Wie Einsatzkräfte aus dem Kreis Goslar sich auf Großbrände vorbereiten
Feuerwehrleute einer landkreisübergreifenden Spezialeinheit, der auch Einsatzkräfte aus dem Landkreis Goslar angehören, bei einem Waldbrandbekämpfungs-Camp in Polen. Foto: Feuerwehr
Brände werden heute nicht allein mit Löschwasser unter Kontrolle gebracht. Mitglieder einer Spezialeinheit aus dem Landkreis Goslar haben alternative Methoden erprobt.
Harz. Feuerwehrleute aus dem Landkreis Goslar gehören einer von vier 2021 in Niedersachsen gegründeten Spezialeinheiten an, die darauf trainiert sind, Wald- und Flächenbrände effektiv zu löschen. Jetzt war die Einheit Göttingen aus Goslar bei einem „Forest Camp“ in Polen, um sich auf extreme Situationen vorzubereiten.
Als „äußerst lehrreich“ beschreibt Christian Leipelt, stellvertretender Zugführer der Gruppe Göttingen/Goslar, den Einsatz in einem Bericht. Leipelt, der der Feuerwehr Seesen angehört, erklärt in dem Papier: „Vor allem zeigte die Ausbildung, dass erfolgreiche Vegetationsbrandbekämpfung mehr bedeutet, als das klassische Löschen eines Feuers mit Wasser.“ Wenn Wald und Vegetation brennen, müssten Einsatzkräfte unter Umständen kilometerweit Schläuche verlegen, Wasserquellen suchen, Feuer mit Handwerkzeugen bekämpfen und Kontrolllinien anlegen.
Das Feuer ausschlagen

Feuerwehrleute einer landkreisübergreifenden Spezialeinheit, der auch Einsatzkräfte aus dem Landkreis Goslar angehören, bei einem Waldbrandbekämpfungs-Camp in Polen. Foto: Feuerwehr
So haben die Einsatzkräfte bei dem Treffen, an dem Spezialisten aus 19 Ländern beteiligt waren, den Umgang mit Beatern geübt. Das sind flexible, paddelähnliche Werkzeuge, mit denen Flammen und Glut ausgeschlagen werden. Wenn kein Wasser vorhanden ist, bietet es sich möglicherweise an, Wundstreifen anzulegen, auch Kontrolllinien genannt. „Dabei wird die brennbare Vegetation bis zum Boden entfernt, um dem Feuer den Brennstoff zu entziehen und seine weitere Ausbreitung zu verhindern“, berichtet Leipelt weiter.
Feuerwehr-Spezialkräfte schon wieder aus Spanien zurück
Was ist, wenn in abgelegenen Wäldern bei Bränden kein Löschwasser bereitsteht? Die Feuerwehrleute trainierten in Polen auch, in unbekanntem Gelände nach Wasserstellen zu suchen und eine vierhundert Meter lange Schlauchleitung aufzubauen. Dabei ging es auch darum, eine Schlauchleitung, die bereits unter Druck steht, zu verändern. So wurde eine 20 mal 40 Meter große Brandfläche erfolgreich bekämpft.
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„Besonders fordernd war die Ausbildung zum sogenannten „Mop Up“. Damit sind die Nachlöscharbeiten nach einem Brand im Gelände gemeint. Ziel ist es, Glutnester aufzuspüren und mit Handwerkszeugen zu beseitigen. Während der Übung in Polen herrschte eine Temperatur von 41,3 Grad, berichtet Leipelt weiter.
Der letzte Schutz
Erprobt wurde auch der Umgang mit einem Fire Shelter. Dabei handelt es sich um einen tragbaren Feuerschutz in Form eines kleinen Zeltes oder Schlafsackes, der Feuerwehrleuten in den USA bei außer Kontrolle geratenen Wald- oder Flurbränden als letzter Schutz vor den Flammen dienen soll. Er besteht aus mehreren Schichten hitzereflektierender und feuerfester Materialien. Einige Feuerwehrleute schlüpften in einen solchen Schutzsack, während außerhalb die durch ein Feuer entstehenden Winde und Geräusche simuliert wurden. Einen Tag zuvor hatte sich in den USA ein tödlicher Waldbrandunfall ereignet, bei dem Feuerwehrleute starben. „Die Übung hatte für die Teilnehmer eine besondere Bedeutung“, berichtet Leipelt weiter.
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Geübt wurden überdies der Einsatz von Drohnen und das kontrollierte Abbrennen von Flächen, um einem Feuer die Nahrung zu nehmen. Leipelt betont, die Brandbekämpfung erfordere neue Techniken. Wichtig seien außerdem „Erfahrung, Improvisationsfähigkeit, körperliche Belastbarkeit und internationale Zusammenarbeit“. red
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