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Für mehr Grundwasser im Boden

GZ Plus IconDrittklässler pflanzen Laubbäume bei Clausthal-Zellerfeld

Am Ufer eines Bachs setzen die Kinder und ihre Eltern Ulmen. Die können es gut ab, bei Überschwemmungen auch mal eine Zeit lang im Wasser zu stehen.

Am Ufer eines Bachs setzen die Kinder und ihre Eltern Ulmen. Die können es gut ab, bei Überschwemmungen auch mal eine Zeit lang im Wasser zu stehen. Foto: Exner

Gemeinsam mit Drittklässlern hat der Verein Trinkwasserwald jetzt ein Stück Kahlfläche westlich von Clausthal-Zellerfeld wieder aufgeforstet. Gesetzt wurden aber keine neuen Fichten, sondern Laubbäume. Die haben nämlich eine ganz besondere Stärke.

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Von Christoph Exner
Montag, 17.03.2025, 04:00 Uhr
Der gemeinnützige Umweltschutzverein Trinkwasserwald setzt sich seit 1995 für den standortgerechten Waldumbau ein, um damit langfristig den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und Trinkwasser als Lebensquelle zu sichern. Bundesweit werden dafür gezielt ausgewählte Nadelwald-Monokulturen mit Laubbäumen unterpflanzt. So entstehen wieder natürliche, artenreiche Wälder. Im Harz schlägt man damit zwei Fliegen mit einer Klappe, denn dort steht auf so mancher Fläche bekanntlich mittlerweile überhaupt kein Baum mehr. Dort muss sowieso ganz neu aufgeforstet werden. Das tat der Verein am Samstag gemeinsam mit Drittklässlern im Stadtwald westlich von Clausthal-Zellerfeld.
Kahlflächen wie diese finden sich derzeit noch überall im Harz. Hier hat in der Regel der Borkenkäfer gewütet. Statt erneut Fichten, werden auf diesen Flächen nun Laubbäume gepflanzt.

Kahlflächen wie diese finden sich derzeit noch überall im Harz. Hier hat in der Regel der Borkenkäfer gewütet. Statt erneut Fichten, werden auf diesen Flächen nun Laubbäume gepflanzt. Foto: Exner

Eingeladen hatte Dr. Katharina Meyer-Schulz, Leiterin des forstfachlichen Bereichs und der Umweltbildung beim Verein Trinkwasserwald. Sie ist auch privat nah an der Thematik dran; ihr Mann Christian arbeitet nämlich im Forstamt Clausthal. Anlass war der Weltwassertag. Zu diesem rufen die Vereinten Nationen seit 1992 immer am 22. März auf. Erinnert werden soll an diesem Tag an die Besonderheiten von Wasser als essenziellste Ressource allen Lebens. In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Glacier Preservation“, also „Gletscherschutz“.

Kaum Resonanz

Ein von Nadel- auf Laubbäume umgebauter Wald sorge hierzulande bereits nach etwa zehn Jahren im Bundesmittel pro Hektar und Jahr für 800.000 Liter mehr verfügbares Grundwasser von hoher Qualität, erklärte Meyer-Schulz in ihrer Begrüßung. Anschließend stieß sie mit einem Glas voll Harzer Wasser an.
Während ihrer Begrüßung stößt Katharina Meyer-Schulz mit Udo Künstel (r.) und Alexander Frese an. Getrunken wird ein waschechtes Harzer Wasser.

Während ihrer Begrüßung stößt Katharina Meyer-Schulz mit Udo Künstel (r.) und Alexander Frese an. Getrunken wird ein waschechtes Harzer Wasser. Foto: Exner

Etwas enttäuscht zeigte sich die Organisatorin gegenüber der GZ von der Teilnehmerzahl: Angeschrieben und eingeladen habe sie im Vorfeld sowohl die Grundschule Zellerfeld als auch die Grundschule Vienenburg, berichtete Meyer-Schulz. Aus Zellerfeld habe es jedoch gar keine Rückmeldung gegeben und aus Vienenburg sei diese sehr gering gewesen. Gerade mal gut 20 Jungen, Mädchen und ihre Eltern waren am Samstag gekommen. Dabei spielte das Wetter eigentlich hervorragend mit.
An einem Infostand erfahren die Teilnehmer mehr über die nützliche Ressource Wasser und den Verein Trinkwasserwald.

An einem Infostand erfahren die Teilnehmer mehr über die nützliche Ressource Wasser und den Verein Trinkwasserwald. Foto: Exner

Auch CDU-Mann Udo Künstel war in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister erschienen, richtete die Grüße von Rat und Verwaltung aus und griff anschließend selbst zum Pflanzspaten. Mehrere Hundert Meter ging die Gruppe dann querfeldein zur Pflanzfläche.

Ausgesucht hatte diese Forstwirtschaftsmeister Alexander Frese, Stadtförster von Clausthal-Zellerfeld. Es handelte sich um ein ehemaliges Stück Fichtenwald, das vom Borkenkäfer befallen, abgestorben und deshalb anschließend von den Landesforsten gefällt worden war.

Erfahrene Pflanzer

Frese zeigte den Kindern und deren Eltern, wie die jungen Bäume korrekt in die Erde gesetzt werden müssen, sodass sie auch Wurzeln schlagen. Doch für den einen oder anderen Teilnehmer war das gar nichts Neues – es gab einige, die nach eigenen Angaben zuvor schon einmal an einer Pflanzaktion teilgenommen hatten.
Stadtförster Alexander Frese zeigt den Teilnehmern, wie ein junger Baum korrekt in die Erde gesetzt werden muss.

Stadtförster Alexander Frese zeigt den Teilnehmern, wie ein junger Baum korrekt in die Erde gesetzt werden muss. Foto: Exner

Gepflanzt wurden mehrere Dutzend Ulmen, Ahorne, Hainbuchen und Kirschen. So, wie das aktuell in großen Teilen des Harzes passiert.

Doch natürlich wurde an diesem Tag nicht nur gearbeitet: Die Organisatoren versorgten die Kinder und ihre Eltern auch mit viele interessanten Informationen. Waldpädagogin Stefanie Placht von den Landesforsten hatte zudem Spiele für die Kinder vorbereitet.
Huch, was ist denn das? Auf dem Weg zur Pflanzaktion hat Waldpädagogin Stefanie Placht für die Kinder die eine oder andere Überraschung platziert.

Huch, was ist denn das? Auf dem Weg zur Pflanzaktion hat Waldpädagogin Stefanie Placht für die Kinder die eine oder andere Überraschung platziert. Foto: Exner

Auf dem Weg zur Pflanzfläche hatte sie beispielsweise einige waldtypische Dinge versteckt, die es zu suchen galt, etwa den Teil eines Geweihs oder den Unterkiefer eines Wildschweins. Zudem gab es einen Infostand über die nützliche Ressource Wasser.

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