Hopfenspeicher soll zum Ort für Geschichte und Kultur werden
Der Hopfenspeicher ist saniert und das Ziel ist es, ihn wieder mit Leben zu füllen. Foto: Gereke
Der sanierte Hopfenspeicher in Hornburg soll künftig Ausstellungen, Lesungen und Vorträge beherbergen. Dafür wird derzeit auch die Geschichte des Hauses erforscht.
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Gebaut hat das Haus damals Zimmermeister Heinrich Duensing. Sein Name steht am Nordgiebel geschrieben. Wer die Inschrift der Fachwerkbalken aufmerksam liest, erfährt auch, wem das Gebäude damals gehörte: Eigentümer waren Leopold Schomburg, ein fürstlicher Forstschreiber im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, und seine Ehefrau Dorothea Elisabetha Ahlburg, die Tochter des Hornburger Amtmannes Johann Ahlburg.
Recherchen in der Landeskirche
Erst in der vergangenen Woche waren Andreas und Stephanie Memmert sowie Dr. Sibylle Heise zu Gast im Landeskirchlichen Archiv der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Wolfenbüttel, um Einblicke in die Geschichte der Familie Schomburg zu gewinnen. Das Landeskirchliche Archiv verwaltet unter anderem die Kirchenbücher braunschweigischer Kirchengemeinden. Landeskirchenarchivrätin Birgit Hoffmann, die das landeskirchliche Archiv Wolfenbüttel leitet, stellte die Hornburger Kirchenbücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert zur Verfügung.
Dr. Sibylle Heise und Andreas Memmert forschten in den Hornburger Kirchenbüchern des 17. und 18. Jahrhunderts. Foto: Privat
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Ideen für Ausstellungen
Doch zurück zu Familie Schomburg: Nach stundenlangem Wälzen der Kirchenbücher konnten einzelne Angaben zur Familie überprüft und ergänzt werden; mehrere Datierungen und familiäre Zuordnungen bleiben offen. Der Forstschreiber und Oberförster Leopold Schomburg lebte von 1641 bis 1709. Er stand im Dienst der blankenburgischen und braunschweigischen Forstverwaltung. Bekannt geworden ist er vor allem durch sein historisches, illustriertes Werk „dictionarium forestale“, das er in seinen späteren Lebensjahren verfasste. „In einer Ausstellung im Hopfenspeicher könnten wir zum Beispiel einen Teil der faszinierenden Zeichnungen der Bäume und der Gegenstände zeigen, die aus dem jeweiligen Holz der Bäume hergestellt werden können“, sagt Andreas Memmert.
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Sibylle Heise erforscht derzeit die Lebenswege der Kinder Schomburgs.
Zu ihnen zählt auch Catharina Elisabeth Schomburg, die 1666 geboren wurde und bereits 1668, noch vor ihrem zweiten Geburtstag, verstarb. Die Inschrift und die Darstellung der kunstvoll gestalteten, barocken Grabplatte, die sich in der Hornburger Kirche Beatae Mariae Virginis befindet, spiegeln die Trauerkultur der damaligen Zeit wider: Sie zeigen, wie schwer der Verlust der kleinen Tochter die Familie traf. Zugleich dokumentiert die große Sandsteinplatte den Wohlstand der Schomburgs.
„Auch hier haben wir Anknüpfungspunkte für eine mögliche Ausstellung“, sagt Andreas Memmert. Bereits in der Vergangenheit hatte es Ausstellungen im sanierten Hopfenspeicher gegeben. Dazu zählten „Der Weg der Restaurierung“, die die Sanierung des Gebäudes 2022 dokumentierte und „Hornburg bei Nacht“, Bilder des inzwischen verstorbenen Berliner Fotografen Detlef Bluhm.
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