Per Kran durchs Fenster: Neue MRT fürs Radiologienzentrum Harzburg
Per Kran wird das mehrere Tonnen schwere neue MRT-Gerät an seinen Bestimmungsort transportiert. Foto: Exner
Vier Tonnen moderne Technik sind jetzt in Bad Harzburg durch die Luft geschwebt: Das Radiologiezentrum hat eine neue MRT-Anlage. Sie bringt Verbesserungen für Patienten.
Bad Harzburg. Praktisch, dass das Radiologiezentrum Nordharz am Bad Harzburger Krankenhaus über ein großes Flügelfenster verfügt. Nicht nur, dass Patienten dadurch während Untersuchungen einen Blick nach draußen genießen können – die Öffnung eignet sich auch dazu, besonders große Dinge hindurch zu transportieren. Und besonders groß ist beispielsweise das, was sich hinter jenen Scheiben im Inneren des Gebäudes befindet: ein Gerät zur Magnetresonanztomographie, kurz MRT.
Vor 15 Jahren war im Radiologiezentrum die erste MRT-Anlage eingebaut worden. Am Dienstag nun wurde diese durch eine modernere ersetzt. Öffentlichkeitswirksam wurde sie mittels eines großen Lkw angeliefert und anschließend per Kran an ihren Bestimmungsort gehoben. Es handelt sich um das sogenannte „Magnetom Altea“ der Firma Siemens, ein, laut den künftigen Betreibern, hochmodernes 1,5-Tesla-System. Damit wird die Stärke des Magnetfeldes bezeichnet, die 30.000 Mal stärker ist als die Erdanziehung.Umbau am Krankenhaus beginnt
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Neben dem eigentlichen Gerät wurden auf die gleiche Weise auch die dazugehörige Liege, der Magnet sowie zwei Schaltschränke transportiert. Gesamtgewicht: rund vier Tonnen. Zuvor hatten die Mitarbeiter der beauftragten Logistikfirma ein Podest aus Platten errichtet, um die Schränke und später auch die MRT-Anlage über die Fensterschwelle rollen zu können. Bei letzterer war das echte Zentimeterarbeit.
Ein spektakulärer Anblick also, der den einen oder anderen Klinik-Mitarbeiter ans Fenster lockte, der aber auch ankommende Patienten neugierig werden ließ. Letztere erreichten das Radiologiezentrum übrigens die ganze Zeit über ohne große Einschränkungen. Gut zweieinhalb Stunden dauerte es, bis alles vom Lkw ins Gebäude verfrachtet worden war.
Unter großem Kraftaufwand und über ein aus Platten errichtetes Podest ziehen die Mitarbeiter der beauftragten Logistikfirma einen der Schaltschränke ins Gebäude. Foto: Exner
Das verbessert sich für Patienten
Und was zeichnet die neue MRT-Anlage aus? Dank ihr vergrößere sich die Zahl an Untersuchungsmöglichkeiten, erklärt Ingolf Senking, Geschäftsführer des Radiologiezentrums. Bei der Magnetresonanztomographie handelt es sich um ein Verfahren zur Erstellung detaillierter Schnittbilder des Körperinneren ohne Röntgenstrahlung. Durch starke Magnetfelder und Radiowellen können besonders Weichteilgewebe, Organe, Gelenke und das Gehirn hochauflösend dargestellt werden. Die schmerzfreie Untersuchung hilft bei der Diagnose von Entzündungen, Tumoren oder Verletzungen. Dafür müssen Patienten jedoch über längere Zeit in einer schmalen Röhre liegen und laute, vom Gerät ausgehende Klopfgeräusche über sich ergehen lassen.Dank der moderneren Technik sowie der Unterstützung durch künstliche Intelligenz würden jene Untersuchungen künftig jedoch schneller gehen und gleichzeitig bessere Ergebnisse liefern, kündigt Senking an. Darüber hinaus sei die Patientenröhre mit 70 Zentimetern Breite jetzt größer als vorher und biete entsprechend mehr Platz. Das sei insbesondere für jene Patienten positiv, die unter Platzangst leiden. Spezielle Kissen sowie eine integrierte Geräuschunterdrückung würden für eine ruhigere Untersuchungsumgebung sorgen. Und schließlich biete ein ebenfalls dazugehöriges Infotainment-System angenehme Ablenkung während der Untersuchung.
Das sind die Vorteile für die Betreiber
Für das Radiologie-Zentrum bedeutet die Anschaffung der neuen Technik eine Kostenersparnis von 35 bis 40 Prozent, erklärt Senking. Die Investition trage zudem zur Existenzsicherung des Standorts bei.Besuch in Bad Harzburg
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Insgesamt wurden drei MRT-Geräte angeschafft, für jeden Standort des Radiologiezentrums Nordharz eines. Das erste wurde bereits in Goslar eingebaut, das zweite nun in Bad Harzburg und das dritte soll im März nach Wolfenbüttel geliefert werden. Die Mitarbeiter aller drei Standorte seien im Umgang mit dem Gerät geschult und könnten im Zweifel entsprechend auch wechselweise zum Einsatz kommen, wodurch eine verlässliche Auslastung sichergestellt werde, so Senking.
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