Grüne tragen Debatte um Brockencamp in den Bundestag
Ein Hubschrauber der Bundeswehr auf dem Brocken: Im Januar haben Angehörige der Truppe den höchsten Harzer Berg erkundet, um ein Nachwuchscamp vorzubereiten. Foto: Bein
Die Kritik an den Plänen der Bundeswehr, auf dem Brocken für zwei Wochen um Nachwuchs zu werben, reißt nicht ab. Jetzt gab es dazu kritische Fragen im Bundestag.
Harz/Berlin. Die aus Dessau stammende Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke aus Sachsen-Anhalt hat den Streit um das von der Bundeswehr auf dem Brocken geplante Nachwuchscamp jetzt im Bundestag thematisiert und dazu mehrere Anfragen formuliert. Diese wurden vom Bundesverteidigungsministerium in knappen Worten beantwortet.
Streit um Bundeswehrtermin im Harz
Nationalpark wendet sich gegen Nachwuchscamp auf dem Brocken
Mit einem einfachen „Ja“ beantwortet das Ministerium die Frage der früheren Bundesumweltministerin Lemke, ob das Naturschutzrecht im Nationalpark auch für das Bundeswehr-Karrierecenter gilt. Das Verteidigungsressort bestätigt außerdem, dass vom 15. bis zum 31. Mai „eine personalwerbliche Veranstaltung im Nationalpark Harz“ geplant ist.
Hubschrauberflüge „in der Prüfung“
Zu den von mehreren Seiten besonders kritisierten Hubschrauberflügen auf dem Brocken, mitten in der Brut- und Setzzeit, heißt es, diese befänden sich „noch in der Prüfung“. Das Karrierecenter werde, so heißt es weiter, „in Abstimmung mit dem Landkreis Harz als Genehmigungsbehörde nur auf einem begrenzten Teil des Brockenplateaus geplant“.
„Martialische Inszenierung“
Linke und Pax Christi lehnen Bundeswehr-Werbung auf Brocken ab
Der Grünen-Kreisverband Goslar, der das geplante Nachwuchscamp ebenso wie die Pax-Christi-Gruppe Nordharz, in den vergangenen Wochen kritisiert hatte, legt nun mit weiteren Kommentaren nach. „Diese kurzen und ausweichenden Antworten des Verteidigungsministeriums bestätigen leider den Eindruck, dass die Naturschutzfragen in der Planungsphase des Camps nicht ausreichend beleuchtet wurden“, erklärt die Grünen-Kreissprecherin Mareike Niebuhr aus Clausthal-Zellerfeld in einer Mitteilung. Dies festige „unseren ablehnenden Standpunkt, das Bundeswehr-Event auf der Brockenspitze durchzuführen“. Die Grünen im Landkreis Goslar würden „für einen konsequenten Umwelt- und Naturschutz“ stehen.
Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Karoline Otte aus Northeim lehnt das Camp ab: „Die Idee, in einem hochsensiblen Bereich des Nationalparks, in einer geschützten Zeit für die dort vorhandenen Tiere und Vögel, ein Rekrutierungscamp der Bundeswehr stattfinden zu lassen, ist für mich unverständlich.“
Weiteren Schaden abwenden
In einer Mitteilung erinnert Otte daran, dass die Nationalparkverwaltung alternative Standorte vorgeschlagen habe. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum es nicht möglich ist, das Bundeswehrcamp an einem anderen geeigneten Standort im Harz aufzuschlagen.“ Trotz des Bekenntnisses zum Naturschutzrecht seien die Planer offenbar „nicht willens“, Ausweichorte zu prüfen. Dies würde dem Image der Truppe schaden.
Protest gegen Bundeswehr-Camp wächst
Kritik aus dem Kreis Goslar gegen Nachwuchswerbung auf dem Brocken
Grünen-Kreissprecherin Mareike Niebuhr sagt, es müsse im Interesse der Bundeswehr liegen, „die Debatte positiv zu beenden“, um „weiteren Schaden am Ansehen abzuwenden“. oli
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