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Wegen der B27-Bauarbeiten

GZ Plus IconBraunlage: Sperrung der Promenade für Fußgänger sorgt für Konflikt

Das Foto zeigt zwei Fußgänger, die auf einer durch Schilder gesperrten Straße unterwegs sind.

Die Kurpromenade zwischen dem Haus Bodestraße 14a und Seniorenheim soll während der Bauarbeiten an der B27 unter anderem dafür sorgen, dass Feuerwehrleute im Notfall schneller zum Feuewehrhaus kommen. Foto: Eggers

Die Gerüchteküche brodelt wegen der Sperrung der Promenade auch für Fußgänger. Passanten mit Rollator hätten schon Strafen gezahlt, heißt es. Die GZ ist dem nachgegangen.

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Von Michael Eggers
Mittwoch, 18.03.2026, 04:00 Uhr

Braunlage. Wohl kaum ein Thema erhitzt derzeit die Gemüter in Braunlage so, wie die Sperrung der Kurpromenade zwischen Seniorenheim am Park und dem Wohnhaus Bodestraße 14a für Fußgänger und Radfahrer. Sie ist nötig, damit die Einsatzfahrzeuge von Rettungsdienst und Feuerwehr problemlos Ober- und Unterort erreichen können und keine Passanten in Gefahr bringen, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung.

Das Foto zeigt ein Fahrrad mit Anhänger, das auf dem Gehweg entlang einer gesperrten Straße unterwegs ist.

Einige Radfahrer weichen wegen der Sperrung der Promenade auf den Gehweg im Ampelbereich an der Kreuzung Lauterberger Straße aus. Foto: Eggers

Weil die Ampelkreuzung Bahnhofstraße/Lauterberger Straße/Herzog-Wilhelm-Straße wegen der Bauarbeiten zur Sanierung der Ortsdurchfahrt im Zuge der B27 derzeit voll gesperrt ist, können Fahrzeuge derzeit nur über die Promenade zügig vom Feuerwehrhaus zum Rathaus gelangen. Ansonsten müssten sie die innerörtliche Umleitung zum Kreisel Braunlage-Süd, durch den Tunnel und die Abfahrt Braunlage-Mitte und dann über Lauterberger Straße, Am Steinfeld, Robert-Roloff-Straße, Von-Langen-Straße, Herzog-Wilhelm-Straße, Dr.-Heinrich-Jasper-Platz und Herzog-Johann-Albrecht-Straße zum Rathaus fahren, und das dauert sehr viel länger.
Das Foto zeigt eine schmale Straße, die im hinteren Bereich gesperrt ist.

Noch wenige Meter vor der Sperrung zeigt ein kleines Schild, dass die Radfahrer auf der „richtigen“ Strecke unterwegs sind. Foto: Eggers

Einen Schritt zur Seite

Zu lange, war sich im Vorfeld der Straßensanierung eine Behördenrunde einig, zu der unter anderem Polizei, Landkreis Goslar und Stadt Braunlage gehörten. Diese Runde legte die Umleitungsstrecken fest, heißt es von der Stadt und bestimmte, dass die Promenade für Fußgänger und Radfahrer bis zum 29. Mai gesperrt wird, eben um sie nicht in Gefahr zu bringen, wenn Kranken-, Polizei- oder Feuerwehrwagen oder auch die Feuerwehrleute auf dem Weg zum Feuerwehrhaus im Notfall über die Promenade fahren.

Das Foto zeigt einen matschigen Rasen neben einer asphaltierten Fahrbahn.

Der Matsch auf dem Rasenstück an der Promenade zeigt, wie viele Fahrzeuge die eigentlich gesperrte Straße nutzen, und das Sperrschild umfahren. Foto: Eggers

In der Bevölkerung sorgt das für Kopfschütteln, und viele Bürger ignorieren die Sperrschilder. Sie argumentieren, dass sie ja einen Schritt zur Seite auf den Grünstreifen gehen können, wenn Autos angefahren kommen. Und so laufen nach wie vor Passanten über die Promenade, zudem sind auch Radfahrer weiter auf der asphaltierten Verbindung unterwegs, die Bestandteil des Rad- und Wanderwegs über die Trasse der ehemaligen Südharzeisenbahn ist. Die Radfahrer müssten eigentlich auch durch den Tunnel fahren, um in den anderen Teil Braunlages zu gelangen. Dafür hat die Behördenrunde extra das Kraftfahrstraßenschild vor dem Hasselkopftunnel abnehmen lassen, das bislang dafür sorgte, dass nur Fahrzeuge passieren konnten, die schneller als mit Tempo 60 unterwegs sind.
Das Foto zeigt zwei parkende Autos an einer eigentlich gesperrten Straße.

Sondergenehmigung: Einige Autofahrer dürfen den Parkplatz an der Promenade trotz der Sperrung wegen Bauarbeiten am Seniorenzentraum am Park nach wie vor nutzen. Foto: Eggers

Doch die Radler können auch über die Bodestraße zur Bahnhofstraße fahren, im Bereich der Ampel absteigen, ihr Rad über den Gehweg schieben und dann an der Herzog-Wilhelm-Straße wieder aufsteigen. „Aber nicht alle schieben ihr Rad“, heißt es von der Polizei. Sie habe bereits einige Radfahrer mündlich ermahnt, die Fußgänger gefährdet hätten, abzusteigen und nicht über den Bürgersteig zu fahren, teilen die Beamten auf Anfrage mit.

Eine Sondergenehmigung

Die Polizei betont in diesem Zusammenhang, dass sie bislang noch keine Strafe gegen einen Fußgänger oder Radfahrer verhängt habe, die auf der Promenade unterwegs gewesen seien. In der Stadt macht hingegen das Gerücht die Runde, bereits drei Passanten hätten 20 Euro Bußgeld zahlen müssen, darunter auch eine ältere Frau mit einem Rollator. Doch das ist nicht richtig, heißt es auf Anfrage auch aus dem städtischen Ordnungsamt.

Aber nicht nur Fußgänger, auch Autofahrer nutzen die Abkürzung über die Promenade, wie auch die Polizei bestätigt, die bereits einige Verkehrsteilnehmer angehalten und verwarnt habe. Eine Ausnahmegenehmigung hat hingegen laut städtischem Ordnungsamt das Seniorenzentrum am Park, das an der Promenade einen Parkplatz unterhält. Dieser dürfe wegen Bauarbeiten weiter genutzt werden. Zudem sind auch die Mitarbeiter der Städtischen Betriebe Braunlage (SBB) mit Kommunaltraktor oder Radlader auf der eigentlich gesperrten Promenade unterwegs. „Wir haben keine Sondergenehmigung bekommen“, teilt Leiter Justus Teicke auf Anfrage mit. Er erklärt jedoch in dem Zusammenhang, dass die SBB-Mitarbeiter beispielsweise auch auf den gesperrten Wegen im Kurpark fahren dürften. Und die Umleitung über den Tunnel sei für diese Fahrzeuge doch sehr weit, äußert er Verständnis für seine Mitarbeiter. Dennoch wolle er bei den Beschäftigten noch einmal darauf hinweisen, dass auch Kommunaltraktor und Radlader im Ernstfall Einsatzfahrzeuge behindern könnten.

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