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Kräfte rücken mehrfach aus

GZ Plus IconDerzeit viele Einsätze für die Bergwacht im Oberharz

Ein Raupenfahrzeug zieht einen Schlitten durch den Schnee.

ATV, steht für All-Terrain-Vehicle, heißt das Fahrzeug der Bergwacht St. Andreasberg, mit dem sie bei Einsätzen im Gelände unterwegs ist. Foto: Bergwacht

Ob Wolfswarte bei Altenau, Achtermannshöhe bei Braunlage oder der Rehberger Graben: Die Einsatzkräfte der Bergwacht St. Andreasberg helfen derzeit im gesamten Oberharz.

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Von Michael Eggers
Donnerstag, 15.01.2026, 04:00 Uhr

St. Andreasberg. Wenn viel Schnee liegt, passiert meist nicht so viel. „Die sogenannte weiße Pracht dämpft bei Stürzen auch die Verletzungen“, hat Martin Asselmeyer, der Bereitschaftsleiter der Bergwacht St. Andreasberg, beobachtet. „Vor dem Wintereinbruch hatten wir aber teils Unfälle mit wirklich schweren Verletzungen“, berichtet er. Da waren die zwölf Einsatzkräfte der St. Andreasberger Bergwacht viel unterwegs.

Mehrere Menschen tragen hinter Bäumen verdeckt eine verletzte Person einen Steilhang hinunter.

Im schwierigen Gelände, wie im Bild zu sehen am Rehberger Graben, müssen die Einsatzkräfte der Bergwacht eine verletzte Person zu Fuß steile Hänge hinab zum Rettungswagen tragen. Foto: Bergwacht

Ähnlich wie die Feuerwehrleute tragen auch die Bergwacht-Helfer rund um die Uhr Einsatzmelde-Empfänger. Wenn diese Pieper, wie sie umgangssprachlich auch genannt werden, Alarm geben, eilen die Kräfte zum Bauhof der Bergstadt. In dem Gebäude der Städtischen Betriebe Braunlage ist auch diese Abteilung des DRK-Ortsvereins St. Andreasberg untergebracht. Je nach Schwere des Unfalls geht es dann teilweise auch mit Blaulicht zum Ort des Geschehens.
Mehrere Menschen transportieren eine verletzte Person auf einer sogenannten Rolltrage.

Bei dem Einsatz an der Wolfswarte setzen die Einsatzkräfte der Bergwacht St. Andreasberg auch eine sogenannte Notfall-Roll-Trage für schweres Gelände ein. Foto: Bergwacht

Um zum Einsatzort zu gelangen, haben die St. Andreasberger unter anderem einen VW Amorok mit Offroad-ABS, 4-Motion-Allradantrieb und vielseitigen Möglichkeiten sowie ein ATV, das steht für All-Terrain-Vehicle, also ein Fahrzeug auf Raupen für jedes Gelände. Zudem arbeiten die Einsatzkräfte eng mit dem Rettungsdienst zusammen.

Beim Rodeln gestürzt

In den vergangenen Tagen und Wochen nach Weihnachten waren die Bergwacht-Helferinnen und -helfer unter anderem am Rehberger Graben in der Nähe des Goetheplatzes im Einsatz. Da hatte sich ein mehr als handgroßer Felsbrocken gelöst und war einem 35 Jahre alten Urlauber auf die Brust gefallen, der in diesem Bereich wanderte. Einen Tag später fuhren die Einsatzkräfte zur Achtermannshöhe bei Braunlage, wo eine 49-jährige Wanderin schwer stürzte und sie die verletzte Urlauberin mit einer Gebirgstrage zum Rettungswagen transportierten.

Mehrere Menschen tragen eine verletzte Person einen Weg bergauf.

Kein leichtes Ehrenamt: Die Helferinnen und Helfer der Bergwacht müssen die Verletzten teilweise auch bergauf im schwierigen Gelände tragen. Foto: Bergwacht

Am gleichen Tag stürzte ebenfalls eine Urlauberin und zwar an der Wolfswarte bei Altenau. Die 30-Jährige brach sich so unglücklich das Handgelenk, dass sie Kreislaufprobleme bekam und per Gebirgstrage zum Rettungswagen gebracht werden musste.Nicht ganz so weit mussten die Einsatzkräfte dann vor einer Woche einen zwölfjährigen Jungen bringen, der in Torfhaus beim Rodeln verunglückt ist. Auch er ist anschließend per Rettungswagen ins nächste Krankenhaus gebracht worden. Ebenso eine Schlittenfahrerin, die einen Tag später auf dem neuen Rodelhang am Hasselkopf gestürzt ist. Weiterhin sind die Helfer der Bergwacht auch bei internistischen Notfällen im Einsatz, bei dem sich kürzlich ein besonders tragischer an einer Ausflugsgaststätte bei St. Andreasberg ereignet hat. Ein Mitte 50-jähriger Urlauber sei verstorben, teilte die Bergwacht mit, die bei diesem Einsatz auch die Landung des Rettungshubschraubers im schweren Gelände koordiniert hatte.

Anspruchsvolle Schulungen

Um im schwierigen Gelände gerade im Winter helfen zu können, haben die Einsatzkräfte eine anspruchsvolle Ausbildung hinter sich. Unter anderem werden sie in den Alpen ausgebildet und müssen bei der Winterprüfung zeigen, dass sie verletzte Personen auf der Skipiste sowie auf nicht präpariertem Gelände helfen können. Dabei müssen sie eine medizinische Erstversorgung leisten, den Verletzten im Akja (Rettungsschlitten) sicher ins Tal bringen und anschließend dem Rettungsdienst übergeben. Weiterhin gehört auch ein zweistündiger Konditionsteil zum Eignungstest. Hinzu kommt die nicht minder schwere Ausbildung im Sommer. Je nach Vorkenntnissen dauert die Ausbildung insgesamt zwei bis vier Jahre. Und die zwölf Helfer der Bergwacht in St. Andreasberg sind nicht nur im Gelände mit den zehn Kräften der Bergwacht Vienenburg unterwegs, zusammen mit den Vienenburgern sowie den Bergwacht-Gruppen aus Clausthal-Zellerfeld, Langelsheim, Thale, Halberstadt und neuerdings auch Ellrich verrichten sie an den Wochenenden auch ihren Dienst am Wurmberg und helfen bei Bedarf auch in den anderen Skigebieten im Oberharz.

Bereitschaftsleiter Martin Asselmeyer lobt dabei das Zusammengehörigkeitsgefühl. „Es bereitet einfach Spaß, bei diesem tollen Miteinander am Berg tätig zu sein, das übrigens unter allen Mitarbeitern, auch denen in den Gaststätten herrscht“, sagt er. Wer mitmachen wolle, könne einfach an einem der nächsten Mittwoche am Wurmberg vorbeikommen. An diesem Tag bietet die Wurmbergseilbahn-Gesellschaft am Hexenritt jeweils Nachtskilauf an, dass heißt, die Wintersportler können unter Flutlicht den Hang hinabfahren. Interessierte Helfer können dann gegen 18 Uhr die verschiedenen Einsatzkräfte der Bergwacht kennenlernen.

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