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Machbarkeitsstudie wird vorgestellt

GZ Plus IconHarzer Schmalspurbahnen: Wie gelingt der Anschluss Braunlages?

Ein Dampflok fährt mit mehreren Anhängern durch den Schnee.

Ein Zug der Harzer Schmalspurbahn fährt auf den Brockengipfel. Fährt er auch bald an den Fuß des Wurmbergs, der im Hintergrund zu sehen ist? Foto: Bein

Bereits seit Monaten steht das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zum Anschluss Braunlages ans Netz der Harzer Schmalspurbahn fest, jetzt soll es vorgestellt werden.

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Von Michael Eggers
Freitag, 16.01.2026, 16:00 Uhr

Braunlage. „Ich habe jetzt einfach mal die Initiative ergriffen“, teilt am Freitag Frank Uhlenhaut, der Geschäftsführer der Ein-Harz-
Gesellschaft, auf Anfrage, mit. Am Mittwoch, 28. Januar, will seine Gesellschaft in einer Informationsveranstaltung das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zum Anschluss Braunlages an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) vorstellen. Die Versammlung beginnt um 17 Uhr in der Gaststätte „Tenne“ in Braunlage.

Das Foto zeigt drei Menschen vor einer Modell-Lok.

Geschäftsführerin Katrin Müller und Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Balcerowski von den Harzer Schmalspurbahnen wollen zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Langer (rechts) über das Ergebnis der Machbarkeitsstudie informieren. Foto: Eggers

Gemeinsam mit Landrat Thomas Balcerowski, der auch HSB-Aufsichtsratsvorsitzender ist, HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller und Bürgermeister Wolfgang Langer will Frank Uhlenhaut unterstreichen, wie wichtig die geplante Anbindung für den gesamten Harz sei. „Das ist aber kein 100-Meter-Lauf, sondern ein Marathon“, sagt der Ein-Harz-Geschäftsführer im Hinblick auf das Datum der Umsetzung. Fachleute gehen dabei von einem Zeitrahmen von acht Jahren aus.

Strategisch sinnvoll

Ziel der Veranstaltung sei es, den aktuellen Stand, Chancen und Herausforderungen zu präsentieren und gemeinsam ein starkes Zeichen der Unterstützung für dieses zukunftsweisende Vorhaben zu setzen, erklärt Uhlenhaut weiter. Ein Punkt, den auf Anfrage auch Bürgermeister Wolfgang Langer unterstützt. Ihm ist die Euphorie nach wie vor anzumerken, wenn er über das Projekt spricht, das die zwei tourismusstärksten Urlaubsorte des Harzes, Wernigerode und Braunlage, verbindet, wie er betont.

Das Foto zeigt eine Dampflok, die durh eine neblige und verschneite Landschaft fährt.

Im Schnee faszinieren die Dampflokomotiven ganz besonders: Die Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen fährt durch die verschneite Winterlandschaft auf den höchsten Berg des Harzes. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Zu Beginn der Info-Veranstaltung am 28. Januar in der „Tenne“ werde der aktuelle Stand der Anbindung vorgestellt, heißt es in der Mitteilung der Ein-Harz-Gesellschaft. „Im Fokus steht aber das langfristige Ziel der Verlängerung der Harzquerbahn von Elend nach Braunlage und damit die potenzielle Anbindung an Wernigerode, Nordhausen und den Brockengipfel“, unterstreicht Uhlenhaut. Die Gesellschaft wolle erläutern, warum die Braunlage-HSB-Verbindung aus Sicht des Harzes strategisch sinnvoll sei. Darüber hinaus werden Investitionsbedarf für Bau und Betrieb sowie denkbare Finanzierungsmodelle thematisiert, heißt es. Abschließend soll über politische und wirtschaftliche Impulse gesprochen werden, die für eine Realisierung notwendig sind.

Ergebnis steht seit Monaten fest

Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie liegt bereits seit Monaten in der Schublade und macht längst in Rats- und Fachausschusssitzungen in Braunlage unter der Hand die Runde. Kommunalpolitiker haben immer wieder Andeutungen gemacht, bei denen die Machbarkeitsstudie zu dem Ergebnis kommt, dass der Anschluss möglich sei. Viel mehr haben sie im öffentlichen Teil der Sitzung allerdings nicht gesagt.

Dirk Bahnen, der Pressesprecher der HSB, teilt am Freitag auf Anfrage mit, dass die Machbarkeitsstudie bislang auch noch nicht offiziell vorgestellt worden sei. Er hatte nur aus den sozialen Medien von dem Vorstoß der Ein-Harz-Gesellschaft gehört. „Deswegen kann ich da auch nicht mehr zu sagen“, meint er.

Zu den Gesellschaftern der HSB gehört auch die Braunlage-Tourismus-Gesellschaft (BTG). Sie hat bereits seit Jahrzehnten einen Anteil von 0,5 Prozent an der HSB. Die weiteren Anteilseigner sind die Gemeinde Harztor mit den Bahnanliegern Niedersachswerfen und Ilfeld mit 0,6 Prozent, die Stadt Oberharz am Brocken mit 2,5 Prozent, Harzgerode mit 5,4 Prozent, Quedlinburg mit 6 Prozent, Nordhausen mit 10 Prozent, Wernigerode mit 13 Prozent sowie die Landkreise Nordhausen mit 20 Prozent und Harz mit Sitz in Halberstadt mit 42 Prozent.

Der Abend am 28. Januar in der „Tenne“ bietet eine Austauschmöglichkeit für Kommunalpolitiker, Tourismusakteure und weitere Stakeholder (das sind Personen, die direkt von einem Projekt betroffen sind) der Region. Anmeldungen zur Veranstaltung nimmt Ein-Harz-Geschäftsführer Frank Uhlenhaut bis Dienstag, 20. Januar, entgegen, per E-Mail unter der Adresse kontakt@einharz.de.

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