Hahnenklees Naturhotel-Investoren sagen Baustraße durch Wald zu
Baustelle Naturhotel: Vom alten „Waldgarten“ ist aktuell nur noch der Keller übrig. Foto: Heine
Zwei Nachrichten von Hahnenklees Großbaustellen lassen aufhorchen: Für die Naturhotel-Investoren sagt Malte Prien eine Baustraße durch den Wald zu. Der Bauverkehr fließt nicht durch den Ort. Die Parkstraße soll im September voll gesperrt werden.
Hahnenklee. Weißer Rauch steigt an der Lautenthaler Straße auf – nicht deshalb, weil dort der Wald brennt, sondern weil ganz im Gegenteil für den Bau des Naturhotels „Waldgarten“ eine Lösung gefunden ist. Investor Malte Prien verkündet, dass inzwischen mit den Niedersächsischen Landesforsten eine Einigung über Bau und Nutzen einer Baustraße erzielt sei.
„Der Schwerlastverkehr fließt nicht durch den Ort, sondern steuert die Baustelle direkt an“, erläutert Prien. Zusammen mit Eric Beyer, Verwaltungsdezernent im Clausthaler Forstamt, habe die Familie Prien die Konditionen für das Unterfangen ausgehandelt. Soll heißen: „Wir zahlen die Baustraße“, bestätigt Malte Prien.
Auf der Baustelle selbst geht es derweil flott voran. Mittlerweile sind die oberirdischen Spuren des alten „Waldgartens“ verschwunden. „Wir entfernen jetzt noch den Keller und altes Pflaster, der nächste Schritt ist die Baugrube“, erläutert Prien. Er ist zuversichtlich, dass der neue „Waldgarten“ ab Anfang 2026 in die Höhe wachse. Von Seiten der Stadt Goslar heißt es allerdings, die Baugenehmigung sei noch nicht erteilt. „Es finden noch Abstimmungen statt“, sagt Sprecherin Daniela Siegl.
Start Ende Januar 2028 geplant
Angepeilt ist wie berichtet, dass das neue Vier-Sterne-Plus-Hotel mit seinen 120 Zimmern und Suiten, Wellnessbereich, Außenpool, Restaurant und Tiefgarage bis Januar 2028 steht und an den Start gehen kann. 50 neue Jobs sollen hier entstehen. Die Investitionssumme liegt wie berichtet bei rund 35 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen unterstützt mit 7,5 Millionen Euro. Den Förderbescheid hatte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am 12. Mai im Goslarer Prien-Hotel „Alte Münze“ persönlich vorbeigebracht. Lies hat inzwischen Stephan Weil als Ministerpräsident beerbt. Wie die Zeit vergeht ...
Was macht die Harz-Riviera?
Schon seit 2021 arbeiten Malte und seine Eltern Rosemarie und Jürgen Prien an ihrem Oberharzer Hotelprojekt. Im Februar begann der Abriss der schon über Jahre ungenutzten Hotel-Ruine durch die Firma Bagger Friehe. Seit dem Frühjahr haben die Priens zudem die Regie am Kuttelbacher Teich übernommen. In einem ersten Schritt wurde die alte Grillhütte zu einer Beach-Bar an der neuen Harz-Riviera. Auf der 10.000 Quadratmeter großen Fläche soll sich eine Event-Gastronomie etablieren. Nach Ende der Badesaison 2025 sollen ab Herbst das 600 Quadratmeter große Veranstaltungsgebäude saniert und vier Ferienhäuser hochgezogen werden. Die Investition ist auf einen niedrigen siebenstelligen Betrag taxiert.
Parkstraße: Leitungen sind gelegt
Was macht die zweite Großbaustelle im Kurort? Auf der Parkstraße läuft seit Mitte April der zweite Bauabschnitt der Fahrbahnsanierung. Bis Ende des Jahres soll die Hahnenkleer Hauptverkehrsstraße zwischen Poststraße und Hindenburgplatz umgebaut werden. Wie auch während des ersten Bauabschnitts regelt aktuell eine Baustellenampel den Verkehr über eine Spur in beide Fahrtrichtungen.

Baustelle Parkstraße: Der Unterbau ist fertig, die Leitungen sind gelegt. Derzeit werden Borde für den Fußweg gesetzt. Foto: Heine
Nach Auskunft von Sprecherin Siegl sei der Unterbau der Straße inzwischen fertig hergestellt, die Stadt habe gemeinsam mit den Versorgungsunternehmen die Leitungen erneuert. Aktuell seien die Arbeiter dabei, zur Häuserseite hin die Borde zu setzen, um den Gehweg zu fertigen. Im nächsten Schritt sind Gehweg und Parkstreifen auf der Kurpark-Seite an der Reihe. In diesem Schritt entstehen auch barrierefreie Bushaltestellen.
Vollsperrung im September
Im September wird es schließlich knifflig: Unter Vollsperrung muss der Asphalt auf die Fahrbahn aufgetragen werden. Laut Siegl schließen sich Arbeiten an, die sich aufgrund des (zu) schmalen Querschnitts ebenfalls nur unter Vollsperrung ausführen ließen. Für eine Umleitung werde gesorgt. Anschließend folgen weitere Arbeiten auf der Parkseite, bevor zum Ende des Jahres der Abschnitt am Hindenburgplatz gemacht wird. Um den Verkehr aufrechtzuerhalten, müsse eben dort der Abschluss erfolgen. Der erste Bauabschnitt auf der Parkstraße hatte im Mai 2024 begonnen. Für das gesamte Vorhaben sind 2,5 Millionen Euro aufgerufen. Davon werden 65 Prozent der Baukosten durch Fördermittel des Landes finanziert.
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