Zähl Pixel
Hahnenkleer Verein wartet auf Eintrag

GZ Plus IconFreundeskreis Goldener Ton hofft auf Goslar-Konzert von Lea im Mai

Frau mit ausgestreckten Armen auf einer Bühne vor einem Gerüst aus Metallträgern

Gibt es im Mai wieder ein Konzert? Im August 2022 tritt Lea beim Open-Air von Miner’s Rock am Rammelsberg vor 3300 Fans auf. Foto: Epping (Archiv)

Es ist nur noch zwei Monate hin: Gibt es wieder ein Konzert in Goslar, wenn Sängerin Lea in Hahnenklee ihren Goldenen Ton bekommen hat. Der Freundeskreis hat Hoffnung.

author
Von Frank Heine
Samstag, 07.03.2026, 18:00 Uhr

Hahnenklee. Kein Vergleich zum turbulenten Vorjahr: Der – noch nicht komplett – umbenannte Freundeskreis, der wie der Musikpreis früher nach Paul Lincke hieß und jetzt für den Goldenen Ton trommelt, spulte seine Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in einer guten halben Stunde ab.

Er tagte in jenem großen Raum, der an der Außentür des Kurhauses immer noch als Paul-Lincke-Saal ausgewiesen ist, dessen großes Namensschild über dem Eingang aber seit Ende Oktober irgendwo im Keller schmort, weil sich der erste Goldene-Ton-Preisträger Sven Regener am 1. November nicht vom Berliner Operetten-Komponisten abgeschreckt fühlen sollte.

„Nahbarer neuer Ringträger“

Und dabei war dieser Regener, der partout keinen nach dem nazinahen, auf den Hahnenkleer Waldfriedhof ruhenden Lincke annehmen wollte, doch als zwar „konsequenter“, aber eben auch „nahbarer neuer Ringträger aufgetreten“, wie Vorsitzende Almuth Ahrendts auf einen grauen November-Samstag zurückblickte, der durch einen „Laudator Leander Haußmann in Bestform“ dennoch zu einem echten Erlebnis wurde.
Ein Mann in dunklem Sakko und Hemd zeigt eine Hand mit einem auffälligen Ring vor einem Hintergrund mit der Aufschrift 'Goldener Ton'

Premiere am 1. November: Sven Regener trägt stolz den Ring zum Goldenen Ton. Foto: Neuendorf (Archiv)

Welch ein Jahr: 2025 sei ein „schwieriges Jahr in jeder Bezeihung gewesen“, verriet Ahrendts den 20 Mitgliedern im Kurhaus kein Geheimnis. Es sei in der gesamten Diskussion um den Paul-Lincke-Ring schnell klar gewesen, dass mit dem Musikpreis auch der Freundeskreis-Namen wechseln musste. Es habe unter anderem aus der Jury klare Signale gegeben, andernfalls nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Und Hand aufs Herz: Wer verfügt sonst über die Kontakte in die deutschen Musikbranche?

Nicht Lincke als Person schaden

Als der Verein am 11. Oktober bei nur zwei Gegenstimmen und mit 32 Mitgliedern diesen Weg abgesegnet hatte, gab es zwar etliche Austritte. Aktuell zählt der Freundeskreis laut Ahrendts allerdings immer noch 225 Mitglieder, deren ausdrücklicher Wille es sei, dass Paul Lincke als Person keinen Schaden nehmen solle. Der nach ihm benannte Platz, die dort aufgestellte Büste – „alles bleibt, wo es ist“, sagte Ahrendts.

Und was ist jetzt mit dem neuen Namen? Zieht sich noch wie Kaugummi. Der Vorgang habe von November bis Februar beim Notar gelegen, im Februar sei er beim Vereinsregister angekommen. Täglich könne der Eintrag erfolgen, mit dem der Rechtsakt endgültig vollzogen sei.

Der Blick geht jetzt wieder nach vorn. Hahnenklee freut sich auf die neue Ringträgerin Lea, die ihren Goldenen Ton am 7. Mai in Hahnenklee in Empfang nimmt. Als „gelungenen Schachzug“ pries Ahrendts die Idee, künftig immer das „Wiener Praterleben“ von Siegfried Translateur zu Beginn einer Preisverleihung zu spielen, das in den 1920er Jahren als „Sportpalastwalzer“ populär wurde. Der jüdische Komponist war ein enger Freund von Paul Lincke, durfte im Nazi-Regime allerdings nicht (mehr) auf dessen Unterstützung zählen.

„Wir feuern sie nur an“

„Die Künstlerin Lea kommt“, versicherte Ahrendts. Derzeit werde noch verhandelt, ob sie auch ein Konzert gebe, was eher einen Tag später passieren dürfte. Und wohl auch in Goslar. „Die Verleihung für Hahnenklee ist gesichert“, sagte Ahrendts. Wie schon zuvor, führt sonst aber die Stadt Goslar Regie. „Den Ring verleiht die Stadt, wir feuern sie nur an“, beschrieb Versammlungsleiter Dieter Freesemann das Procedere.

Wo drückt der Schuh? Noch nicht wirklich eng ist es bei den Finanzen. Bei einem Kontostand von rund 14.700 Euro gibt es ein vergleichsweise dickes Polster. Aber durch die Austritte und auch die Notarkosten habe der Verein 2025 mit einem Minus von rund 1700 Euro abgeschlossen, erklärte Kassiererin Ulrike Hellwig. Für das laufende Jahr wird noch einmal mit einem Verlust von rund 600 Euro geplant. Werdet Mitglieder, lautete der Aufruf an alle Hahnenkleer und Bockswieser. Die Verleihung des Goldenen Tons unterstützt der Verein immer mit 3600 Euro.

Ein Silvesterball in Planung

Und der frühere Paul-Lincke-Ball? Da gibt es neue Pläne. Freundeskreis-Vize Patrick Adam arbeitet aktuell „mit Hochdruck“ an der Organisation eines Silvesterballs. Es hapere aber noch an der Musik. „Es ist gar nicht leicht, eine Band zu bekommen“, beschrieb er die Crux des Termins.

Zwei Randnotizen: Die Blumen, die Vorsitzende Almuth Ahrendts sonst immer an ihre Mutter Marta Lattemann-Meyer als Dank fürs Versammlungsdomizil im „Hahnenkleer Hof“ überreicht hatte, gingen diesmal an Kurhaus-Herrin Isabel Junior. Lattemann-Meyer begeht übrigens am 21. März ihren 97. Geburtstag – einen Tag nach dem Goslarschen Pancket.

Kassenprüfer Wilgenbus

Und Ortsbürgermeister Heinrich Wilgenbus übte hinten im Publikum schon einmal für die zweite Reihe und hielt sein letztes Grußwort im Freundeskreis. Er tritt bei der Wahl des Ortsrates am 13. September nicht mehr an. Trotzdem ist er im nächsten Jahr als frisch bestellter Kassenprüfer dabei. „Ich suche dringend Ämter“, scherzte der Christdemokrat, der zusammen mit dem Genossen Robert Vallespir aufs Vereinsgeld gucken darf, der bis Ende 2025 noch sein Stellvertreter als Ortsbürgermeister war.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region