Goslar bezahlt das Begräbnis von Nazi-Führer Richard Walther Darré
Reichsbauernführer Richard Walther Darré während einer Großkundgebung in Goslar Foto: Bundesarchiv
Goslar trauert um einen Ehrenbürger und Kriegsverbrecher: Als Richard Walther Darré 1953 stirbt, kommen Hunderte zum Begräbnis auf den Friedhof Hildesheimer Straße.
Goslar. „Richard Walther Darré ist heimgegangen. Die Erde der Stadt, die er als Reichsminister zur Heimat wählte, hat das aufgenommen, was sterblich an ihm war. Hunderte von Goslarern gaben dem Ehrenbürger das letzte Geleit, unter ihnen Oberbürgermeister Grundner-Culemann mit einigen Ratsherren und Oberstadtdirektor Schneider ... Pastor Lindemann hatte seinen eben erst in Süddeutschland begonnenen Kuraufenthalt unterbrochen, um dem Verstorbenen seinem Wunsche gemäß den letzten Segen zu erteilen.
Begräbnis auf Kosten des Steuerzahlers: Als der Goslarer Ehrenbürger Richard Walther Darré im September 1953 stirbt – erst 2013 erkennt ihm der Rat diese Auszeichnung posthum ab –, heben Arbeiter die schwere Grabplatte an. Foto: Stadtarchiv Goslar
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Auch der Verstorbene habe schwere Prüfungen durchmachen müssen, seit ihm 1942 die Anerkennung versagt wurde. Selbst nach dem Kriege sei es ihm nicht erspart geblieben, fünf Jahre in Lager und Gefängnishaft zu verleben.“
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Was die GZ am 10. September 1953 so huldvoll über das Begräbnis des einstigen Reichsbauernführers und Nazi-Ministers berichtete, scheint mit dem Wissen von heute kaum vorstellbar.

Wappen und Namenszug zieren das Grab bis heute – wenn auch inzwischen in einem stark verwitterten Zustand. Foto: Stadtarchiv Goslar
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Das Familienwappen lässt Darré vom SS-Okkultisten „Weisthor“ entwerfen. Foto: Stadtarchiv Goslar
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