Großbrand: Schwerstverletzter per Hubschrauber in Klinik gebracht
Mit zwei Drehleitern sind die Feuerwehren am Mittwochmorgen am Claustorwall im Einsatz. Foto: Epping
Feuer in der Altstadt von Goslar: Ein Haus brennt am frühen Morgen. Fünf Stunden lang kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen. Das ist bisher bekannt. Mit Video.
Goslar. Großeinsatz für die Goslarer Rettungskräfte am frühen Mittwochmorgen: Beim Brand eines Doppelhauses in der Altstadt an der Ecke von Claustorwall und Schlüterstraße müssen insgesamt 14 Menschen ihre Wohnungen verlassen. 13 von ihnen bleiben unverletzt, ein Mann wurde mit Brandwunden und einer Rauchgasvergiftung schwerstverletzt ins Krankenhaus Goslar gebracht. Nach GZ-Informationen wurde der Verletzte per Hubschrauber in ein Klinikum nach Hildesheim verlegt. Zu Ursache und Schadenshöhe gibt es noch keine offiziellen Angaben.
Alltag endet um 5.16 Uhr
Nach Angaben von Feuerwehr-Sprecher Michel Langlotz lautete der erste Alarm um 5.16 Uhr auf Zimmerbrand. Als die Flammen aus dem Dachstuhl emporschossen, war schnell klar, dass ein Löschzug nicht ausreichen würde. Per Sirene wurde die gesamte Goslarer Feuerwehr nachalarmiert. Rund 130 Personen von Feuerwehr, DRK und Polizei waren am Ende vor Ort.

Einsatzbesprechung mit Goslars Stadtbrandmeister Christian Hellmeier (Mitte). Foto: Epping
Was war passiert?
Das Feuer war in der Dachgeschosswohnung ausgebrochen und schnell nach oben durchgeschlagen. Der rußverschmierte und erschöpfte Mieter schaffte es gerade noch, die fünfköpfige Familie in der ersten Etage zu wecken. Da war bereits alles voller Qualm. Der Familienvater versuchte zunächst noch etwas mit einem Feuerlöscher auszurichten – vergebens.

Die Dachziegel sind abgenommen, die Balken sind verkohlt. Foto: Epping
Zusammen mit einem Ehepaar aus dem Erdgeschoss mussten sie alle das Haus verlassen, genauso wie die anderen acht Personen aus dem angrenzenden Nachbarhaus. Glück im Unglück: Die Brandmauer zwischen den beiden Gebäudeteilen hielt, sodass nach Angaben von Sprecher Langlotz auf dieser Seite kein größer Schaden entstand.
Nicht bewohnbar
Der betroffene Teil des Doppelhauses ist dagegen laut Stadtbrandmeister Christian Hellmeier vorerst nicht bewohnbar. „Das Löschwasser ist von oben bis unten durchgezogen, wir haben alles auf stromlos stellen lassen“, sagte der Einsatzleiter. Für acht Menschen bedeutet dies genau eine Woche vor Heiligabend, dass sie ein Ausweichquartier benötigen. Nach erster Betreuung durch das DRK wurden sie rasch von Helfern aus dem Ordnungsamt der Stadt Goslar in Empfang genommen und unterstützt. Sie blieben unverletzt, standen aber teils unter Schock. Nachbarn halfen in der Morgenkälte und Dunkelheit mit Kaffee.
Weihnachten steht plötzlich still
Die beiden Söhne der Familie, die in Hannover studieren, waren gerade erst am Abend vorher nach Hause angereist und hatten sich auf Weihnachten gefreut. Die Freundin des einen jungen Mannes war aus Lüneburg gekommen. Am Abend vorher hatte einer sogar noch am traditionellen Nussknacker-Turnier des Ratsgymnasiums teilgenommen.
„Alle Geschenke sind verpackt, im Backofen liegen 18 fertige Rouladen.“ Gedanken, die sich eine Mutter macht. Erste Signale von Feuerwehrleuten, die einen kurzen Einblick in die Wohnung hatten, klingen zumindest nicht hoffnungslos.
Decke heruntergekommen und alles riecht nach Rauch
Später dürfen sie sogar kurz hinein und sich das Nötigste herausholen. Ein Weg, der notwendig ist, aber auch zu Frusterlebnissen führt. In einem Zimmer ist die Decke bereits heruntergekommen. „Alles riecht nach Rauch“, sagt die gelernte Krankenschwester, die im Asklepios-Krankenhaus auf der Intensivstation arbeitet und sonst selbst diejenige ist, die Menschen in Not hilft. Jetzt wird ihr und der Familie geholfen. Für die nächsten Tage kommen sie bei guten Freunden auf der Tappenstraße unter, anschließend wartet eine Wohnung im Claustorwall zwei Häuser weiter neben dem eigenen Haus, die noch ein wenig hergerichtet werden muss. „Wir können uns nur bei allen Einsatzkräften und Helfern bedanken, die uns in dieser Lage dermaßen beigestanden haben.“ Die Botschaft ist ihr wichtig.

Ein Atemschutzträger der Feuerwehr öffnet das Dach. Foto: Epping
Im Einsatz waren und sind die Feuerwehr Goslar, die Feuerwehr Langelsheim mit ihrer Teleskopmast-Drehleiter, die Feuerwehren aus Oker und Hahndorf. Letzte baute das Hygienezelt auf, wo die Einsatzkräfte ihre Kleidung wechseln konnten. Notarzt, Rettungsdienst, DRK und Polizei waren ebenfalls vor Ort. Die Feuerwehr Hahnenklee schickte ihre Drehleiter zur Einsatzreserve in die Goslarer Feuerwache – für den Fall, dass anderswo noch etwas passiert.
Stau bis Riechenberger Spange
Die Sperrung zwischen Am Heiligen Grabe und Greifplatz konnte gegen 9.45 Uhr aufgehoben werden. Der Verkehr staute sich zwischenzeitlich bis zur Riechenberger Spange zurück.
Gegen 10 Uhr konnten die Arbeiten der Feuerwehr abgeschlossen werden, das Feuer ist gelöscht. Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt. Nach ersten Einschätzungen soll ein Schaden von 250.000 Euro entstanden sein.
Zwei Tage vor Heiligabend 2016
Goslarer Blumenhandlung Meyer wird ein Raub der Flammen
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