Ratsgymnasium Goslar: Neue Rückschläge beim Oberstufen-Bau
Sehnsuchtsort Zehntstraße: Wo ab dem Sommer die Oberstufe des Ratsgymnasium unterkommen soll, gibt es aktuell (Gutachter-)Streit um bereits verlegte Fußböden. Foto: Heine
Das Ratsgymnasium treiben Raumsorgen um. Bei Fußböden und Elektrik gab es Rückschläge beim Oberstufen-Bau. Was, wenn das Gebäude nicht pünktlich im Sommer fertig wird?
Goslar. Zittern wegen der Zehntstraße und der Wunsch nach Schutz vor der Sonne: Die neue Direktorin Dr. Silke Köstler-Holste treiben am Ratsgymnasium derzeit zwei akute Sorgen um, die mit der besonderen Raumsituation der Traditionsschule zu tun haben.
Erstens: Nachdem die Container im Schulgarten nach den Herbstferien verschwunden sind, können die Schüler im Anbau bei Sonneneinfall auf den digitalen Boards nichts mehr erkennen.Neuer Einzugstermin
Ratsgymnasium Goslar: Container verschwinden, Umzug erst später
Landkreis hält am Terminplan fest
„Die Terminplanung wird fortlaufend überprüft und an den Baufortschritt angepasst“, schreibt Landkreis-Sprecher Maximilian Strache Anfang dieser Woche dazu. Weiter heißt es: „Nach dem aktuellen Bauablaufplan ist die Gesamtfertigstellung und die Übergabe des Gebäudes an die Schule weiterhin zum Beginn des Schuljahres 2026/27 vorgesehen“.Schulzentrum Goldene Aue
Haken dran: Der teuerste Neubau der Goslarer Landkreis-Geschichte
Strache räumt allerdings auch unumwunden ein, dass der Ablauf in der Tat zuletzt nicht reibungslos funktioniert hat. Ein Knackpunkt sind die bereits verlegten Fußböden. Dort sieht der Landkreis laut Strache eine „massive Schlechtleistung des Bodenlegers“, weshalb der Auftrag gekündigt worden sei. Ortstermine mit Fußboden- und Kleberhersteller hätten stattgefunden, ein externes Gutachten zur fachlichen und rechtlichen Beurteilung sei in Auftrag gegeben. Parallel seien die Planer dabei, die Unterlagen zu überarbeiten. Ziel ist es laut Strache, die Arbeiten zügig neu auszuschreiben und zu vergeben, um den Termin zu Beginn des Schuljahres einzuhalten. Hier schwingen offenbar noch Zweifel mit.
Zuversicht bei der Gebäudeelektrik
Ein zweites Problemfeld ist die Gebäudeelektrik. Dort ist laut Strache ein Wechsel des Unternehmens erfolgt, da der bislang tätige Elektriker sein Geschäft aufgegeben habe. „Gespräche mit beiden Geschäftsleitungen waren zielführend, sodass die Fertigstellung dieses Gewerks termingerecht erfolgen kann“, erklärt Strache – das klingt schon weit entschiedener.Neuer Einzugstermin
Ratsgymnasium Goslar: Container verschwinden, Umzug erst später
„Wir brauchen die Räume deshalb so dringend, weil ein vergleichsweise kleiner Abiturjahrgang abgeht und mehr Schüler nachrücken“, sagt Köstler-Holste. Das Ratsgymnasium zählt laut Statistik 569 Schüler in 30 Klassen und ist in den Jahrgängen zehn und zwölf (der allein 80 Schüler zählt) besonders stark vertreten. Sie bilden im nächsten Jahrgang mit dem aktuellen elften Jahrgang die Oberstufe und sollen an der Zehntstraße ihr neues Domizil beziehen.
Viele kleine Räume
Das denkmalgeschützte Stammhaus hat bekanntlich mit der Besonderheit zu kämpfen, dass bei allem historischem Charme viele Räume von der Größe her heutigen Standards nicht entsprechen. Laut Köstler-Holste gibt es nur sechs Räume, die mehr als 50 Quadratmeter groß sind. Außerdem ist geplant, im neuen Schuljahr zwei Klassenräume zu Computerräumen umzugestalten. Und wenn der Termin nicht eingehalten wird? Müssen laut Köstler-Holste auf alle Fälle die roten Container auf dem vorderen Pausenhof stehenbleiben. Die sind aber teils schon für andere Zwecke verplant. Und selbst mit diesen Containern wären längst nicht alle Probleme gelöst.
Freier Lichteinfall: Weil die Container nicht mehr vor der Sonne schützen, ist die Sicht auf die digitalen Boards in den Klassenräumen oft massiv eingeschränkt. Foto: Heine
Container als Blendschutz
Das Verschwinden der schwarzen Mietcontainer im Schulgarten hat im November ein neues Feld aufgetan, das wie berichtet auch der Realschule und dem CvD-Gymnasium im neuen neugebauten Schulzentrum Goldene Aue große Schwierigkeiten bereitet und laut Schulseite zeitnah gelöst werden muss. Die neuen Digitalboards vertragen keinen massiven Lichteinfall. Scheint die Sonne hinein, können Schüler und Lehrer nichts mehr sehen. In Zeiten von Kreide und Schiefertafel gab es das nicht. Auch Köstler-Holste mahnt wie ihre Pendants Holger Ritzke (CvD) und Ulrike Eilers (Realschule) eine rasche Lösung an. Dem Landkreis ist das Problem am Ratsgymnasium bekannt und soll laut Strache „mit einer innenliegenden Verschattung gelöst werden“. Entsprechende Mittel würden für den Haushalt 2027 eingeplant. Ein Zeitfenster, das Köstler-Holste nicht wirklich zufrieden stellen dürfte.
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