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Fußball-Bundesliga

Bayern-Tore nach Real-Spruch: Karls Topstart ins WM-Jahr

Lennart Karl in Aktion beim Bayern-Testspiel in Salzburg.

Lennart Karl in Aktion beim Bayern-Testspiel in Salzburg. Foto: Sven Hoppe/dpa

Lennart Karl sorgt beim FC Bayern im neuen Jahr gleich wieder für Furore - und dazu mit jugendlicher Offenheit für reichlich Wirbel. Max Eberl ordnet die Aufregung um das Offensivjuwel väterlich ein.

Von Klaus Bergmann, dpa Mittwoch, 07.01.2026, 05:50 Uhr

Salzburg. Lennart Karl huschte wortlos in den warmen Mannschaftsbus. Nach der jugendlich forschen Aussage zu seinem „Traumverein“ Real Madrid und dem Wirbel danach ließ Bayern Münchens Teenie-Star im Salzburger Stadion alleine fußballerische Taten für sich sprechen. 

Die rein sportlichen Botschaften des deutschen Offensiv-Juwels beim 5:0 (1:0) des Bundesliga-Herbstmeisters im winterlichen Test gegen Österreichs Liga-Spitzenreiter Red Bull Salzburg waren dabei eindeutig. Der 17-Jährige glänzte vor fast 30.000 Zuschauern als Torschütze zum 2:0 und 4:0 sowie als Vorbereiter des Treffers zum 3:0. Und das alles in gerade mal 45 Minuten, die Karl bei eisigen Temperaturen auf dem Platz stand. 

Der Youngster lief zum Start ins sportlich so bedeutende WM-Jahr sofort wieder heiß. Und das unbeeindruckt von dem Aufsehen, das er mit einer offenherzigen Antwort auf eine Kinderfrage beim Besuch eines Bayern-Fanclubs nur zwei Tage zuvor ausgelöst hatte. 

Eberl reagiert entspannt auf Wirbel um Karl-Aussage

Ob er einen Traumverein außer dem FC Bayern habe? „Natürlich ist Bayern ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, da zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein, aber das bleibt unter uns“, hatte Karl mit einem Lächeln gesagt.

Die Ehrlichkeit war im Profi-Business womöglich naiv. Aber sie war nur so unbeschwert, wie Karl Fußball spielt. Bei einigen Bayern-Fans kam sie gar nicht gut an. Und auch die Münchner Bosse vernahmen sie zumindest erstaunt. Max Eberl war trotzdem bemüht, nach dem „standesgemäßen“ Testspielerfolg das Thema im Untergeschoss des Salzburger Stadions verbal einzufangen. 

Er sei „völlig entspannt“, sagte der Sportvorstand. Und berichtete, dass Karl gleich am Tag danach „zu uns kam und uns gesagt hat: „Ich glaube, ich habe da was nicht so ganz Gutes gesagt, was man fehlinterpretieren kann“.“ 

Die Sache sei damit vom Tisch. „Er zeigt seine Leistung auf dem Platz. Er fühlt sich sauwohl beim FC Bayern. Er weiß, was er hier hat. Das hat er uns nochmal unterstrichen. Und das ist das, was zählt“, erklärte Eberl.  

„Ein 17-Jähriger darf auch einen Fehler machen“

Vor einem halben Jahr hätte keiner großartig wahrgenommen, wenn Bayern-Bubi Karl seinen Real-Traum ausplaudert. Inzwischen ist das anders. Das haben ihm die Bayern-Bosse verdeutlicht. „Ich glaube, ein 17-Jähriger darf auch mal einen Fehler machen und in seiner Euphorie etwas sagen, wo er hinterher sagt, „okay, das hätte ich anders machen können““, äußerte Eberl geradezu väterlich. 

„Auf dem Platz ist er verdammt gut. Und das Drumherum? Das wird er lernen“, sagte Eberl: „Er ist eben nicht mehr der Lenny, der 17-Jährige, den niemand kennt. Sondern er ist Lennart Karl, wo jetzt ganz Deutschland weiß, was er kann und was er ist.“ Es wird inzwischen anders hinhört, wenn Karl etwas sagt. 

„Er hat einfach - wie ein 17-Jähriger - frei von der Leber gesprochen“, erklärte Eberl. Real Madrid sei aber „überhaupt kein Thema“ für den Youngster, betonte der Sportvorstand. Sondern nur Bayern München. „Er ist so dankbar.“ 

Gut gemacht, Junge: Konrad Laimer (l) klatscht mit Lennart Karl nach dessen Treffer zum 2:0 für den FC Bayern ab.

Gut gemacht, Junge: Konrad Laimer (l) klatscht mit Lennart Karl nach dessen Treffer zum 2:0 für den FC Bayern ab. Foto: Sven Hoppe/dpa

Karl soll sich in München zu einem Bayern-Gesicht der Zukunft entwickeln. Wenn der Junge aus Unterfranken am 22. Februar volljährig wird, soll sein aktueller Kontrakt in einen Profivertrag umgewandelt werden. Mit einer neuen Laufzeit bis 2029. 

Ob Nagelsmann zugeschaut hat?

Bayern-Trainer Vincent Kompany gibt Karl mit Einsatzzeiten die Chance, ein Star zu werden. Und Karl bringt dafür alles mit, was im Profi-Business benötigt wird: Spielfreude, Spielwitz, Torgefahr, einen überragenden linken Fuß und viel Selbstvertrauen. Dazu kommt die Gabe, offenbar keinen Druck zu verspüren. 

Ob Julian Nagelsmann beim Salzburg-Test zugeschaut hat? Wenn ja, konnte der Bundestrainer einen Lennart Karl begutachten, der vor dem prallen Programm der Bayern mit sieben Pflichtspielen bis Ende Januar gleich wieder viel Spaß machte. Der 1,68-Meter-Knirps erzielte sogar ein Kopfballtor. Im März benennt Nagelsmann den ersten Länderspiel-Kader im WM-Jahr. Dann könnte Karl erstmals dabei sein, wenn er auf dem Platz weitermacht wie zum Start 2026.

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