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„Herzberger Erklärung“

GZ Plus IconRegion kämpft für den Bahnanschluss Braunlages

Das Foto zeigt eine Dampflok, die einen Bahnübergang kreuzt.

Die Harzer Schmalspurbahn in Elend: Die Ein-Harz-Gesellschaft will sich nach Kräften dafür einsetzen, dass die Züge künftig auch nach Braunlage fahren. Foto: Eggers

Das Vorhaben, Braunlage an das Netz der Harzer Schmalspurbahn anzuschließen, bewegt die Region. Die Ein-Harz-Gesellschaft hat jetzt die „Herzberger Erklärung“ verfasst.

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Von Michael Eggers
Sonntag, 22.03.2026, 04:00 Uhr

Braunlage. Der geplante Bahnanschluss bewegt nicht nur die Stadt, sondern auch die Region. Die Ein-Harz-Gesellschaft hat in einer Beiratssitzung die „Herzberger Erklärung“ verfasst, in der sie Politik, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr dazu aufruft, den Anschluss nach Kräften zu unterstützen. Damit es diesmal mit dem Bahnanschluss klappt, gibt es zudem Überlegungen, in Braunlage einen Förderverein zu gründen.

Bürgermeister Wolfgang Langer jedenfalls ist erfreut über die Unterstützung von allen Seiten. Er hatte in der Beiratssitzung das Ergebnis der Machbarkeitsstudie vorgestellt und über den Besuch im Wirtschaftsministerium in Hannover (die GZ berichtete) informiert. Dabei sei ein „starkes Zeichen für dieses zukunftsweisende Gesamtharzer Projekt“ gesetzt worden.

Die nächsten Schritte

In einer Pressemitteilung schreibt die Ein-Harz-Gesellschaft zudem, die Anbindung Braunlages an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen könne dazu beitragen, das Netz insgesamt sowie den Lok- und Triebwagenbestand über zusätzliche Fördergelder zu modernisieren. Damit könne auch das Unternehmen gesichert werden.

Machbarkeitsstudie und Fördermöglichkeiten über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz geben laut der Gesellschaft Anlass zum Optimismus. „Wir haben mit großer Freude vernommen, dass Niedersachsen die Anbindung bereits beim Bund angemeldet hat.“ Und weiter: „Jetzt heißt es, nicht nachzulassen und mit Tatkraft die nächsten Schritte in die Wege zu leiten.“ Neben dem touristischen Aspekt spiele aber auch der Öffentliche Personennahverkehr eine zentrale Rolle, heißt es weiter. Von Braunlage aus sollen künftig der Brocken, Wernigerode, Nordhausen und auch Quedlinburg erreichbar sein. Dies sei derzeit über öffentliche Verkehrsmittel nur schwer möglich. Vor allem die direkte Bahn-Verbindung Braunlage–Wernigerode sei wünschenswert, weil dann die beiden übernachtungsstärksten Kommunen des Harzes besser als derzeit verbunden wären.

Neuer Aufsichtsratsvorsitzender

Und auch in Braunlage nimmt das Thema Bahnanschluss immer mehr Fahrt auf. In der Stadt gibt es unter den Hoteliers Überlegungen, einen Förderverein zu gründen, der sich zusätzlich für den Bahnanschluss engagiert. Noch wollen die Verantwortlichen keine Namen nennen, aber am Rande einer Veranstaltung in Braunlage wurde deutlich, wie wichtig das Thema für die Stadt ist.

Die „Herzberger Erklärung“ ist übrigens nach der Südharzstadt benannt, weil in ihr die Beiratssitzung veranstaltet wurde. Und der Grund dafür war, dass der Herzberger Bürgermeister Christopher Wagner als Nachfolger des Wernigeröder Oberbürgermeisters Tobias Kascha zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Ein-Harz-Gesellschaft gewählt wurde.

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