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Petition angekündigt

GZ Plus IconSt. Andreasberg: Neue Tourismus-Dachmarke bleibt ein Streitthema

Der neue Vorstand des Bergstadtvereins: Vorsitzender Andreas Schröder, 1. Stellvertreter Jens Hüppe, 2. Stellvertreter Jacques Burger, Kassenführerin Jutta Ahrend, Schriftführerin Silke Schröder (v.l.).

Der neue Vorstand des Bergstadtvereins: Vorsitzender Andreas Schröder, 1. Stellvertreter Jens Hüppe, 2. Stellvertreter Jacques Burger, Kassenführerin Jutta Ahrend, Schriftführerin Silke Schröder (v.l.). Foto: Jung

In St. Andreasberg regt sich weiterhin Widerstand gegen eine gemeinsame touristische Dachmarke mit Braunlage und Hohegeiß. Der Bergstadtverein bereitet eine Petition vor.

Von Volker Jung Dienstag, 10.03.2026, 04:00 Uhr

St. Andreasberg. Die geplante Dachmarke zur gemeinsamen touristischen Vermarktung von Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß beschäftigt die Bergstädter nach wie vor. Das wurde während der Jahreshauptversammlung des Bergstadt-Vereins, der mit seinen 820 Mitgliedern die Interessen der St. Andreasbergerinnen und St. Andreasberger vertritt, einmal mehr deutlich. Bei der Versammlung im Kurhaus wurde auch ein neuer Vorstand gewählt.

Im Rahmen des Jahresrückblicks brachte der alte und neue Vorsitzende Andreas Schröder die Petition gegen eine gemeinsame Dachmarke erneut zur Sprache: „Wir haben im letzten Jahr mit dieser Petition begonnen und führen diese fort“, kündigte Schröder an. Denn es gab und gebe weiterhin die Befürchtung, dass unter einer gemeinsamen touristischen Dachmarke „Braunlage“ die beiden kleinen Orte benachteiligt würden.

Workshop in Planung

Dem trat Bürgermeister Wolfgang Langer entgegen und sagte, keiner der drei Orte werde zu kurz kommen. „Wir haben eine Firma ausgewählt, die sich über die gemeinsame Dachmarke Gedanken macht. Es wird auch einen Workshop mit Vertretern aller drei Orte geben“, führte der Bürgermeister während der Sitzung aus und kündigte schon mal „ein gutes Ergebnis“ an, mit dem alle zufrieden sein können. Hans Bahn, ehemaliger Vorsitzender des Bergstadtvereins, entgegnete, er hoffe auf eine gute Dachmarke und darauf, dass mehr junge Familien nach St. Andreasberg ziehen. Das wiederum sei wohl fraglich, so Bahn weiter, wenn die Stadt Braunlage beabsichtige, die Grundschule in der Bergstadt zu schließen. „Das ist ein Gerücht“, stellte Bürgermeister Langer klar und weiter: „Niemand will die Schule schließen“. Möglicherweise sei dieses Gerücht in Umlauf gekommen, als Schüler aus St. Andreasberg kurzzeitig aufgrund eines Lehrermangels in Braunlage unterrichtet werden mussten (GZ berichtete).

Highlight: Harter Brocken

Wie aktiv der Bergstadtverein in der Vergangenheit war, bewies der Jahresrückblick des Vorsitzenden. Das absolute Highlight 2025 sei das Public Viewing bei der Ausstrahlung des Krimis „Harter Brocken“ gewesen“, so Schröder, „mehr als 200 Gäste haben diese Folge mit uns im Kurhaus angesehen.“ Der Bergstadtverein schaffte es mit diesem Event an Weihnachten sogar auf die Titelseite der GZ. „Wir waren von diesem Abend überwältigt und werden auch in diesem Jahr die Ausstrahlung der neuen Krimireihe im Kurhaus zeigen“, kündigte der Vorsitzende an.
Bei einem Public Viewing sehen auf Einladung des Bergstadtvereins mehr als 200 Besucher die neunte Folge der Krimireihe „Harter Brocken“ im Kurhaus.

Bei einem Public Viewing sehen auf Einladung des Bergstadtvereins mehr als 200 Besucher die neunte Folge der Krimireihe „Harter Brocken“ im Kurhaus. Foto: Archiv/Schlegel

Als weiteren Höhepunkt nannte Schröder die Einweihung des Pumpenhauses mit der „Woche der Natur“. Es war eine Gemeinschaftsaktion mit dem Harzklub und dem Nationalparkhaus. Das ehemalige Pumpenhaus im Kurpark soll künftig vom Bergstadtverein für Veranstaltungen genutzt werden. Im Sommer wurden Bühne, Grillplatz und eine Nistkasteninformationswand eingeweiht. Für die musikalische Unterstützung bedankte sich Vorsitzender Schröder beim Heimatbund. Zu den traditionellen Veranstaltungen gehörten 2025 außerdem der Edelsteinpark, die Trödeltour, der Kastanientauschtag und die Übergabe der Bäume an die neugeborenen Andreasberger Kinder, berichtete Schröder. Diese Veranstaltungen, die jeweils Hunderte Menschen besuchten, werde es in diesem Jahr wieder geben.

Wieder ein Theaterabend

Außerdem hat der Verein an der Müllsammelaktion, am Stadtfest und am Schützenumzug teilgenommen. Die Pflanzaktion „Mein Baum, mein Wald“ sei im vorigen Jahr erfolgreich verlaufen und werde ebenfalls in diesem Jahr fortgesetzt. Besonders erwähnte der Vorsitzende die Theateraufführung im Herbst: „Diese war sehr gut besucht und ein Erfolg, wir haben viel gelacht und später noch lange zusammengesessen.“ Das Theater im Kurhaus soll ebenfalls eine Fortsetzung finden, in diesem Jahr mit dem Stück „Ehrhardt und Alexander“. Der Bergstadtverein ist auch dazu übergegangen, Feste mit Bewirtschaftung zu unterstützen, etwa das Winterfest oder den Glühweinverkauf beim Lichterglanz in der Grube Samson.

Während der Vorstandswahlen wurden von den 55 stimmberechtigten Mitgliedern Jens Hüppe zum 1. Stellvertreter und Jacques Burger zum 2. Stellvertreter sowie Silke Schröder zur Schriftführerin und Jutta Ahrend zur Kassenführerin gewählt.

Weitere Aufforstungen

Abschließend dankte der wiedergewählte Vorsitzende allen Helfern, die das vielseitige Engagement des Bergstadtvereins ermöglichen. Seinen Dank richtete Schröder auch an die Stadt Braunlage, die Braunlager Tourismus Marketing Gesellschaft (BTMG), die Tourist-Information und an alle, die den Verein unterstützen. Bürgermeister Wolfgang Langer gab den Dank zurück: „Für die Stadt ist euer Verein wichtig, ihr liefert viele erfolgreiche Veranstaltungen und neue Impulse.“ Zum Thema Pflanzaktion kündigte der Bürgermeister weitere Aufforstungen im Stadtwald an. Die Sanierung des Kurhauses werde zunächst im Außenbereich fortgeführt, somit könne auch 2027 ein Theaterstück im Kurhaus gezeigt werden. Zusammen mit Ortsvorsteher Karl-Heinz Plosteiner wünschte er alles Gute für dieses Jahr mit tollen Aktionen.

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