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Wintersport in Hahnenklee

GZ Plus IconDer Bocksberg ist bereit für den nächsten Besucheransturm

Verschneite Skistation mit Sessellift und vereisten Holzzäunen unter bewölktem Himmel.

Die Bergstation des Bocksberg-Sessellifts im eisigen Harz-Winter. Foto: Roß

Am Bocksberg hat der Wintersportbetrieb begonnen. Lifte laufen, Pisten sind offen. Der Betreiber rechnet am Wochenende wieder mit Tausenden Besuchern. Ein Überblick.

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Von Hendrik Roß
Samstag, 10.01.2026, 04:00 Uhr
Ruhig ist es auf dem nebligen Bocksberg. Monoton drehen Sessellift und Seilbahn ihre Runden. Bisher steigen nur wenige Ski-, und Snowboardfahrer oder Rodler aus, um sich vom Hahnenkleer Hausberg wieder hinunter ins Tal zu stürzen.
Schneebedecktes Holzgebäude mit Skiern und Snowboard, die an einem Geländer lehnen, im Nebel.

Die Bocksberghütte bietet Wintersportlern die Möglichkeit zur Einkehr. Foto: Roß

Dieses Wochenende wird das wieder anders aussehen. „Es sind schon immer ein paar tausend Leute, die bei gutem Wintersportwetter kommen“, erzählt Laura Lünz, Marketingchefin beim Erlebnisbocksberg.

Bocksberg ist im Wintersportmodus

Ein sicheres Zeichen für solch einen Tag sind die langen Schlangen vor der Talstation der Seilbahn.

Vergangenes Wochenende war es soweit.

Leere und besetzte Sessellifte fahren über schneebedeckte Bäume in einem Winterwald.

Am Donnerstagvormittag fahren nur vereinzelt Wintersportler auf den Hahnenkleer Hausberg. Foto: Roß

Der Bocksberg schaltete in den Wintersportmodus. „Unter der Woche konnte man schon rodeln, seit dem Wochenende sind alle Pisten geöffnet“, berichtet Lünz.

Person mit hellgrüner Mütze und dunkler Jacke steht vor einem Sessellift in einer verschneiten Winterlandschaft.

Laura Lünz vom Erlebnisbocksberg freut sich über einen so frühen Saisonstart wie schon seit Jahren nicht mehr. Foto: Roß

Soll heißen: Familienabfahrt und Übungshang stehen für Ski- und Snowboardfahrer zur Verfügung, die Winterrodelbahn für Schlitten-Fans sowie die kleinere „Böckchen“-Piste für alle. Dort kann man sogar mit dem „Zauberteppich“ den Hügel wieder hinauffahren.
Zwei Personen in Winterkleidung stehen auf einem schneebedeckten Laufband, eine hält einen Schlitten.

Die GZ-Praktikantinnen Marie Zajons (links) und Victoria Winter testen die „Böckchen“-Piste und den „Zauberteppich“. Foto: Roß

So früh wie lange nicht

Leider sei der Schnee erst mit dem Ende der niedersächsischen Weihnachtsferien im Harz angekommen. Trotzdem sei die Situation viel besser als in den Vorjahren. Lünz: „So früh sind wir schon lange nicht mehr in die Saison gestartet.“

Und es gibt ja noch die Nachbarbundesländer. In Sachsen-Anhalt ist der Dreikönigstag am 6. Januar ein Feiertag. „Da waren viele hier“, erinnert sich Aydın Vuralhan, der den Ski-, Snowboard- und Schlittenverleih an der Talstation des Bocksbergs betreibt.
Person in grauer Jacke mit Fox-Logo steht vor einem Regal mit mehreren Skiern in einem Geschäft.

Aydın Vuralhan betreibt seit 20 Jahren den Skiverleih in Hahnenklee. Foto: Roß

In Hessen dauern die Weihnachtsferien sogar bis zum 10. Januar. Das Vater-Sohn-Gespann Phillip und Ben Heyer aus Kassel hat sich kurzerhand für einen viertägigen Kurzurlaub in Hahnenklee entschieden. Der Junior lernt das Snowboardfahren im Harz. „Dafür ist das optimal hier“, sagt Vater Phillip Heyer.

Seit 20 Jahren Skiverleiher

An guten Winterwochenendtagen verleiht Vuralhan etwa 150 Paar Skier und noch einmal genauso viele Schlitten, schätzt er. Bei den Snowboards seien es etwas weniger.
Mehrere rote Kunststoffschlitten sind eng in zwei Reihen hintereinander aufgestellt und mit Draht verbunden.

Die rote Schlitten-Armada ist bereit für ihren Einsatz. Foto: Roß

Er ist schon seit 20 Jahren dabei, kennt das mühsame Geschäft. „Wir hatten sieben schlechte Winter“, kann er sofort berichten. Einzig im Corona-Winter 2020/2021 lag viel Schnee im Harz, allerdings waren die Tourismus-Betriebe geschlossen. Letztes Jahr habe es genau 1,5 Skitage am Bocksberg gegeben, berichtet der Verleihbetreiber, dessen Hauptgeschäft mittlerweile außerhalb der Winterzeit liegt.
Holzturm mit geschwungenem, gezacktem Dach und spiralförmiger Rutsche, umgeben von schneebedeckten Bäumen und Gebäuden.

Die Sommerspielgeräte auf dem Bockberg glänzen derzeit als eisige Winterlandschaft. Foto: Roß

Da gibt es bei ihm Mountainbikes. Für das kommende Wochenende rechnet er wieder mit reichlich Kundschaft. „Viele kommen aus Hamburg und Berlin“, sagt er. Vor allem, wenn morgens schon die Sonne scheint, würden sich viele spontan auf den Weg machen.

So früh wie möglich losfahren

„Am besten so früh wie möglich losfahren“, lautet die Empfehlung von Bocksberg-Marketingchefin Lünz. Denn Hahnenklee liegt in einem Kessel und hat daher nur in begrenztem Umfang Parkplätze zu bieten. Bei zu viel Anreiseverkehr wird der Ort auch schon einmal dichtgemacht. „Grundsätzlich sind wir mit Winterreifen aber gut zu erreichen“, bekräftigt Lünz. Der Winterdienst sei auf Zack, auch bei Neuschnee.

Reichlich Neuschnee

Von dem könnte es in den kommenden Tagen reichlich geben. Aktuell gibt der Erlebnisbocksberg eine Schneehöhe von 30 Zentimetern an. Auf der Familienabfahrt für Ski- und Snowboarder sei auch schon beschneit worden, berichtet Lünz. Allerdings habe der Pistenbully den Geist aufgegeben. Ersatz soll aber ab Freitag zur Verfügung stehen, damit die Pisten präpariert werden können.

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