Isabel Junior verlängert Vertrag als Hahnenkleer Marketingchefin
Kontinuität an der Tourismusspitze: Isabel Junior bleibt mindestens bis Ende 2030 Geschäftsführerin. Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Wilgenbus verkündet die Vertragsverlängerung. Foto: Heine
Isabel Junior bleibt bis Ende 2030 Geschäftsführerin der Hahnenklee-Tourismus-Gesellschaft. Der Aufsichtsrat hat ihr Arbeitspapier schon jetzt um fünf Jahre verlängert. Vielleicht das wichtigste Signal: Das Votum fiel einstimmig aus.
Hahnenklee. Die Tinte unter dem Vertrag ist trocken: Isabel Junior bleibt weitere fünf Jahre Geschäftsführerin der Hahnenklee-Tourismus-Gesellschaft (HTG). Der Aufsichtsrat hat während seiner Sitzung am Mittwoch Nägel mit Köpfen gemacht und das Ende des Jahres auslaufende Arbeitspapier der 41-jährigen Goslarerin bis Ende 2030 verlängert. Nach Auskunft des Vorsitzenden Heinrich Wilgenbus fiel das Votum einstimmig aus.
Welch eine Entwicklung: Bis Junior am 1. April 2023 auch faktisch die Chefrolle im Oberharzer Kurort annehmen durfte und auf den Goslarer Ersten Stadtrat Dirk Becker folgte, war es ein dornenreicher Weg. Es begann mit dem abrupten Abgang von Christian Burgart im September 2021, der sich selbst gern Kurdirektor nannte, sich aber im Dickicht Goslarer Kommunalpolitik verfing und längst nicht bei allen Hahnenkleer Altvorderen gut ankam. Becker übernahm aus der Goslarer Ferne, sah sich selbst aber stets nur als Notnagel. Junior, die als Geschäftsstellenleiterin lange Erfahrung besaß und auch schon in der Nachfolge von Michael Bitter in oberster Verantwortung stand, musste sich trotz mancher Sympathie-Kundgebung im Ort durch zwei Bewerbungsrunden durchbeißen, bis sie wieder in Amt und Würden kam. Der erste Vertrag lief über 21 Monate mit einmaliger Verlängerung. Andere Geschäftsführungsmodelle – Stichwort Glücksburg Consulting – waren zumindest in der Theorie noch lange nicht vom Tisch. Alles Schnee von gestern, die Vergangenheit soll ruhen.
Wertvoller Wissensvorteil
Rückblickend ist auch Wilgenbus froh, dass Junior die schwere Zeit während und nach Corona sowie die anschließende Fusion dreier Gesellschaften verantwortlich begleitet hat. „Wie hätte dies ein Externer ohne Goslarer Wissen bei Ansprechpartnern und Wegen schaffen sollen?“, sagt der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Er hat selbst in seinem jahrzehntelangen Engagement als Ortsbürgermeister seine Erfahrungen gemacht, wie wertvoll Kontakte und kurze Drähte sind und wo Fallstricke drohen. Wilgenbus und Junior sind sich einig, dass die eigentliche Kernarbeit – das Marketing – nach den Corona-Auswirkungen störungsfrei erst seit Anfang 2024 möglich sei. „Seitdem können wir uns zu hundert Prozent auf das operative Geschäft konzentrieren“, sagt Junior und freut sich, dass reines Verwalten nicht mehr die Tage füllt. Positiver Effekt für Hahnenklee aus der Corona-Zeit: „Deutschland wird als Reiseziel anders wahrgenommen und geschätzt“, ist Junior überzeugt. Wer in jenen Jahren, als Fernreisen nicht drin waren, den Weg in den Oberharz gefunden hatte, der komme auch wieder. Eine Wahrnehmung, die Wilgenbus nur unterstützen kann. Bei seinen wöchentlichen Rundgängen durch den Ort falle ihm spürbar auf, dass viel „jüngeres Publikum unterwegs“ ist. Vor allem Familien schätzten Lage, Angebot und Natur in Hahnenklee. „Die Zeit, als die Gäste im Rentenalter dominierten, ist vorbei“, weiß Wilgenbus.
Leichtes Plus bei Übernachtungen
Bei den Gästezahlen sei Hahnenklee ebenfalls auf Kurs, versichert das Duo. Zum 15. Juni lag der Kurort bei rund 196.000 Übernachtungen bei leicht weniger Anreisen, was ein Plus zum Vorjahr von rund 0,75 Prozent bedeute. Aktuell laufen noch bis Sonntag die Harzer Bike-Days, die ebenso wie die Harzer Hundetage im Vorjahr ihre Premiere feierten und weiter wachsen. Die Wanderwochen sind etabliert. In diesem Jahr soll die Marke von 500.000 Übernachtungen übertroffen werden. „Das werden wir auch schaffen“, sagt Wilgenbus und macht deutlich, dass dies aber nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten dürfe. Die Arbeiten an einem neuen Strategiepapier bis 2030 stehen an.
Was Wilgenbus als einen nicht zu unterschätzenden Vorteil für Junior sieht: „Die amtierende Geschäftsführerin ist aber auch in die Lage versetzt worden, dass sie etwas hat, was sie vermarkten kann – das gab es vorher nicht.“ Der Handwerksmeister meint Entwicklungen in ganz verschiedenen Bereichen, wo Menschen im Kurort Mut zu touristischen Investitionen gezeigt haben und zeigen. Das fing bei Ferienwohnungen im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich an und setzt sich derzeit etwa beim Bau des Naturhotels „Waldgarten“ fort. Ob dieses Haus an der Lautenthaler Straße, der Drachenblitz auf dem Bocksberg, die Aktivitäten am Kuttelbacher Teich, das Granetal- oder das Luchs-Quartier, der Cecilienpark Oberharz, die Hahnenkleer Ferienchalets in Bockswiese von Tim Stab mit Vier-Pfoten-Klassifizierung für Reisende mit Hunden oder der Vorbild-Campingplatz am Kreuzeck – die Stichwort-Liste ließe sich sicherlich noch verlängern. Für die „Hotels am Kranichsee“ und das lange geschlossene Hotel „Kreuzeck“ deuteten sich auch neue Entwicklungen an. Kurzum: Es tut sich was im Urlaubsort Hahnenklee – und diese Zukunft wird von der HTG mit bewährtem Spitzenpersonal begleitet.
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