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Bilder des Grauens

GZ Plus IconDiese Einsätze haben bei Braunlages Feuerwehr Spuren hinterlassen

Ein Feuerwehreinsatz. Im Vordergrund ein Drehleiterfahrzeug und Einsatzkräfte.

Beim Brand im Ferdinand-Thomas-Weg im März 2025 bieten sich den Einsatzkräften Bilder, die diese nie wieder werden vergessen können. Foto: Feuerwehr

2025 gab es Einsätze, die brannten sich den Braunlager Feuerwehrleuten besonders ein. Bei der Hauptversammlung wurde jetzt deutlich, was diese alles aushalten müssen.

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Von Christoph Exner
Montag, 16.02.2026, 12:00 Uhr

Braunlage. Die Zahl der Einsätze der Braunlager Feuerwehr ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr zwar zurückgegangen, doch einige von ihnen haben bleibende Spuren bei den Männern und Frauen im Dienst hinterlassen. Das wurde am Samstag während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr deutlich.

Exemplarisch dafür steht der Brand am 19. März im Ferdinand-Thomas-Weg. Den Einsatzkräften habe sich dabei ein Bild geboten, das man „nie wieder vergisst“, blickte Ortsbrandmeister Jan Müller zurück. Sich unter Atemschutz durch den Rauch kämpfend, waren die Einsatzkräfte damals auf einen leblosen Körper gestoßen. Als sie diesen ans Tageslicht zogen, bot sich ihnen ein Anblick des Grauens: Der Körper war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. „Das steckt man auch als Feuerwehrmann nicht einfach weg“, gab Müller noch immer sichtlich mitgenommen zu. Er war damals einer derjenigen gewesen, die direkt neben der Leiche standen.

„Höchste Anerkennung“

Im Nachgang des Einsatzes wurden die Feuerwehrleute damals durch das Kriseninterventionsteam des Landkreises Goslar betreut. „Ich bin froh, dass es diese Menschen gibt“, lobte der Ortsbrandmeister.

Dem Tod begegneten die Braunlager Feuerwehrleute dann ein weiteres Mal bei einem Verkehrsunfall am 21. Juni: Auf der Bundesstraße 4 war ein Auto in eine Motorradgruppe geraten. Einer der Fahrer musste vor Ort reanimiert werden, für ihn kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehrleute hatten bei der Erstversorgung der verletzten Personen geholfen.

„Dass man sich freiwillig diesen Bildern aussetzt, ist nicht selbstverständlich und verdient die höchste Anerkennung“, kommentierte Braunlages Bürgermeister Wolfgang Langer.

Zusammenarbeit funktioniert

Besonders in Erinnerung geblieben sind aber auch noch weitere Einsätze des vergangenen Jahres. Die Waldbrände bei Sorge am 27. April sowie am Kleinen Winterberg am 14. Mai beispielsweise. Dabei habe sich gezeigt, wie gut die kreis- und länderübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren funktioniere, so Ortsbrandmeister Müller.

Trotz des Einsatzzahlen-Rückgangs ist die Feuerwehr vergangenes Jahr im Schnitt jeden dritten Tag ausgerückt. Das sei eine beachtliche Zahl, so Bürgermeister Langer. Sie allein zeige, wie wichtig die Feuerwehr für das Wohl der Stadtgemeinschaft sei.
Die Geehrten und Beförderten der Braunlager Feuerwehr, umringt von Ortsbrandmeister Jan Müller (v.l.) und Stadtbrandmeister Lukas Neuse sowie Bürgermeister Wolfgang Langer (r.).

Die Geehrten und Beförderten der Braunlager Feuerwehr, umringt von Ortsbrandmeister Jan Müller (v.l.) und Stadtbrandmeister Lukas Neuse sowie Bürgermeister Wolfgang Langer (r.). Foto: Exner

Ein besonderes Lob richtete das Stadtoberhaupt an den Nachwuchsbereich. Hier ist die Braunlager Feuerwehr nach wie vor gut aufgestellt: Die Jugendfeuerwehr zählt gegenwärtig 21 Mitglieder, davon 13 Mädchen, die Kinderfeuerwehr 26 Mitglieder, davon ebenfalls 13 Mädchen. Ein Dank gelte dafür in erster Linie allen Betreuern, betonte Jugendfeuerwehrwart Jens Roth. Auch auf Führungsebene hat sich die Braunlager Feuerwehr bekanntlich deutlich verjüngt. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung kam es zu mehreren personellen Veränderungen, es gab Ehrungen und Beförderungen (siehe Kasten).

Neues Fahrzeug ist bestellt

Für das vergangene Jahr zählte man 51 Ausbildungsdienste und 28 Lehrgänge, darunter auch eine Realbrand-Ausbildung in einem speziellen Container, in dem kontrolliert ein Feuer entfacht wird. Keine Theorie könnte jene Hitze vermitteln, die in einer solchen Umgebung herrscht, mit der Feuerwehrleute im Ernstfall aber umgehen müssen, erklärte Müller. Eine solche Ausbildung koste eine fünfstellige Summe. Entsprechend dankbar zeigte sich der Ortsbrandmeister gegenüber der Stadt, dass diese dafür Mittel aus dem Haushalt zur Verfügung stelle. Bürgermeister Langer stellte in Aussicht, das auch weiterhin zu tun. Gute Nachrichten gab es ebenso, was den Fuhrpark der Feuerwehr angeht: Mittlerweile sei ein Nachfolgemodell für das mittlerweile 37 Jahre alte Löschfahrzeug 16 in Auftrag gegeben worden, konnte Bürgermeister Langer berichten. Als nächstes sei dann der Austausch des Mannschaftstransportwagens (13 Jahre) sowie des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (23 Jahre) an der Reihe.

AUF EINEN BLICK

-Name: Freiwillige Feuerwehr Braunlage

-Kommando: Ortsbrandmeister Jan Müller, stellvertretender Ortsbrandmeister Marko Nagel

-Mitglieder: 186, davon 57 in der Einsatzabteilung, 17 in der Alters- und Ehrenabteilung, 21 in der Jugendfeuerwehr, 26 in der Kinderfeuerwehr sowie 63 fördernde Mitglieder.

-Beförderungen: Lennart Lohmann, Torben Ervenich und Christian Pieper zum Oberbrandmeister; Marko Nagel zum Oberbrandinspektor.

-Ehrungen: Christian Pieper für 25 Jahre, Andreas Klinkert und Roland Krebs für 40 Jahre, Hans Ervenich für 50 Jahre sowie Jürgen Freiberg für 60 Jahre Mitgliedschaft. Josephine Schmidt für die höchste Dienstbeteiligung in 2025.

-Ernennungen: Fabian Brockschmidt zum Stadtjugendfeuerwehrwart und Torben Ervenich zu seinem Stellvertreter.

-Einsätze: 101 (darunter 22 Brandeinsätze, 55 technische Hilfeleistungen und 17 Fehlalarme).

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