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Von 19 auf 7 Prozent

GZ Plus IconProfitieren Goslarer Restaurantbesucher von Mehrwertsteuersenkung?

Nahaufnahme eines Kassenbons mit gedruckten Beträgen und Steuersätzen auf einem Tisch neben Besteck und Serviette

Die Mehrwertsteuer für den Restaurantbesuch ist zum Jahresstart auf 7 Prozent gesunken. Wie gehen Goslarer Gastronomen damit um? Foto: Sina Schuldt/dpa

Günstigere Preise, Investitionen oder besondere Rabattaktionen: Die Mehrwertsteuer in der Gastronomie ist gesunken. Die Restaurantinhaber gehen unterschiedlich damit um.

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Von Hanna Schlimme
Montag, 02.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar. Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie sank zum 1. Januar von 19 Prozent wieder zurück auf 7 Prozent. Anfang 2024 wurde der Satz auf 19 Prozent angehoben. 12 Prozent weniger Steuern fallen nun also auf verzehrte Speisen im Restaurant für die Gastronomen an. Aber wird diese Steuersenkung auch für die Kunden spürbar? Oder begünstigen sie ausschließlich die Gastronomen?

Die GZ hat sich bei Goslarer Restaurantbesitzern umgehört. Auffällig ist hierbei, dass die Gastronomen ganz unterschiedlich mit der Steuersenkung umgehen.

Person mit lockigem Haar und weißer Bluse vor Holzwand.

Rosemarie Prien Foto: Sowa

Rabatt für Goslarer

Rosemarie Prien, Besitzerin vom Romantik-Hotel „Alte Münze“ setzt auf Rabattaktionen. „Goslarer für Goslarer“ heißt die aktuelle Aktion bei der Goslarer und Gäste aus dem Landkreis 12 Prozent Rabatt bei einem Restaurantbesuch bekommen. Eine Senkung der Preise in der Speisekarte, ist also nicht geplant.

Stattdessen soll der Nachbarschaftsrabatt beim Bezahlen abgezogen werden. Bis Ende März laufe diese Aktion, erklärt die Gastronomin. Und dann? „Wir arbeiten an weiteren Angeboten im Anschluss, da ist aber noch nichts spruchreif“, sagt Prien.

„Preissenkung nicht möglich“

Anders sieht es im „Brauhaus“ aus. „Eine Preissenkung ist absolut nicht möglich“, betont Inhaber Odin Paul. Er weißt in diesem Zusammenhang auf die gestiegenen Fixkosten in den vergangenen Jahren hin. Nicht nur der Mindestlohn, sondern auch die Preise für Strom und Gas seien in den vergangenen Jahren gestiegen.
Mann mit grauen Haaren und Brille trägt einen dunkelgrünen Strickpullover mit Reißverschluss und sitzt vor einem Fenster mit Holzrahmen.

Odin Paul Foto: Privat

Er sieht die Steuersenkung als Chance für Gastronomen und betont: „Das bietet uns mehr Planungssicherheit für Investitionen.“ Das will der Gastronom auch direkt umsetzen. Aktuell befinde sich das Brauhaus in einer dreiwöchigen Sanierungsphase und bleibe daher geschlossen.

Neue Karten bei Gastro Urban

Alexander Scharf, Betreiber der Gastro-Urban Restaurants zu denen auch „Tims“ und „Schiefer“ zählen, will mit neuen Karten und zumindest teilweise gesenkten Preisen die niedrigere

Mehrwertsteuer direkt an seine Kunden weitergeben. Auch er betont, dass in den vergangenen Jahren die Kosten für beispielsweise Speiseöl „explodiert sind“. Laut Scharf kamen die Preiserhöhungen aber nicht mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang 2024, sondern mit den Preisexplosionen ein Jahr zuvor, mit denen auch die Nachfrage gesunken sei.
Mann mit kurz geschnittenem Haar trägt ein weißes Hemd und steht vor einer Holzwand mit einem kleinen Fenster.

Alexander Scharf Foto: Sowa

Ein Zusammenhang zwischen gestiegenen Preisen in der Gastronomie und der gestiegenen Mehrwertsteuer auf 19 Prozent gab es laut Scharf also nicht. Trotzdem will der Gastronom die nun in Kraft getretenen Steuersenkung an seine Kunden weitergeben. „Wir werden die Preise bei unseren hochwertigen Produkten wie Burger, Schnitzel und Steaks senken“, betont er.

Die Umsetzung brauche allerdings einige Monate, unter anderem durch den Druck neuer Karten. Was heißt das nun konkret? „Das Rumpsteak im Schiefer wird statt 24,90 Euro künftig 22,90 Euro kosten und das Schnitzel Wiener Art statt 16,90 Euro nur noch 15,90 Euro“, plant Scharf.

In Goslars „öffentlichem Wohnzimmer“, wie er das Tims liebevoll betitelt, werde zudem weiterhin auf besondere Rabattaktionen gesetzt, wie das Spar-Menü oder der Freundetag, um „Gastronomie für jeden zugänglich zu machen“, wie Scharf betont.

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