Oberharzer Bergwerksmuseum: Mit neuem Pächter geht’s voran
Im Oberharzer Bergwerksmuseum sind die Türen zu, aber heute geht der Betrieb wieder los. Foto: Neuendorf
Fast wären im Oberharzer Bergwerksmuseum für immer die Lichter ausgegangen. Doch jetzt geht es wieder voran. Mit neuem Pächter und gewohntem Konzept.
Clausthal-Zellerfeld. Nach vier Wochen Schließzeit um den Jahreswechsel herum öffnet das Oberharzer Bergwerksmuseum für Besucherinnen und Besucher ab heute wieder seine Türen.
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Gut Ding will Weile haben: Nachdem sich im Herbst vergangenen Jahres abzeichnete, dass Mitglieder des Oberharzer Geschichts- und Museumsvereins das Fortbestehen des Oberharzer Bergwerksmuseums sichern würden, hatten sie alle Hände voll zu tun. Unter anderem musste erst einmal eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet werden. Immerhin drängte die Zeit: Der Betriebsführungsvertrag zwischen der Stadt – der die Räumlichkeiten gehören – und der Stiftung, die seit 2013 die Geschicke im Museum lenkte, endete am 31. Dezember.
Pachtvertrag wird nachgereicht
Der Rat der Stadt machte den Weg für die Museumsgesellschaft am 4. Dezember frei, indem er mehrheitlich zugestimmt hat, dass die Gesellschaft die Räumlichkeiten pachten darf. Einen Pachtvertrag gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dieser muss im Laufe des ersten Halbjahres noch nachgereicht werden. Und auch die Gesellschaft hat sich noch in Gründung befunden. Am 19. Dezember schließlich wurde beim Notar in Osterode der Gesellschaftervertrag der Oberharzer Bergwerksmuseum gGmbH beurkundet, Geschäftsführer sind Axel Funke und Justus Teicke.
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Bereits einige Tage zuvor hatte das Museum den Betrieb vorläufig eingestellt. Jetzt teilen die Geschäftsführer freudig mit, dass Besucher ab dem heutigen Donnerstag wieder durch die Räumlichkeiten an der Bornhardtstraße streifen können. Laut Geschäftsführer Teicke gelten die gewohnten Öffnungszeiten des Museums, also in den Wintermonaten dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr. Ebenso soll es wie zuvor auch schon zweimal am Tag Führungen durch das Museum und das Schaubergwerk geben.

Ganz so voll wie zur Weihnachtsschicht wird es zur Wiedereröffnung wahrscheinlich nicht, aber immerhin der Normalbetrieb ist gesichert. Foto: GLC/Archiv
Tradition bleibt erhalten
Schon Ende vorigen Jahres hatten Teicke und Funke angekündigt, sowohl Kassenpersonal als auch Honorarführer „möglichst zu gleichen Bedingungen“ übernehmen zu wollen. „Auch die Außenbereiche, vor allem die Tagesförderbahn, der Ottiliae-Schacht und der Rosenhof, sollen weiterhin – soweit wirtschaftlich darstellbar – bespielt werden“, hieß es. Eine wissenschaftliche Leitung hingegen hat das Oberharzer Bergwerksmuseum seit dem Jahreswechsel nicht mehr.
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Nicht abschließend geklärt ist die Frage nach der statischen Ertüchtigung der Gebäude. Diese befinden sich im Eigentum der Berg- und Universitätsstadt, die bekanntermaßen nicht die Mittel hat, eine vollständige Sanierung des Hauptgebäudes in der Bornhardtstraße 16 umzusetzen. Bei einer Mitgliederversammlung des Museumsvereins im November allerdings zeigte sich Justus Teicke – der im Verein auch Kassenwart ist – zuversichtlich, dass die statischen Probleme auch kostengünstiger zu lösen seien, sodass der Betrieb normal weitergehen könne. Das Nebengebäude in der Bornhardtstraße 14 ist zwar mittlerweile fast vollständig rundumerneuert. Im Erdgeschoss ist allerdings weiterhin das Welterbe-Informationszentrum der Stiftung. Der Vertrag läuft noch bis 2037.
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