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Katastrophale Bedingungen

GZ Plus IconBraunlage überfüllt: Zu viel Schnee und zu viele Besucher

Das Foto zeigt Autos, die mitten auf der Kreuzung parken.

Die Autos parken am Sonntag mitten auf der Kreuzung Brunnenbachsweg/Tanner Straße in Braunlage. Foto: Eggers

Sogar die Polizeiausfahrt in Braunlage ist am Wochenende kurzzeitig zugeparkt worden. Zu viele Gäste und zu viel Schnee sorgten für teilweise katastrophale Bedingungen.

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Von Michael Eggers
Montag, 05.01.2026, 19:45 Uhr

Braunlage. Lange hat Braunlage auf so viel Schnee gewartet. Doch am Wochenende war es offenkundig zu viel der weißen Pracht. Die Räumdienste kamen in Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß nicht mehr nach, der Parkraum wurde knapp, und es ereigneten sich nach Mitteilung der Polizei auch neun Verkehrsunfälle im Stadtgebiet, bei einem wurde ein zehnjähriges Mädchen leicht verletzt.

Das Foto zeigt einen Schneepflug, der Schnee räumt.

Die Schneepflüge sind am Wochenende auch in St. Andreasberg im Dauereinsatz. Foto: Privat

Vor allem die Schneeverwehungen haben für Probleme gesorgt, teilt auf Anfrage Justus Teicke, der Leiter der Städtischen Betriebe Braunlage (SBB) mit. „Wir waren im Dauereinsatz“, berichtet er. Der heftige Wind habe dann immer wieder die geräumten Fahrbahnen, Zufahrten und Parkplätze zugeweht, sodass es ausgesehen habe, als wäre der Räumdienst noch gar nicht durchgefahren. Für zusätzliche Probleme hätten zwei Lastwagen und ein Traktor gesorgt, die kurzfristig kaputtgegangen seien. Zudem habe es auch Krankmeldungen beim Personal gegeben.
Das Foto zeigt Kinder, die sich ein Iglu bauen.

Für Freude sorgt der viele Schnee bei den Kindern, die sich wie im Bild an der Straße „Am Brandhai“ ein Iglu bauen. Allerdings ragt das temporäre Bauwerk ziemlich weit auf die Fahrbahn. Foto: Eggers

Bei der Feuerwehr aktiv

Und auch das hohe Verkehrsaufkommen habe den SBB-Mitarbeitern Probleme bereitet. Gerade das Umfahren von Autos, die tagelang auf Parkplätzen standen, sorgte für Schwierigkeiten beim Räumdienst. Teicke betont in diesem Zusammenhang, dass, anders als es in der Stadt die Runde machte, auch das Feuerwehrhaus in Braunlage stets angefahren werden konnte. „Viele unserer Mitarbeiter sind bei der Feuerwehr aktiv und achten darauf, dass die Zufahrt frei ist“, unterstreicht er.

Das Foto zeigt einen vollbesetzten Parkplatz.

Der Parkraum wie auf dem Parkplatz Marktstraße wird am Wochenende schnell knapp. Foto: Eggers

Vor allem in Braunlage und Hohegeiß ärgerten sich viele Bürger über die Schneeräumung, und das auch vor dem Hintergrund, dass der Rat gerade die Straßenreinigungsgebühren erhöht hat, mit denen der Winterdienst finanziert wird. In Braunlage sollen laut Anwohnern viele Nebenstraßen und Parkplätze überhaupt nicht geräumt worden sein, wie beispielsweise der an der Schule oder am Freitagabend der Großparkplatz am Eisstadion, sodass viele Eishockeyfans Probleme hatten, nach dem Spiel gegen die Salzgitter Icefighters nach Hause zu kommen. Im Bereich der Herzog-Johann-Albrecht-Straße/Am Jermerstein haben kurzerhand Vermieter am Wochenende die Fahrbahn selbst geräumt, sodass die Gäste an- und abreisen konnten.
Das Foto zeigt ein Räumfahrzeug in der Marktstraße in Braunlage.

Die Räumfahrzeuge kommen am Wochenende wie im Bild in der Marktstraße kaum hinterher. Foto: Eggers

Nur halbseitig befahrbar

In Hohegeiß erwiesen sich die Zu- und Abfahrten zum Hotel „Panoramic“ als Nadelöhr. An den Steigungsstrecken hingen immer wieder Fahrzeuge fest, die dann auch den Räumdienst blockierten. An der Kreuzung Lange Straße/Hindenburgstraße war ein Bereich am Wochenende nur halbseitig passierbar, sodass es auch da zu Verkehrsbehinderungen kam.

Nicht ganz so kritisch beurteilen die St. Andreasberger die Situation. In der Bergstadt haben die SBB am Wochenende früh damit begonnen, den Schnee an den Seitenrändern abzufahren, und so für eine Entschärfung der Situation gesorgt, heißt es. Allerdings ist auch zwischen Jordanshöhe und Matthias-Schmidt-Berg der Parkraum knapp geworden. Und das wiederum sorgte für Schwierigkeiten bei der Schneeräumung.
Das Foto zeigt eine zugeschneite Straße.

Die Straße „Am Bahnhof“ in Braunlage ist am Samstag gegen 15.30 Uhr laut Anwohnern immer noch nicht geräumt worden. Foto: Eggers

Den Begriff „Verkehrschaos“ will die Polizei in Braunlage für das, was sich am Wochenende im Oberharz abspielte, zwar nicht verwenden, die Situation war aber „sehr schwierig“, wie die Beamten auf Anfrage mitteilen. Schnell waren alle Parkplätze in Torfhaus, Oderbrück und auch Braunlage erschöpft. Die Besucher stellten ihre Wagen daraufhin nahezu überall ab. Sogar die Ausfahrt der Polizeistation war kurzzeitig zugeparkt. Der Halter konnte aber schnell ermittelt werden, fuhr dann weg und hat auch noch ein Knöllchen des Ordnungsamts der Stadt Braunlage erhalten.

Am Brunnenbachsweg/Tanner Straße haben fünf Autos mitten in der Kreuzung geparkt, dabei kann die Tanner Straße hinauf geparkt werden. Weiter sind auch viele Einfahrten von Anwohnern zugestellt worden.

Von hinten aufgefahren

Das hohe Verkehrsaufkommen hat aber auch immer wieder für Staus gesorgt. Trotz der sogenannten intelligenten Ampel standen am Wochenende die Autos die Elbingeröder Straße bis zur Kreuzung Großen Wurmbergstraße hinauf. Und der Andrang zum Parkplatz Hexenritt war am Wochenende zeitweise so groß, dass die Zufahrt gesperrt worden ist. Über die sozialen Medien sind die Besucher deshalb auch darum gebeten worden, den Skibus zu nutzen.

Wegen der Schneeglätte ist es am Wochenende auch zu neun Verkehrsunfällen gekommen. Dabei ist bei einem Unfall am Sonntagabend ein zehnjähriges Mädchen aus Bremerhaven bei einem Auffahrunfall zwischen Torfhaus und Bad Harzburg leicht verletzt worden. Das Kind saß mit ihren Eltern im Autos, als von hinten ein Auto aus Braunschweig auf der Gefällstrecke am Torfhausberg in den Wagen davor hineinrutschte.

Vier weitere Unfälle haben sich laut den Beamten auf der Kreisstraße 68 ereignet, der Strecke zwischen Braunlage und B4-Abfahrt-Nord, und jeweils ein Unfall auf der Straße Pfaffenstieg in Braunlage, zwei im Bereich Sonnenberg und ein weiterer im Stadtgebiet, bei denen aber jeweils nur Blechschaden entstanden sei.

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