Die Jugend entscheidet: Ein Kletterdino für Oberharzer Spielplatz
Etwas trist sieht der Spielplatz an der Treuerhalde aus. Ein Kletterdino soll dort schon bald für fantasievolle Abenteuer sorgen. Foto: Neuendorf
Die Jugend in Clausthal-Zellerfeld entscheidet, wofür 15.000 Euro ausgegeben werden: Auf einem Spielplatz entsteht ein Kletterdino. Auch weitere Wünsche stehen im Fokus.
Clausthal-Zellerfeld. So sieht gelebte Demokratie aus: In einer Abstimmung sprachen sich Kinder und Jugendliche in Clausthal-Zellerfeld zunächst für einen Kletterdinosaurier aus, der auf dem Spielplatz an der Treuerhalde aufgestellt werden soll. Beim Kinder- und Jugendforum entschieden die Klassensprecher jetzt, welches der möglichen vier Modelle gekauft wird. Finanziert wird die Neuanschaffung aus dem städtischen Jugendbudget in Höhe von 15.000 Euro.
Der Kletterdino richtet sich an Kinder zwischen drei und zwölf Jahren. Er bietet viele Möglichkeiten zum Austoben. Foto: eibe Produktion + Vertrieb
Stadtjugendpfleger Björn Schweda zeigte sich beeindruckt von der Beteiligung an der Abstimmung. An vier Tagen wurden in den Schulen der Berg- und Universitätsstadt insgesamt 913 Wahlzettel abgegeben, lediglich sechs waren ungültig. Das Ergebnis fiel vergleichsweise knapp aus: 491 Kinder und Jugendliche votierten für den Kletterdinosaurier, während sich 416 für eine Sprayer-Wand am Jugendzentrum aussprachen.
Kletterdino bietet viele Möglichkeiten
Björn Dörge aus dem Bauamt hatte im Vorfeld bei Spielgeräteherstellern recherchiert, welche Dino-Modelle innerhalb des Budgets infrage kommen. Beim Forum stellte er vier Varianten vor: einen Flugsaurier, einen Stegosaurus sowie zwei unterschiedliche T-Rex-Modelle. Die Klassensprecher entschieden sich mit deutlicher Mehrheit für den größten T-Rex. Das Spielgerät ist knapp drei Meter hoch und mehr als achteinhalb Meter lang. Über ein Netz können Kinder hinaufklettern, auf dem Körper des Dinosauriers balancieren, sich an Stangen entlanghangeln und durch Ringe krabbeln.
Nach Aussage aus dem Rathaus beträgt die Lieferzeit für das Gerät etwa drei Monate. Anschließend muss der Dino noch aufgebaut werden und das Fundament aushärten. Dörge rechnet damit, dass die Mädchen und Jungen gegen Ende der Sommerferien das Spielgerät in Beschlag nehmen dürfen. Empfohlen ist es für Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren. Da sich viele ältere Jugendliche für die Sprayer-Wand ausgesprochen hatten, sagte Bürgermeisterin Petra Emmerich-Kopatsch (SPD) zu, dass sie prüfen wolle, inwiefern auch dieses Projekt umgesetzt werden könne.
Modernisierung im Waldseebad
Auch die Stadtwerke stellen ein eigenes Budget von 15.000 Euro für Wünsche junger Oberharzer bereit. Geschäftsführer Stefan Poehling kündigte umfangreiche Verbesserungen im Waldseebad an. Die in die Jahre gekommenen Duschen und Umkleiden sollen modernisiert, die Beleuchtung verbessert und neue Spielgeräte installiert werden. Zudem wird der Sand des Volleyballfeldes erneuert. Für den entfernten schwarzen Steg am Teich soll im kommenden Jahr eine Lösung gefunden werden. Die alte Begrenzung kann laut Poehling aus rechtlichen und sicherheitstechnischen Gründen nicht in ihrer bisherigen Form ersetzt werden. Auf Nachfrage der Kinder kündigte der Stadtwerke-Chef außerdem an, dass das Ein-Meter-Sprungbrett im Hallenbad zeitnah ausgetauscht werden soll.
Abstimmung im Rat
Clausthal-Zellerfeld: Wie Schüler künftig Politik machen können
Auch die politische Bildung war Thema des Forums: Auf Anfrage der Robert-Koch-Schule stellte die Bürgermeisterin eine Informationsveranstaltung mit ihren Rathausmitarbeitern zur Kommunalwahl im September in Aussicht, schließlich dürfen ja bereits 16-Jährige wählen. Zudem soll es ein Treffen geben, bei dem Jugendliche mit den Bürgermeisterkandidaten ins Gespräch kommen können. Da parteipolitische Werbung auf Schulgeländen aber unzulässig sei, so die Bürgermeisterin, würde die Stadt dafür andere Räume zur Verfügung stellen.
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