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Auf der Neuen Mitte

GZ Plus IconBraunlage ruft Künstlerwettbewerb für Kartoffeldenkmal aus

Das Foto zeigt eine riesige goldene Kartoffel auf dem Platz Neue Mitte in Braunlage.

Vielleicht ein bisschen wuchtig. Auch über diesen Vorschlag eines Künstlers will der Rat in seiner nächsten Sitzung abstimmen. Foto: Privat

Johann-Georg von Langen ist vor 250 Jahren gestorben. Er hat den Kartoffelanbau nach Braunlage gebracht. Mit einem Denkmal in der Mitte will die Stadt daran erinnern.

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Von Michael Eggers
Mittwoch, 01.04.2026, 10:00 Uhr

Braunlage. Er hat die Wälder umgestaltet und den Kartoffelanbau gefördert: Das Wirken von Johann-Georg von Langen ist auch heute noch in Braunlage spürbar. Kein Wunder, dass die Museumsgesellschaft den 250. Todestag vom 16. bis 27. Mai feiern will. Darüber hinaus hat die Stadt einen Künstlerwettbewerb für ein weiteres Kartoffeldenkmal ausgerufen, wie Bürgermeister Wolfgang Langer mitteilt.

Das Foto zeigt eine Bronze-Skulptur mit Händen, die Kartoffeln halten.

Das ist ein weiterer Vorschlag eines Künstlers für das Kartoffeldenkmal auf der Neuen Mitte. Foto: Privat

Dieses Denkmal soll auf der Neuen Mitte stehen, führt der Verwaltungschef weiter aus. Zwar gebe es im Forstgebiet Brandhai bereits ein Kartoffeldenkmal, aber das sei nur nach einer mehrere Kilometer langen Wanderung zu erreichen. Die Stadt wolle den frühen Kartoffelanbau in Braunlage stärker in den Fokus rücken, betont er. Von Langen hat bereits 1748 dafür gesorgt, dass die Braunlager die Knolle anbauen. Es galt, eine Hungersnot zu verhindern.
Das Foto zeigt einen großen Blumentopf, aus dem scheinbar Kartoffeln herausrollen.

Dieser Vorschlag für das Denkmal auf der Neuen Mitte kommt ein wenig hintergründig daher. Foto: Privat

Die Harzstadt war dadurch früher dran als beispielsweise Friedrich der Große. Der König von Preußen, der allgemein auch der „Alte Fritz“ genannt wurde, ordnete erst 1756 den Kartoffelanbau an, also acht Jahre später. Dennoch gilt Friedrich II. auch durch seinen Kartoffelbefehl als derjenige, der die Knolle in Deutschland populär machte.

Ein privater Sponsor

Es ist aber auch nicht so, dass Braunlage das Andenken des einstigen Hofforstmeisters nicht jetzt schon ehrt. Besonders durch die fast einen Kilometer lange Von-Langen-Straße ist sein Name in der Stadt sehr gegenwärtig. „Aber so ein Kunstwerk im Zentrum ist dann doch etwas anderes“, meint Wolfgang Langer. Die ersten Vorschläge seien bereits bei der Stadt eingegangen, erklärt er. Und einen Teil der Ideen wolle das Stadtoberhaupt schon vorstellen, damit sich die Bürger ein Bild machen können.

Das Foto zeigt einen Stein, an dem ein Schild befestigt ist.

Im Forstrevier Brandhai, mitten im Wald, steht bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Kartoffeldenkmal. Foto: Eggers

Die Aufstellung des Denkmals sei auch dadurch möglich, weil es einen privaten Sponsor gebe, der aber nicht genannt werden wolle. Langer betont, die Entscheidung für das Kunstwerk solle auf breite Beine gestellt werden. Es sei geplant, von nächster Woche an alle Vorschläge im Foyer des Rathauses öffentlich zu präsentieren. Bis Freitag, 10. April, haben die Bürger dann Zeit, über die verschiedenen Exponate abzustimmen. Dieses Votum fließt dann in die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bau, Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Tourismus am Montag, 13. April, um 18.30 Uhr im Rathaus mit ein. Das Gremium berät über die einzelnen Entwürfe. Die Entscheidung, welche künstlerische Ausarbeitung umgesetzt wird, fällt dann am Dienstag, 21. April, der Rat, kündigt der Bürgermeister weiter an. „Wir wollen ja, dass zu den Feierlichkeiten vom 16. bis 27. Mai das neue Kartoffeldenkmal bereits auf der Neuen Mitte steht“, betont er.

In Kopenhagen gestorben

Diese Feierlichkeiten werden auf Vorschlag des Marketingbeirats auch von der Braunlage-Tourismus-Marketing-Gesellschaft finanziell unterstützt. Darüber hinaus sind das gesamte Jahr über weitere Events in Braunlage zu Ehren des Hofforstmeisters geplant, kündigt Jörg Kühnhold, der Vorsitzende der Museumsgesellschaft, an.

Johann-Georg von Langen ist am 22. März 1699 in Oberstadt bei Suhl geboren. 1716 ging er in den Dienst von Fürst Ludwig-Rudolf von Braunschweig-Blankenburg und ließ sich in Jagd- und Forstwesen ausbilden. 1721 wurde er zum Jagdjunker ernannt.

1737 verließ von Langen die deutschen Länder und trat in den Dienst des dänischen Königs Christian VI. Er sollte das Forstwesen in Norwegen reorganisieren. 1742 kehrte er nach Deutschland zurück. Am 11. Januar 1747 gründete er im Auftrag von Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel in Fürstenberg an der Weser die Porzellanmanufaktur Fürstenberg, die er bis 1763 leitete. Später verließ Johann-Georg von Langen sein Land zum zweiten Mal und wurde in Dänemark von König Frederik V. mit der Reorganisation der Forstwirtschaft betraut. Am 25. Mai 1776 starb er im Alter von 77 Jahren in Schloss Jägersborn bei Kopenhagen. Die Braunlager haben übrigens die ersten Kartoffeln nicht gegessen, sondern Branntwein damit hergestellt. Später haben sie die Knolle auch als Nahrungsquelle angebaut. Sie wächst im Oberharz aber wegen der klimatischen Bedingungen nicht so gut wie in niedrigeren Gefilden.

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