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Räumdienst-Ärger und Verkehrschaos

GZ Plus IconVolle Straßen im Harz: So verlief das erste Winterwochenende 2026

Auf mehreren Kilometern und über beide Fahrspuren staut sich am Samstag der Verkehr auf der B4 vor Torfhaus.

Auf mehreren Kilometern und über beide Fahrspuren staut sich am Samstag der Verkehr auf der B4 vor Torfhaus. Foto: Privat

Der erste dauerhafte Schneefall der Saison hat am Wochenende Tausende Besucher in den Harz gelockt. Mehrfach kam es zu Blaulicht-Einsätzen.

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Von Christoph Exner
Montag, 05.01.2026, 04:00 Uhr
Das erste richtige Winterwochenende der Saison hat am Samstag und Sonntag Tausende in den Harz gelockt, und das, obwohl noch gar nicht überall sofort Ski oder Snowboard gefahren werden konnte. Die Menschen von nah und fern genossen die weiße Pracht, am Sonntag lag sie bis zu 40 Zentimeter hoch. Doch der Andrang, gepaart mit Schneefall, Glätte und Verwehungen durch starken Wind sorgte stellenweise auch für Verkehrschaos.
Stellenweise kommt der Winterdienst mit dem Räumen nicht hinterher. Hier zu sehen der Schlesierweg in Braunlage.

Stellenweise kommt der Winterdienst mit dem Räumen nicht hinterher. Hier zu sehen der Schlesierweg in Braunlage. Foto: Eggers

Der Winterdienst kam vielerorts nicht hinterher, der eine oder andere gelangte deshalb nicht oder nicht rechtzeitig an sein Ziel. Auf der Bundesstraße 4 staute sich der Verkehr am Samstag vor Torfhaus zeitweise auf mehreren Kilometern. Die Fahrzeuge blockierten beide Fahrspuren, weil sie darauf warteten, auf den komplett belegten Parkplatz im Ort gelassen zu werden. Auch in Hahnenklee beispielsweise waren die Parkplätze schon früh komplett belegt. Immer mal wieder waren in den Wintersportorten Martinshörner zu hören. Autos fuhren sich fest, es gab Blechschäden und auch der Rettungsdienst musste mehrfach tätig werden.

Wintersport-Startschwierigkeiten

Die Langlauf-Loipen in Hohegeiß beispielsweise waren zwar gespurt, am Matthias-Schmidt-Berg in Sankt Andreasberg ruhte jedoch der Skibetrieb am Samstag noch.
Rodelspaß herrscht unter anderem auf der „Ping“ in Zellerfeld.

Rodelspaß herrscht unter anderem auf der „Ping“ in Zellerfeld. Foto: Neuendorf

Am Bocksberg in Hahnenklee blieb der Sessellift wegen starker Windböen ebenfalls geschlossen, die Kabinenbahn blieb in Betrieb. Dort rutschten jedoch zahlreiche Menschen mit ihren Schlitten den Hang hinunter. Im Skigebiet Sonnenberg in Sankt Andreasberg waren zwei von drei Liften geöffnet, einer fiel vorübergehend wegen einer technischen Störung aus.

Auch die Wurmbergseilbahn hatte am Freitag ihren Betrieb noch nicht aufnehmen können. Die Pisten dort waren zwar bereits künstlich beschneit worden, das nasskalte und windige Wetter war nach Angaben von Betriebsleiter Fabian Brockschmidt dafür aber ungünstig. Der Schnee aus Schneekanonen werde durch den Wind verweht. Am Sonntag sah das fast überall schon wieder anders aus. Wo Abfahrten und das Rodeln möglich sind, zeigt eine ständig aktualisierte Auflistung des Tourismusverbands Harz unter www.harzinfo.de/erlebnisse/wintersport.

Verirrte und verkühlte Personen

Noch bevor es im Harz richtig voll wurde, hatten Bergwacht, Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr schon ihre ersten Einsätze. Am Freitagabend gegen 22 Uhr hatten Wanderer nahe Torfhaus eine unterkühlte 14-Jährige im Schnee gefunden und daraufhin den Notruf gewählt. Das Mädchen aus Hannover habe sich weder verlaufen noch bei Torfhaus jemanden gesucht, so die Polizei gegenüber der GZ. Auch eine besondere Veranstaltung wie etwa ein Nachtrodeln oder Ähnliches habe zu diesem Zeitpunkt nicht stattgefunden. Was die Jugendliche dort also hintrieb und warum sie in der Dunkelheit und Kälte ausharrte, bleibt unklar. Die Polizei wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Der Rettungsdienst hatte die 14-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand sei stabil, erklärte die Polizei am Samstagvormittag auf Anfrage. Der gesamte Verkehr war während des Einsatzes über Altenau und das Okertal umgeleitet worden.

Bereits am späten Nachmittag hatte die Feuerwehr in Hahnenklee ausrücken müssen. Im Wald zwischen Hahnenklee und der Granetalsperre hatten Wanderer im Tiefschnee den Weg verloren und den Notruf gewählt. Nach vier Stunden in der Kälte konnten sie schließlich zurück in den Ort gebracht werden. Unter ihnen war auch ein kleiner Junge, wie die Feuerwehr auf ihrer Facebookseite berichtet.

Mehrere Blaulicht-Einsätze

Am Samstag, kurz nach 14 Uhr, kam es auf der B242 zwischen Sonnenberg und Oderteich zu einem Verkehrsunfall. Zwei Pkw waren im Schneetreiben zusammengestoßen. Die Feuerwehr sicherte die Fahrzeuge und überprüfte sie auf auslaufende Betriebsstoffe, ehe diese abgeschleppt wurden. Ernsthaft verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand.
Ordentlicher Blechschaden, aber zum Glück keine ernsten Verletzungen: Zwischen Sonnenberg und Oderteich krachen zwei Autos ineinander.

Ordentlicher Blechschaden, aber zum Glück keine ernsten Verletzungen: Zwischen Sonnenberg und Oderteich krachen zwei Autos ineinander. Foto: Feuerwehr

Im Laufe des Nachmittags fuhren sich dann gleich zwei Rettungswagen fest. Zum einen auf der B498 auf Höhe Dammgrabenparkplatz – dort war das Fahrzeug in den Straßengraben gerutscht und wurde von der Feuerwehr Altenau aus seiner misslichen Lage befreit. Verletzte gab es auch hier nicht. Zum anderen in St. Andreasberg. Dort hatte sich ein Rettungswagen vor einem Seniorenheim festgefahren und wurde von der Feuerwehr aus dem Schnee gezogen.
Gleich zweimal befreien die Feuerwehren festgefahrene Rettungswagen, hier zu sehen der Einsatz in St. Andreasberg.

Gleich zweimal befreien die Feuerwehren festgefahrene Rettungswagen, hier zu sehen der Einsatz in St. Andreasberg. Foto: Feuerwehr

Gegen 19 Uhr wurde dann die Braunlager Feuerwehr zu einer Gefahrenstelle am Südportal des Hasselkopftunnels im Verlauf der B4 angefordert. Durch massive Schneeverwehungen hatte sich über der Fahrbahn ein Überhang aus zwei bis drei Metern Schnee gesammelt, der auf die Straße zu fallen drohte, heißt es in einem Einsatzbericht.
Der Hasselkopftunnel im Verlauf der B4 wird zeitweise gesperrt, weil dort Schnee auf die Fahrbahn zu stürzen droht. Die Feuerwehr rückt mit der Drehleiter an.

Der Hasselkopftunnel im Verlauf der B4 wird zeitweise gesperrt, weil dort Schnee auf die Fahrbahn zu stürzen droht. Die Feuerwehr rückt mit der Drehleiter an. Foto: Feuerwehr

Aus dem Rettungskorb der Drehleiter wurde die Schneekante abgestochen und durch die Straßenmeisterei die Fahrbahn wieder von Schnee befreit. Für die Dauer der Maßnahme musste der Tunnel vollständig gesperrt werden.

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