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Burgstraße Bad Harzburg

GZ Plus IconNach Kita-Wasserschaden: Das passiert jetzt mit den Kindern

Ein Bild aus der Kita von vor ein paar Wochen: Nach der Trocknung ist die beschädigte Bausubstanz mittlerweile entfernt worden.

Ein Bild aus der Kita von vor ein paar Wochen: Nach der Trocknung ist die beschädigte Bausubstanz mittlerweile entfernt worden. Foto: Stadt Bad Harzburg

Nach dem schweren Wasserschaden in der Bad Harzburger Kita Burgstraße gibt die Stadt Neues zur Sanierung und zur Unterbringung der Kinder bekannt – und gesteht Fehler ein.

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Von Christoph Exner
Freitag, 21.11.2025, 10:00 Uhr

Bad Harzburg. Wie geht es mit der Kindertagesstätte Burgstraße weiter, nachdem dort im Sommer ein schwerer Wasserschaden entdeckt wurde? Und was bedeutet das für Kinder und Eltern? Darüber informierte jetzt während der Sitzung des Bauausschusses Bad Harzburgs Bau- und Ordnungsamtsleiter Tobias Brandt. Gleichzeitig gestand er im Namen der Stadt Fehler bei der Kommunikation mit den Eltern ein.

Kurzer Rückblick: In der Kita war bereits vor längerer Zeit eine Wasserleitung geplatzt. Das Wasser verteilte sich unterhalb des Bodens in großen Teilen des Gebäudes. Aufgrund der speziellen Bausubstanz war der Schaden erst entdeckt worden, als das Ständerwerk der Innenwände bereits durchweicht war. In der Folge wurde die Einrichtung geschlossen, die Kinder und das Personal auf die anderen Kitas in der Stadt verteilt.

Eine Antwort auf die Frage, ob das Gebäude saniert werden kann oder neu gebaut werden muss, ließ einige Wochen auf sich warten, da die Stadt die Optionen prüfen, vor allem aber auch noch auf das Ergebnis eines Versicherungsgutachtens warten musste. Seit Mitte Oktober ist klar: Die Kita soll saniert werden. Der festgestellte Schaden belaufe sich auf etwa 600.000 Euro, wie Bauamtsleiter Brandt im Nachgang der Sitzung gegenüber der GZ erklärte, mehr als 500.000 Euro davon zahle die Versicherung.

Diese Baumaßnahmen sind geplant

Dennoch plant die Stadt für das Vorhaben insgesamt rund 1,5 Millionen Euro ein. Wenn man die Kita schon außerplanmäßig sanieren müsse, wolle man das Gebäude auch gleich auf den neuesten Stand bringen, so Brandt. Heißt: Die Einrichtung bekommt neben den neuen Leitungen und Wänden unter anderem auch neue Sanitäranlagen, neue Elektrik und eine neue Heizung. Mit den dafür angesetzten 1,5 Millionen Euro fahre man immer noch deutlich günstiger, als mit einem Neubau, rechnete Brandt vor. Wie gesagt, ein Teil davon zahlt die Versicherung, den übrigen Eigenanteil kann sich die Stadt leisten, weil der geplante Neubau der Salzhalle am Bauhof (900.000 Euro) wie berichtet noch einmal verschoben werden kann.

Die vom Wasserschaden betroffene Bausubstanz sei bereits entfernt worden. Bis Ende des Jahres soll nun der Wiederaufbau geplant und das Projekt ausgeschrieben werden, stellte Bauamtsleiter Brandt den Zeitplan vor. Begonnen werden solle mit der Sanierung so schnell wie möglich, am besten im Januar. Eine Fertigstellung ist für den 30. Juni geplant, wobei dieses Datum nicht in Stein gemeißelt sei, betont Tobias Brandt. Bei Sanierungen im Bestand könne es immer zu Verzögerungen kommen, so ehrlich müsse man sein.

So wirkt sich das auf die Kinder aus

Bad Harzburgs Ratsmitglieder hatten wissen wollen, ob es die Möglichkeit gibt, Fördermittel für die Kita-Sanierung zu bekommen. Das Problem daran sei, so Brandt, dass man keine Zeit habe. „Wir müssen jetzt mit den Bauarbeiten anfangen und können nicht noch auf die Genehmigung von Förderanträgen warten“, sagte er. Gleichwohl prüfe die Verwaltung, ob es Förderprogramme gibt, die auch noch nach Beginn der Arbeiten abgeschöpft werden könnten.

Kritik gab es während der Sitzung auch von Seite anwesender Eltern. Sie fühlten sich nicht rechtzeitig und umfangreich genug über die Lage in der Kita informiert. Auch herrscht unter ihnen offenkundig große Sorge, was mit ihren Kindern passiert, wenn die Sanierung nicht rechtzeitig zum Sommer hin fertig wird.

Da konnte am Dienstag allerdings Entwarnung gegeben werden. Die Ausnahmegenehmigung des Landes, die aktuell die Unterbringung der Kinder in den anderen Einrichtungen sichert, werde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verlängert, bis die Arbeiten komplett abgeschlossen sind, so das Signal.

Tobias Brandt gestand im Namen der Stadt ein, nicht ausreichend genug mit den Eltern kommuniziert zu haben und versprach Besserung. Die Lage habe sich nach dem Wasserschaden nahezu täglich geändert. Es seien zwischendurch beispielsweise auch Bestandsimmobilien für die mögliche Unterbringung der Kinder besichtigt worden. „Deshalb haben wir Sie nicht so informiert, wie man das eigentlich hätte machen sollen“, entschuldigte sich Brandt.

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