. Der Rücklauf aus den Schulen ist mau.
Goslar. Die Spannung steigt, der Rücklauf ist jedoch eher mau: Was soll in Goslar künftig mit den Grenzen für Grundschulen passieren? Der Stadtelternrat will wie berichtet am Dienstag nach Ostern eine neue Stellungnahme für die Ratspolitik erarbeiten. Die Elternräte von insgesamt elf Standorten der zehn Goslarer Grundschulen waren aufgefordert, ihrerseits bis zum 15. April ihre Sicht der Dinge einzubringen.
Fünf von zehn haben sich positioniert
Hälfte der Goslarer Grundschulelternräte will Grenzen behalten
Bis Ablauf der Frist waren laut der Vorsitzenden Franziska Posselt aber nur fünf Meldungen eingegangen. Und nun?
„Wir müssen sehen, ob wir einen Text hinbekommen, den am Ende alle tragen können“, sagt Posselt. Sonst könne es eben auch sein, dass sich das Gremium in der (Streit-)Frage enthält. Vielleicht trudeln über Ostern ja auch noch weitere Mails ein? Der Ablauf ist hingegen klar: Die Sitzung beginnt am 22. April um 19 Uhr in der Goetheschule. Seit Posselt 2021 übernommen hat, sei „noch nie ein Gast da gewesen“, sagt sie – jedenfalls über Schulleitungen und Verwaltung hinaus.
Öffentliche Fragen, geheimes Arbeiten
Was erwartet die Runde? Zunächst eine öffentliche Diskussion, in der auch Fragen gestellt werden können. Die eigentliche Stellungnahme soll allerdings erst im Anschluss unter Ausschluss der Öffentlichkeit erarbeitet werden. Um in Ruhe vorgehen zu können. Aber auch, weil die Verwaltung eine nicht öffentliche Behandlung angemahnt habe. Es geht am Ende um einen Beitrag für die Arbeitsgruppe zur Schulentwicklungsplanung, die ebenfalls immer nicht öffentlich tagt. Dieses Gremium will wie berichtet am 13. Mai für die Sitzung des Fachausschusses für Bildung, Familie und Soziales vorarbeiten, die am 22. Mai – dann endlich öffentlich – über die Frage diskutiert und abstimmt.
Die Debatte nimmt weiter Fahrt auf
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Vertreter für Stadt und Landkreis
Interessanter Nebenaspekt und gut zu wissen: Im Stadtelternrat haben auch Elternvertreter weiterführender Schulen Sitz und Stimme, obwohl die Stadt Goslar als Träger nur für die Grundschulen verantwortlich zeichnet und deshalb längst nicht alle Schulen Vertreter schicken. Wie andersherum aber auch Vertreter der Landkreis-Grundschulen und Schulen freier Träger im Kreiselternrat dabei sein und mitreden dürfen, auch wenn der Landkreis als Träger nur für die weiterführenden Schulen da ist.
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„Aktuell sind fünf Plätze für Grundschulen vorgesehen“, erläutert Landkreis-Sprecherin Marieke Düber und bestätigt die Vorsitzende Peggy Plettner-Voigt, die auf entsprechende Paragraphen im Schulgesetz verweist. Im selben Tenor hatte auch schon Stadt-Sprecherin Daniela Siegl geantwortet, als diese Frage kurzfristig für Irritationen gesorgt hatte.