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Temposünder in Goslar

GZ Plus IconBilanz für 2025: Blitzer an B6 löst 20.000-mal aus

Zwei Autos fahren auf einer mehrspurigen, leicht verschneiten Straße, ein schwarzes Auto in der linken Spur und ein rotes in der mittleren Spur, rechts eine weiße Transporter auf der rechten Spur.

Der Blitzer an der B6 steht in einer Tempo-60-Zone. Foto: Epping

Verkehrssünder bleiben eine wichtige Geldquelle für die Stadt Goslar: Tausende Tempoverstöße und Falschparker bescheren Einnahmen von über einer Million Euro in 2025.

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Von Hendrik Roß
Mittwoch, 04.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar. Rund 20.000-mal hat der Blitzer an der B6, kurz vor der Abfahrt Hildesheimer Straße, im Jahr 2025 zugeschlagen. Das macht im Schnitt rund 55 Tempoverstöße am Tag, also deutlich mehr als zwei pro Stunde.

Durch mobile Geschwindigkeitskontrollen hat die Stadtverwaltung laut eigenen Angaben weitere 13.000 Autofahrer erwischt, die zu schnell unterwegs waren. Der Schwerpunkt dieser insgesamt 246 Kontrollen lag laut Stadtsprecherin Daniela Siegl auf Tempo-30-Zonen vor Schulen. Pro mobiler Radarmessung blitzte es demnach fast 53-mal.

Stadt erwischt 17.150 Falschparker

Hinzu kommen etwa 17.150 Parkverstöße im gesamten Stadtgebiet, die geahndet wurden, also rund 47 falsch oder ohne Parkticket abgestellte Autos pro Tag.

Aus den Strafgeldern für Geschwindigkeits- und Parkverstöße hat die Stadt Goslar nach eigenen Angaben 2025 mehr als eine Million Euro eingenommen. Genauer gesagt waren es 649.000 Euro durch die stationäre und mobile Radarmessungen sowie 419.000 Euro durch geahndete Parkverstöße.

Mehr mobile Kontrollen in der Stadt

Während die Zahl der Temposünder, die in die B6-Radarfalle rauschen, im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig ist, werden von den mobilen Kontrollen wesentlich mehr Autofahrer überrascht: 2023 wurden gerade einmal 8828 Verstöße geahndet, also rund 4000 Fälle weniger als vergangenes Jahr. Allerdings stieg im gleichen Zeitraum die Anzahl der Kontrollen von 212 auf fast 250.

Allein der B6-Blitzer brachte 2023 noch über eine Million Euro in die Stadtkasse und löste mehr als 21.000-mal aus.

Stark angestiegen sind hingegen die Strafgelder im ruhenden Verkehr: von 371.000 Euro im Jahr 2023 auf 419.000 Euro in 2025.

Ein Rekord im Jahr 2016

Die Blitzeranlage war im August 2010 in Betrieb gegangen, um die Unfallgefahr an der nachfolgenden Ampel zu senken. Dort habe es bis zu 14-mal im Jahr gekracht, hieß es zur Begründung für die stationäre Radaranlage. In den Jahren 2024 und 2025 habe es nicht einen Unfall an der Stelle gegeben, teilt Stadtsprecherin Siegl mit.

2016 hatte der B6-Blitzer einen bis heute gültigen Rekord aufgestellt: 38.694-mal löste die Anlage aus, weil jemand in der Tempo-60-Zone das Gaspedal zu sehr durchdrückte. Das sind immerhin im Schnitt fast 4,5 teure Fotos pro Stunde.

Blitzlichtgewitter zum Start

Nicht vergleichbar sind diese Zahlen jedoch mit der Anfangszeit. Als die Radaranlage im August 2010 in Betrieb ging, gab es zunächst ein wahres Blitzlichtgewitter: In der ersten Woche löste die Anlage stolze 2644 Mal aus, also fast 16-mal pro Stunde – oder auch alle vier Minuten zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Zum Teil rasen die erwischten Fahrerinnen und Fahrer mit wahnsinnigen Geschwindigkeiten an dem Blitzer vorbei. Im Jahr 2023 betrug die Spitzengeschwindigkeit 145 Kilometer pro Stunde. Wie schnell vergangenes Jahr der schnellste Temposünder war, ist nicht bekannt. Die Stadtverwaltung verweist auf die Bußgeldstelle des Landkreises. Von dort gab es aber bisher auch keine Informationen.

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