Der Bahn-Bauzaun bleibt noch einen Sommer in Goslar
Der Bauzaun oberhalb der sanierten Bahnmauer bleibt auch noch diesen Sommer stehen. Foto: Epping
Der Bauzaun an der sanierten Bahn-Feldmauer bleibt bis Herbst – wegen Krankheit, Klärungsbedarf mit der Bahn und verspäteter Ausschreibung. Die Bürgerliste spricht von einem „Armutszeugnis“ für die Stadtverwaltung.
Goslar. Der Bauzaun oberhalb der sanierten Bahn-Feldmauer an der Bismarckstraße bleibt noch einen Sommer stehen. Wie eine Anfrage der Bürgerliste ergeben hat, habe die Stadtverwaltung, die Ausschreibungen für die Nachpflanzungen krankheitsbedingt, nicht rechtzeitig für die aktuelle Pflanzperiode ausschreiben können. Außerdem habe es noch Klärungsbedarf mit der Bahn gegeben, die für die Baustelle verantwortlich war und ist. Nun solle die südliche Baumreihe an der Stelle im Oktober gesetzt werden und der Bauzaun dann verschwinden.
Seit 2023 abgeschlossen
Die Mauersanierung ist bereits seit Ende 2023 abgeschlossen.
Bürgerlisten-Ratsherr Henning Wehrmann zeigt kein Verständnis für die erneute Verzögerung auf der Baustelle und spricht von einem „Armutszeugnis“ für die Bauverwaltung.
Diese habe noch im August letzten Jahres zugesagt, dass die Pflanzungen im Winterhalbjahr 2024/25 erfolgen. Bei der Promenade unterhalb des Bismarck-Denkmals handele es sich um einen auch bei den Gästen der Stadt beliebten Spazierweg mit Aussicht auf die Altstadt. „Der hässliche Bauzaun und die dahinter wild sprießende Spontanvegetation trüben aber diese Aussicht – und das über ein Jahr nach Fertigstellung der Mauersanierung“, kritisiert Wehrmann.
Die zögerliche Fertigstellung der Ersatzpflanzungen passe jedoch für die Bürgerliste ins Bild der Vernachlässigung im Stadtteil Georgenberg durch die Stadtverwaltung. Erst kürzlich hatte eine Anwohnerinitiative den laufenden Vandalismus im Bereich der Georgenberg-Ruine kritisiert.
Die Baukosten
Und auch ein zweiter Aspekt rückt durch die Anfrage wieder in den Fokus: die Baukosten. Im Jahr 2021 hatte die Bahn kalkuliert, dass die Sanierung der rund 300 Meter langen Feldmauer 3,7 Millionen Euro kosten sollte. Obwohl sich das Denkmal in Eigentum der Deutschen Bahn befindet, ist die Stadt Goslar aufgrund eines alten Vertrags aus dem Jahr 1981 verpflichtet, die Hälfte der Baukosten zu übernehmen. Wie hoch die Summe werden wird, ist noch nicht bekannt. Laut Auskunft der Stadtverwaltung seien die Abrechnungsunterlagen der Bahn „kurzfristig“ im Rathaus angekommen, aber noch nicht geprüft.
Copyright © 2025 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.