Postbank an Goslarer Klubgartenstraße schließt im Laufe des Jahres
Pakete schleppen nur noch bis 6. April: Die Postbank-Filiale an der Klubgartenstraße stellt danach sämtliche Brief-und Paket-Dienstleistungen ein. Foto: Epping
Ab 7. April gibt es an der Klubgartenstraße keinen Postservice mehr. Im Laufe des Jahres schließt auch die Postbankfiliale endgültig. Was steckt dahinter?
Goslar. Postkunden können bald keine Einschreiben und Pakete mehr an der Klubgartenstraße abgeben. Die dortige Postbankfiliale stellt zum 7. April 2026 die Dienstleistungen für Deutsche Post und DHL ein, die bisher dort verfügbar waren. Mit einem Info-Zettel klärt die Postbank ihre Kunden über die Änderungen auf. Was nicht darauf steht: Im Laufe des Jahres will die Bank die komplette Filiale schließen und sich vollends aus Goslar zurückziehen.
Erst das Post-Aus, dann die komplette Schließung
Einen genauen Termin für das Ende gebe es noch nicht, erklärt ein Sprecher der Postbank auf GZ-Nachfrage. Bis zur Schließung sollen Schalter und SB-Bereich für die Kunden zur Verfügung stehen. Wer weiterhin persönlichen Beratungsbedarf hat, muss nach der Schließung die 33 Kilometer entfernte Filiale in Salzgitter aufsuchen.
Was wird aus den Beschäftigten?
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Goslar, die genaue Anzahl wird „aus Sicherheitsgründen“ nicht genannt, seien betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen worden, teilt die Postbank mit.
Eröffnung im Februar
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Die Angestellten würden „in anderen Filialen oder einem der regionalen Beratungscenter, die wir für die Beratung per Video und Telefon aufbauen“, unterkommen. Auch Modelle wie Altersteilzeit oder Abfindungen seien möglich.
Strategie „Mobile First“ statt Filialnetz
Als Grund für die Filialschließung nennt der Postbanksprecher die mittelfristige Ausrichtung des Kreditunternehmens in eine „Mobile-First“-Bank. Das Vertriebsnetz werde laufend geprüft und angepasst, Online-Angebote „zunehmend stärker genutzt“.
Dennoch solle vor allem die Bargeldversorgung sichergestellt werden, auch wenn der Geldautomat an der Klubgartenstraße verschwindet. Die Automaten von Deutscher Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank könnten von Postbank-Kontoinhabern kostenfrei genutzt werden.
Postdienst künftig im Einzelhandel
Für Post-Kunden gibt es die Empfehlung, ab dem 7. April die Filialen der Altstadt in der Breiten Straße 91 oder in der Marktstraße 32 aufzusuchen. In beiden Fällen handelt es sich um Einzelhandelsgeschäfte, in die der Brief- und Paketservice integriert wird. An der Breiten Straße gibt es so eine Kombi-Filiale bereits, an der Marktstraße soll sie laut Info-Zettel am 1. April öffnen. Das bestätigt auch Post-Sprecher Stefan Laetsch.
Zwei Unternehmen – ein Standort
Genau genommen ist auch die Postbank an der Klubgartenstraße ein reiner Dienstleister der Deutschen Post, auch wenn das auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen ist. Postbank und Deutsche Post sind zwei komplett voneinander getrennte Unternehmen, das Kreditinstitut ist mittlerweile eine Tochter der Deutschen Bank.

Auf dem augenfälligen Gebäude an der Klubgartenstraße steht zwar Post dran, es ist aber keine Post drin, sondern eine Postbankfiliale. Foto: Epping
Da die Postbank-Filiale aber derzeit noch im Gebäude der ehemaligen Goslarer Hauptpost an der Klubgartenstraße untergebracht ist und Kunden dort am Schalter bedient werden, ist diese Trennung nicht allzu offensichtlich. Das könnte auch daran liegen, dass auf dem Gebäude immer noch ein fettes Logo der Deutschen Post zu sehen ist.
Viele Fragen bleiben offen
Doch viel mehr dürfte interessieren, was das Ende des Post-Services an der Klubgartenstraße für die Kunden bedeutet? Laut Presssprecher Laetsch sei die Versorgung in Goslar weiterhin sehr gut. Die beiden Alternativ-Standorte in der Altstadt und die Postfiliale im Edeka-Markt an der Hildesheimer Straße würden dieselben Serviceleistungen wie in der Klubgartenstraße anbieten.
Gerade in der Vorweihnachtszeit bildeten sich dort regelmäßig lange Schlangen vor den Schaltern an der Klubgartenstraße, der große Parkplatz war rappelvoll. Viele Weihnachtspäckchen wollten verschickt werden. Laetsch rechnet damit, dass die Kundenströme sich in Zukunft auf die drei genannten Standorte verteilen.
Wie geht es mit dem Gebäude weiter?
Die Zukunft des auffälligen Filial-Gebäudes ist offen, die Postbank sei dort nur als Mieter angesiedelt, so der Pressesprecher. Als Hauptpost ausgedient hat das Gebäude an der Klubgartenstraße bereits seit Juli 2012. Damals zog der gelbe Brief- und Paketdienst mit seinen Zustellern in eine neu errichtete Halle in der Baßgeige, nur die Postbank blieb. Ein Fitnessstudio zog im Januar 2014 in die alte Post. Auch ein Tanzstudio hat sich dort niedergelassen. Die Zeit der Postbank ist indes so gut wie abgelaufen.
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