Derzeit viele Einsätze für die Bergwacht im Oberharz
ATV, steht für All-Terrain-Vehicle, heißt das Fahrzeug der Bergwacht St. Andreasberg, mit dem sie bei Einsätzen im Gelände unterwegs ist. Foto: Bergwacht
Ob Wolfswarte bei Altenau, Achtermannshöhe bei Braunlage oder der Rehberger Graben: Die Einsatzkräfte der Bergwacht St. Andreasberg helfen derzeit im gesamten Oberharz.
St. Andreasberg. Wenn viel Schnee liegt, passiert meist nicht so viel. „Die sogenannte weiße Pracht dämpft bei Stürzen auch die Verletzungen“, hat Martin Asselmeyer, der Bereitschaftsleiter der Bergwacht St. Andreasberg, beobachtet. „Vor dem Wintereinbruch hatten wir aber teils Unfälle mit wirklich schweren Verletzungen“, berichtet er. Da waren die zwölf Einsatzkräfte der St. Andreasberger Bergwacht viel unterwegs.
Im schwierigen Gelände, wie im Bild zu sehen am Rehberger Graben, müssen die Einsatzkräfte der Bergwacht eine verletzte Person zu Fuß steile Hänge hinab zum Rettungswagen tragen. Foto: Bergwacht

Bei dem Einsatz an der Wolfswarte setzen die Einsatzkräfte der Bergwacht St. Andreasberg auch eine sogenannte Notfall-Roll-Trage für schweres Gelände ein. Foto: Bergwacht
Beim Rodeln gestürzt
In den vergangenen Tagen und Wochen nach Weihnachten waren die Bergwacht-Helferinnen und -helfer unter anderem am Rehberger Graben in der Nähe des Goetheplatzes im Einsatz. Da hatte sich ein mehr als handgroßer Felsbrocken gelöst und war einem 35 Jahre alten Urlauber auf die Brust gefallen, der in diesem Bereich wanderte. Einen Tag später fuhren die Einsatzkräfte zur Achtermannshöhe bei Braunlage, wo eine 49-jährige Wanderin schwer stürzte und sie die verletzte Urlauberin mit einer Gebirgstrage zum Rettungswagen transportierten.

Kein leichtes Ehrenamt: Die Helferinnen und Helfer der Bergwacht müssen die Verletzten teilweise auch bergauf im schwierigen Gelände tragen. Foto: Bergwacht
Mann hat sich verirrt
Feuerwehr sucht 45-jährigen Urlauber nach Brockenwanderung
Anspruchsvolle Schulungen
Um im schwierigen Gelände gerade im Winter helfen zu können, haben die Einsatzkräfte eine anspruchsvolle Ausbildung hinter sich. Unter anderem werden sie in den Alpen ausgebildet und müssen bei der Winterprüfung zeigen, dass sie verletzte Personen auf der Skipiste sowie auf nicht präpariertem Gelände helfen können. Dabei müssen sie eine medizinische Erstversorgung leisten, den Verletzten im Akja (Rettungsschlitten) sicher ins Tal bringen und anschließend dem Rettungsdienst übergeben. Weiterhin gehört auch ein zweistündiger Konditionsteil zum Eignungstest. Hinzu kommt die nicht minder schwere Ausbildung im Sommer. Je nach Vorkenntnissen dauert die Ausbildung insgesamt zwei bis vier Jahre.Polizei ermittelt
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Bereitschaftsleiter Martin Asselmeyer lobt dabei das Zusammengehörigkeitsgefühl. „Es bereitet einfach Spaß, bei diesem tollen Miteinander am Berg tätig zu sein, das übrigens unter allen Mitarbeitern, auch denen in den Gaststätten herrscht“, sagt er. Wer mitmachen wolle, könne einfach an einem der nächsten Mittwoche am Wurmberg vorbeikommen. An diesem Tag bietet die Wurmbergseilbahn-Gesellschaft am Hexenritt jeweils Nachtskilauf an, dass heißt, die Wintersportler können unter Flutlicht den Hang hinabfahren. Interessierte Helfer können dann gegen 18 Uhr die verschiedenen Einsatzkräfte der Bergwacht kennenlernen.
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