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Projekt „Gesa“

GZ Plus IconHalberstädter nehmen sich Bad Harzburgs Schülerlotsen zum Vorbild

Seit fast zwei Jahren leisten in Bad Harzburg Freiwillige Lotsendienst vor den Grundschulen.

Seit fast zwei Jahren leisten in Bad Harzburg Freiwillige Lotsendienst vor den Grundschulen. Foto: Schlegel/GZ-Archiv

Seit fast zwei Jahren gibt es in Bad Harzburg Schulweghelfer. Das Projekt ist ein Erfolg und weckt nun Nachahmer-Interesse. Wie es dazu kam.

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Von Christoph Exner
Freitag, 27.02.2026, 10:00 Uhr

Bad Harzburg/Halberstadt. Das Bad Harzburger Schülerlotsenprojekt „Gesa“ („Gemeinsam einfach sicher ankommen“) ist ein Erfolg. Das wurde nun schon mehrfach festgestellt und berichtet. Nun scheint diese Erkenntnis aber auch andernorts angekommen zu sein: In Halberstadt möchte man ebenfalls ein Team aus Schulweghelfern aufstellen, und zwar nach Bad Harzburger Vorbild. Darüber berichtete jüngst auch das Halberstädter Tageblatt.

Bevor es „Gesa“ gab, kam es vor den Bad Harzburger Schulen immer wieder zu gefährlichen Situationen, insbesondere ausgelöst durch „Elterntaxis“, die Kinder oft direkt vor der Schultür absetzten. Gleiches Problem bestehe gegenwärtig auch in Halberstadt, heißt es in dem Zeitungsbericht. Dort würden die Autos auf dem Gehweg oder in zweiter Reihe halten und Kindern, die zu Fuß zur Schule kommen, die Sicht versperren. Jüngst sei es dort sogar zu einem Unfall gekommen, bei dem ein 15-jähriges Mädchen von einem Auto gestreift und verletzt wurde. Trotz wiederholter Hinweise über Elternbriefe und die Schulcloud sowie gelegentlicher Kontrollen durch das Ordnungsamt habe sich langfristig gesehen an der Situation nichts geändert.

Aufmerksam geworden über Facebook

Jenen Zustand beklagte nun eine Mutter in einer Halberstädter Facebook-Gruppe. Gesehen wurde ihr Beitrag vom Bad Harzburger Andreas Baake, Ratsmitglied und ebenfalls Schulweghelfer. Dieser schrieb einen Kommentar und verwies darin auf das „Gesa“-Projekt.

Entstanden ist dieses übrigens durch eine gemeinsame Initiative des Stadtelternrats, der Stadtjugendförderung, der Verkehrswacht und der Polizei. Die Schulweghelfer leisten ihren Dienst ehrenamtlich, werden aber durch die Verkehrswacht ausgestattet und sind während ihrer Tätigkeit über das Land Niedersachsen versichert.

In Halberstadt erregte dieses Modell offenkundig Interesse. Eine Mutter, Doreen Bauer, suchte den Austausch mit Baake und holte sich Informationen über „Gesa“ ein. Gleichzeitig startete sie bei Facebook einen Aufruf, um Mitstreiter zu gewinnen und wandte sich an Halberstadts Oberbürgermeister Daniel Szarata und die Stadtverwaltung. Ihr Ziel: Eltern, Polizei, Ordnungsamt, Schulen und Stadt an einen Tisch bringen. Am Mittwoch nun gab es einen ersten gemeinsamen Austausch. Ende März ist zudem ein Treffen mit den Bad Harzburger Schülerlotsen in Halberstadt geplant. Die Stadt Halberstadt nehme die Sorgen der Eltern sehr ernst, wird Stadtsprecher Holger Wegener im Halberstädter Tageblatt zitiert.

Nach wie vor Helfer gesucht

Dass Facebook-Posts mit dem Hinweis auf Missstände alleine nichts ausrichten, weiß Andreas Baake auch aus Bad Harzburg. Was es brauche, sei ein lösungsorientierter Austausch, direkte Kommunikation mit den zuständigen Stellen beziehungsweise das Zusammenbringen aller Beteiligten und jemanden, der ein solches Treffen anstößt. In der Kurstadt hat das geklappt. „Gesa“ gibt es nunmehr seit fast zwei Jahren. Die Schulweghelfer stehen vor der Gerhart-Hauptmann-Schule, der Außenstelle in Westerode sowie der Grundschule Bündheim. Von Schülern bis Rentnern sind unter den Freiwilligen alle Altersgruppen vertreten. Dank der kurzen Drähte in den Stadtrat und zur Stadtverwaltung konnten die Schulwege mittlerweile und sehr kurzfristig auch baulich sicherer gestaltet werden (die GZ berichtete).

Trotz der Erfolge ist das Schülerlotsenprojekt jedoch fragil. Nach wie vor braucht es weitere freiwillige Helferinnen und Helfer, denn hin und wieder muss der eine oder andere seinen Dienst aus beruflichen Gründen wieder quittieren.

Wer sich am Projekt „Gesa“ beteiligen möchte, kann sich beim Jugendtreff unter der Telefonnummer (0 53 22 8 76 73, beim Stadtelternrat unter der E-Mail-Adresse stadtelternrat.badharzburg@gmail.com oder direkt in den Grundschulen melden.

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