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Braucht die Stadt mehr Events?

GZ Plus IconDie Goslarer CDU blickt skeptisch auf Wintermarkt-Idee

Menschen stehen vor bunten Autos in einer Innenstadt.

Die CDU lobt die von der Goslarer Wirtschaft ins Leben gerufenen Aktionstage „Erster Freitag“, an denen immer ein spezielles Motto gilt, wie zum Beispiel im September 2025 "Bella Italia". Foto: Epping

Die Goslarer CDU sieht die Stadtverwaltung nicht als „Eventmanager“, der neue Formate aus dem Hut zaubern soll.

Von Redaktion Dienstag, 03.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar. Die CDU-Ratsfraktion Goslar und der CDU-Stadtverband begrüßen die aktuelle Diskussion über zusätzliche Impulse für die Innenstadt in den Wintermonaten. „Jede ernsthafte Debatte über die Weiterentwicklung unserer Stadt ist wertvoll. Den konkreten Vorschlag eines „Wintermarktes“ betrachten wir jedoch sehr differenziert“, führt Stadtverbandsvorsitzender Mario Hoffmeister aus.

Die Debatte darüber hatte die SPD-Ratsfraktion angeregt.

Aus CDU-Sicht brauche es realistische, wirtschaftlich tragfähige und von den Akteuren vor Ort mitgetragene Konzepte – keine politisch motivierten Aktionen.

Die Stadt sei kein Eventmanager, und auch die Goslar-Marketing-Gesellschaft solle sich stärker auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können: professionelles Standortmarketing, Profilbildung und die Unterstützung der lokalen Wirtschaft.

Hohe Kosten durch zusätzliche Veranstaltungen

Zusätzliche, wetterabhängige Veranstaltungsformate im Januar und Februar würden hohe Kosten verursachen, Personal binden und erhebliche Risiken beinhalten, geben die Christdemokraten zu bedenken. Viele Standbetreiber seien nach fünf Wochen Weihnachtsmarkt am Limit, und auch die Bevölkerung zeige nach den Feiertagen eine gewisse Sättigung.

Vor diesem Hintergrund erscheine es fraglich, ob weitere städtisch initiierte Winter-Events als sinnvoll oder gar als verantwortbare Ausgabe wahrgenommen würden – zumal die Finanzierung der Goslar-Marketing-Gesellschaft (GMG) seitens des städtischen Haushalts politisch auch immer hinterfragt werde.

„Erster Freitag“ ein Erfolgsmodell

Gleichzeitig zeige der Erfolg des „Ersten Freitag im Monat“ eindrucksvoll, wie viel Kraft in der Goslarer Unternehmerschaft steckt. „Dieses Format ist eine echte Bereicherung für das Wirtschaftsleben und hat das Potenzial, sich zu einem regionalen Magneten zu entwickeln – ähnlich wie der Bauernmarkt in Clausthal“, zeigt sich CDU-Wirtschaftsfachmann Bengt Kreibohm begeistert. Solche Initiativen aus der Mitte der Wirtschaft seien authentisch, flexibel und würden von denjenigen getragen, die täglich für ihre Kunden da sind. Genau dort sehe die CDU die Zukunft: in Formaten, die organisch wachsen, statt künstlich verordnet werden.

Keine zusätzliche Konkurrenz

Die CDU will auf „eine behutsame Weiterentwicklung bestehender Stärken“ setzen. Der Weihnachtsmarkt mit dem Wald sei längst eine Marke, die weit über Goslar hinausstrahlt. Diese gelte es zu pflegen und gezielt zu verbessern – durch Elemente wie das Riesenrad. Es seien solche Ideen, die den Charakter der Innenstadt und des Weihnachtsmarktes stärken, ohne zusätzliche Dauerbelastungen zu erzeugen, findet die CDU.

Kritisch bewerte die CDU zudem, „wenn auswärtige Standbetreiber heimischen Gastronomiebetrieben direkt vor die Nase gesetzt werden“, ergänzt Eventveranstalter und CDU-Ratsherr Maik Jankowsky und verweist auf entsprechende Aussagen ihm gegenüber. In Zeiten des Personalmangels könnten viele Betriebe ihrem Team keine zusätzliche Doppelbelastung über mehrere Monate zumuten. Goslars Ziel müsse sein, die lokale Wirtschaft zu stärken und nicht, sie durch zusätzliche Konkurrenz zu schwächen.

Bessere Einbindung der Ortsteile

Darüber hinaus wünsche sich die CDU eine bessere Einbindung der Ortsteile. Hahnenklee verfüge über etablierte Veranstaltungsformate und eine starke touristische Ausrichtung, die in die Gesamtstrategie einbezogen werden sollten – wie aktuell das Winterfest. Auch Vienenburg könne von neuen Impulsen profitieren. Denkbar wäre laut CDU, erfolgreiche Konzepte wie den „Ersten Freitag im Monat“ in angepasster Form auch dort zu etablieren, um die gesamte Stadt zu beleben und nicht nur den Kernbereich.

„Wir unterstützen Ideen, die aus der Mitte der Stadtgesellschaft entstehen, und reichen dafür gerne die Hand“, meint Mario Hoffmeister und sagt weiter: „Goslar braucht keine Eventpolitik, sondern tragfähige Konzepte, die wirken, bezahlbar sind und unsere Innenstadt langfristig stärken.“

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