Queeres, Köstliches und Kunstvolles zum Start ins Jahr 2026
Miriam Bettin hält ihre erste Rede auf einem Neujahrsempfang des Vereins zur Förderung moderner Kunst vor zahlreichen Gästen. Foto: Zietz
180 Gäste kamen zum Neujahrsempfang des Vereins zur Förderung moderner Kunst, der mit Miriam Bettin, junge Direktorin des Mönchehaus-Museums, neue Wege beschreiten wird.
Goslar. Florian Haacke empfahl „Blutorange gegen die Kälte“ und meinte wohl weniger das Vitamin C als vielmehr die alkoholische Komponente des Begrüßungsschlucks, den er traditionell im Sinne von Museumsgründer Peter Schenning, allerdings ohne Mönchskutte, an die sukzessive eintreffenden Gäste des Neujahrsempfangs vom Verein zur Förderung moderner Kunst (VFK) im Mönchehaus ausgab. Das Kloster Wöltingerode hatte auch noch eine Pflaumenvariante sowie zwei klare Schnäpse bereit gestellt; ein kleiner Eisbrecher für eine Party, die erst nach Mitternacht endete.
Zwei fleißige Ehrenamtliche des VFK: Ulrike Haacke hat ihrem Mann gerade das Tablett mit den Begrüßungsschnäpsen abgenommen; links neben ihr lächelt Barbara Tidow in die Kamera. Foto: Zietz
Ein Hauptgewinn
Dazu passte zweifelsohne eine Tradition, die aufrecht erhalten wurde, die große Tombola, mit der das Mönchehaus jedes Jahr gegen Bares seine Bestände erleichtert, vielleicht dabei auch mal den einen oder anderen Ladenhüter aussortiert, allerdings auch viel Schönes und echte Werte in Form von Editionen verschenkt.
Ein cooles Duo: Anke Tessner-Schreyeck (links) und Mercedes Tuccini bringen die Glückslose unters Volk: Jedes Los gewinnt. Foto: Zietz

Ein Dankeschön vom VFK-Vorsitzenden Florian Haacke für die „gute Seele“ des Mönchehauses, Gudrun Kortlüke, die dem Museum fast 40 Jahre lang die Treue gehalten hat – und das im Ruhestand weiter vorhat. Foto: Zietz
Großer Dank an „Korti“
Sieben Ausstellungen und 113 weitere Veranstaltungen (eine an jedem dritten Tag) wurden realisiert – darüber habe Gudrun Kortlüke genau Buch geführt, sagte Haacke, nur eine der vielen Qualitäten der Mönchehaus-Mitarbeiterin, die nie in der Öffentlichkeit steht, nie dort stehen will, aber die seit fast 40 Jahren ebenso kunstbeflissen wie kenntnisreich den Laden am Laufen hält. Jetzt geht sie in den Ruhestand, wenn auch noch nicht so ganz; das Mönchehaus will und kann auf seine „gute Seele, tragende Säule und lebendiges Archiv“ (Bettin) nicht verzichten. Das machte Haacke deutlich, der den Neujahrsempfang als Kulisse für ein lange verdientes Dankeschön nahm und „Korti“, die später in der Däle zu den von Bradley Davies aufgelegten Platten noch ordentlich „abhottete“, einen Blumenstrauß überreichte. Die herrliche Ausgabe hätte wohl auch Luzia Simons ins Schwärmen gebracht.
Schneeglöckchen im Februar
Apropos Blumen: Von „Schneeglöckchen im Februar“ und „Goldregen im Mai“ (Heintje lässt grüßen) sang Mercedes Tuccini, eingeführt als „Grande Dame der subversiven Unterhaltungskultur“, die nicht nur mit Schlagern, sondern auch mit den stetig wechselnden Outfits für Aufsehen sorgte und schon zur Begrüßung mit Verpackung wie Inhalt irritierte: „Guten Abend, kommen Sie gut nach Hause.“ Great. Miriam Bettin stellte das neue Kunstjahr vor (die GZ berichtete),Das Jahresprogramm im Mönchehaus
Was die neue Direktorin in Goslars Kunstmuseum plant
Dem Mönchehaus steht eine Zeit der Transformation bevor, die unter anderem von architektonischer Seite begleitet werden soll: Lennart Wolff und Nwakuso Edozien, die die Ausstellungsräume neu gestalten sollen, erlebten diese am Samstag als Feierlocation – und inhalierten mit Begeisterung den „Spirit“ des Hauses. Miriam Bettin dankte allen Unterstützern auch für die „gemeinsame Überzeugung, dass Kunst – gerade in diesen unsicheren Zeiten – ein unverzichtbarer Bestandteil und Motor unserer demokratischen Gesellschaft ist“ und lud zum Feiern ein: „Auf ein tolles, neues Jahr.“
Die Goslar-Connection

Auf ihn haben sich viele gefreut: Grischa Herbig (links) hat im vergangenen Jahr einen angesagten Sandwich-Laden in Köln eröffnet und ist aus Liebe zu Goslar ins Mönchehaus gekommen, um das Catering für den Empfang zu machen. Foto: Zietz

Wie jedes Jahr beim VFK-Neujahrsempfang: Es darf getanzt werden. Foto: Zietz
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