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GZ Plus IconTüren zu im Oberharzer Bergwerksmuseum: Wie soll es weitergehen?

Das Oberharzer Bergwerksmuseum liegt im Nebel.

Zum Jahreswechsel ist die Welterbe-Stiftung nicht mehr Betreiber des Oberharzer Bergwerksmuseums. Foto: Neuendorf

Seit zwei Wochen ist das Oberharzer Bergwerksmuseum zu. Doch bald könnte es weitergehen, die neuen Geschäftsführer stehen bereit. Die GZ beantwortet alle offenen Fragen.

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Von Sören Skuza
Dienstag, 30.12.2025, 04:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Aktuell ist das Oberharzer Bergwerksmuseum noch geschlossen. Bevor die neue gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) den Betrieb übernimmt, stehen für die Aktiven noch Aufgaben an. Die neuen Geschäftsführer erklären, wie es weitergeht.

Was ist die Ausgangslage?

Der Rat der Berg- und Universitätsstadt hatte im Dezember 2024 beschlossen, die Stiftung Welterbe im Harz künftig nicht mehr mit dem Betrieb des Museums zu betrauen. Nachdem einige Optionen ausgelotet worden waren, zeichnete sich im September dieses Jahres ab, der Oberharzer Geschichts- und Museumsverein (OGMV) werde in die Bresche springen, indem die Mitglieder eigens eine gGmbH gründen, die den Museumsbetrieb aufrechterhalten soll. Der Rat hat, wie berichtet, in seiner Sitzung am 4. Dezember den Weg dafür freigemacht.

Wer finanziert das?

Seit dem 15. Dezember sind die Tore des Oberharzer Bergwerksmuseums nun schon geschlossen – jedenfalls für Besucher. Die Mitglieder des Vereins sind mit Tatendrang dabei, damit der Betrieb bald wieder aufgenommen werden kann. „Oberharzer Bergwerksmuseums gGmbH startet zum Jahresanfang durch“ lautet der hoffnungsfrohe Titel einer ersten offiziellen Pressemitteilung der Gesellschaft. Demnach habe ein Notar den Gesellschaftervertrag mittlerweile beurkundet.

„Alleiniger Gesellschafter ist vorläufig der OGMV, der auch das Stammkapital von 25.000 Euro zur Verfügung stellen wird“, heißt es in der Mitteilung. Und weiter: „Dank einer Erbschaft können diese Mittel vom Verein aufgebracht werden. Die Stadt wird aus den Mitteln der Gästebeiträge die neue Gesellschaft als touristische Einrichtung unterstützen.“

Die Grundlage dafür hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung geschaffen. 200.000 Euro sollen laut Beschluss jährlich für das Museum bereitgestellt werden, indem die Gästebeiträge angehoben werden. Heißt: Touristen zahlen pro Übernachtung statt bisher 2,80 Euro in Zukunft 3 Euro. Zudem fließt in die Kalkulation eine Überdeckung aus 2023 ein.

Wann ist die Neueröffnung?

Ursprünglich angedacht war eine Eröffnung zum 1. Januar. Aus Vereinskreisen war aber auch schon Anfang des Monats zu hören, dass das ein sportliches Unterfangen werden könnte, schon allein wegen der Feiertage. „Da aktuell noch einige weitere Dinge zu regeln sind, wird das Museum wahrscheinlich erst um den 15. Januar 2026 wieder für den Besucherbetrieb öffnen können“, heißt es jetzt von der Museumsgesellschaft.

„Geplant ist, den Museumsbetrieb zunächst wie bisher mit ähnlichen Öffnungszeiten und mindestens zwei Führungen am Tag fortsetzen zu können“, schreiben die Verantwortlichen weiter. „Auch die Außenbereiche, vor allem die Tagesförderbahn, der Ottiliae-Schacht und der Rosenhof, sollen weiterhin – soweit wirtschaftlich darstellbar – bespielt werden.“

Was passiert mit den Mitarbeitern?

Schon recht weit am Anfang des Prozesses wurde klar, dass das Museum unter diesen Umständen als touristische Einrichtung weitergeführt wird, ohne Anspruch auf eine wissenschaftliche Leitung. Im Klartext heißt das: Die Stelle von Museumsleiter Ulrich Reiff fällt weg. Die Museumsgesellschaft stellt in ihrer Pressemitteilung darüber hinaus klar: „Das Kassenpersonal und auch die Honorarführer sollen möglichst zu gleichen Bedingungen übernommen werden.“ Die „bewährten Kräfte“ Lena Stöckemann und Jennifer Horscht würden künftig „mehr Verwaltungsaufgaben bewältigen müssen“.

Axel Funke und Justus Teicke übernehmen indes die Geschäftsführung der neu gegründeten Museumsgesellschaft. „Sie werden diese Aufgabe eher auf ehrenamtlicher Basis beziehungsweise im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses ausüben“, schreibt die Gesellschaft. „Axel Funke und Justus Teicke sind bereits seit vielen Jahrzehnten Mitglied im Oberharzer Geschichts- und Museumsverein und auch schon lange in dessen Vorstand aktiv.“

Die neuen Geschäftsführer der Museumsgesellschaft, Justus Teicke und Axel Funke, stehen vor der Eingangstür des Oberharzer Bergwerksmuseums.

Justus Teicke und Axel Funke übernehmen die Geschäftsführung der neuen Museumsgesellschaft. Foto: Privat

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